Hoffnung ist die wahre Stärke

Landesbischöfin Heike Springhart

Landeskirche & Ökumene & Religionen

Hoffnungsstur und glaubensheiter. Mit dieser Wortschöpfung am Ende ihrer Predigt am 1. Advent 2021 hat Heike Springhart etwas ausgelöst. Vielfach wurde sie seither zitiert, wenn es um die Frage nach der Zukunft der Kirche ging. Inzwischen ist Heike Springhart Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Baden. „Hoffnungsstur und glaubensheiter“ ist nun auch der Titel ihres Buches, das soeben erschienen ist. Es enthält neben zwei Predigten grundsätzliche Gedanken darüber, was Kirche stark macht. Als Diskussionsgrundlage bietet sich die Zusammenfassung in 15 Thesen an. Weitere Facetten der Hoffnung fächern Annette Kurschus, Evelyn Finger und Jürgen Moltmann in ihren Gastbeiträgen auf.   

Sie möchte ermutigen, den Blick öffnen für das, was die Kirche stark macht. Dazu legt Landesbischöfin Heike Springhart nun grundsätzliche Überlegungen vor.
 
Es geht ihr nicht um Strategie oder Imagepflege, sondern darum „dass wir uns neu vergewissern, was trägt … und warum es gute Gründe gibt, starken Kirchen etwas zuzutrauen.“ (S.8) Dazu muss sich Kirche den aktuellen Herausforderungen, Fragen und Vorwürfen stellen. Gerade in den unterschiedlichen Erfahrungen und Erwartungen an den Glauben sieht sie eine Chance für die Kirche. Denn polarisierende Reaktionen gehören von Anfang an zum christlichen Glauben. Ihre Kraft gewinnt die Kirche „durch die Verankerung im Horizont Gottes“ (S. 29). Diesen Horizont beschreibt Heike Springhart u.a. in biblischen Texten, der Rolle von spirituellen Räumen und der weltweiten Ökumene, die deutlich macht, wie das Evangelium auch unter anderen Bedingungen wachsen und strahlen kann.  Die Stärke der Kirche hängt nicht an den Zahlen, sondern „an der Strahlkraft der Botschaft“ (S. 49). Sie kann im Gegensatz zu populistischen Tendenzen und polarisierenden Tönen einen neuen Ton in Gesellschaft einbringen.
 
Ihre Gedanken fasst die Landesbischöfin in 15 Thesen noch einmal zusammen, „fürs schnelle Lesen“ und zugleich als Diskussionsgrundlage für Gruppen und Gremien. 
 
Cover Buch
Es folgen die beiden wichtigen Predigten auf dem Weg ins bischöfliche Amt: jene vom 1. Advent 2021, die mit dem Begriffspaar hoffnungsstur und glaubensstark endet, und die vom Palmsonntag 2022 zum Wechsel im Bischofamt, die ausführt, mit welcher Haltung wir als Kirche gut in die Zukunft gehen können.
 
Annette Kurschus, Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, findet in ihrem Gastbeitrag sehr persönliche Worte für Heike Springhart: „Wer es mit ihr zu tun bekommt, wird unmittelbar angesteckt von ihrem heiteren Glauben und ihrer sturen Hoffnung. Das tut gut (S. 13).
 
Dass Hoffnungssturheit auch aus der Erinnerung an mutmachende Erfahrungen lebt, macht Evelyn Finger, Journalistin bei der Wochenzeitung DIE ZEIT, in ihrem Beitrag deutlich.
 
Der heute 96-jährige Theologe Jürgen Moltmann, der bereits 1964 das Buch „Theologie der Hoffnung“ veröffentlichte, beschreibt abschließend, was beharrliche Hoffnung für ihn ausmacht. Angesichts der vielen Krisen sieht er den Mut der Hoffnung jetzt besonders gefragt. „Die Angst sagt, was Katastrophales passieren kann, aber die Hoffnung gibt uns Mut, das Notwendige schnell und konsequent zu tun.“ (S. 98)  
 
Bestellen können Sie das Buch beim Verlag www.klotz-verlagshaus-shop.de