Bauen für die Zukunft

RealGreen-Award - Auszeichnung für KG Bühl

Kirchen & Kunst

Kirchen sind Großverbraucher in Sachen Energie. Wie innovativ können sie beim Klimaschutz sein? Die evangelische Kirchengemeinde Bühl hat ihre Gebäude schon vor 10 Jahren energetisch saniert. Doch sie will mehr. Für ihre Planungen wurde sie jetzt mit dem RealGreen Award ausgezeichnet.

Als die Nachricht von der Preisverleihung ins Haus flattert, knallen bei Ute Müller aus Bühl die Sektkorken. Für den geplanten Um- und Ausbau des Gemeindezentrums hat die Kirchengemeinde den RealGreen-Award der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. gewonnen. Gerechnet hat Ute Müller nicht damit, als vor einigen Monaten ihr Kollege aus dem Kirchengemeinderat, Werner Venter, sie mit der Mitteilung überrascht, dass er das Umbauprojekt bei den Preisverleihern eingereicht hat: „Ich hätte nie damit gerechnet, dass wir auf Bundesebene so einen Preis gewinnen. Ich habe Luftsprünge gemacht und wir haben auch ein Gläschen Sekt getrunken“, so Ute Müller.
 
Werner Venter, Ute Müller, Götz Häuser mit Urkunde und Preis
Kirchengemeinderat Werner Venter, Projektleiterin Ute Müller und Pfarrer Götz Häuser freuen sich über die Auszeichnung (v.li.)
Auch Pfarrer Götz Häuser freut sich, dass die langjährige Arbeit an einem neuen Konzept für das Gemeindezentrum auf diese Weise belohnt wird. Nicht nur besonders klimaeffizient, sondern klimaneutral soll der in den 60er Jahren entstandene Gebäudekomplex künftig werden. Er umfasst Kirche und Pfarrhaus, sowie Gemeinderäume, Gemeindebüro und Kindergarten, die bis auf den Kirchturm alle miteinander verbunden sind. Schon vor 10 Jahren wurden in einem ersten Schritt die Gebäude energetisch saniert. Um vollends CO2-neutral zu werden, soll im zweiten Schritt eine Photovoltaik-Anlage auf dem Kirchendach installiert und die alte Heißluft-Heizungsanlage in der Kirche ersetzt werden: „Die Heißluftheizung schmeißen wir raus. Das ist ein Energiefresser hoch drei. Wir ersetzen die Heißluft-Heizung durch eine Fußbodenheizung. Wir gehen mit der Wassertemperatur nach unten und können mit Wärmepumpen arbeiten. Das Ganze wollen wir mit grünem Strom machen, der überwiegend vom Dach kommt“, erläutert Kirchengemeinderat Werner Venter das Planungskonzept.
 

ForUm für Begegnungen

 
Die Planungen umfassen aber nicht nur Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte. Mit dem „Forum“, einem barrierefreien offenen Eingangsbereich, öffnet sich die Gemeinde noch mehr nach außen. Vorgesehen sind dort Begegnungsmöglichkeiten für die Kindergarten-Eltern, die Besucher und Besucherinnen des Jugendcafés und für Menschen aus der Stadt, die zufällig auf einen Kaffee vorbeikommen.
 
„Es geht um sehr viel mehr als nur um das Gebäude. Wir bauen das Gebäude ja nicht, damit wir hinterher ein Gebäude haben, sondern dass das Gebäude mit Leben gefüllt ist und dass Menschen da unterwegs sein können. Es lohnt sich in die Gemeinde vor Ort zu investieren, weil es so wenig vergleichbare soziale Räume gibt in unserer Gesellschaft. Wir sind überzeugt davon, dass die Gemeinde Zukunft hat. Wir wollen nicht schrumpfen, wir wollen gerne wachsen“, so Pfarrer Götz Häuser.
 
Dass sich die Kirchengemeinde seit 2011 kontinuierlich für ein ressourcenschonendes Gemeindeleben einsetzt, ist ein wesentlicher Gesichtspunkt für die Abteilung Bau, Kunst und Umwelt der Landeskirche.  
 
Mit dem Konzept „Wir bauen für Leute und für morgen“ konnte die Gemeinde nicht nur die Stadt Bühl und die Entscheider im Evangelischen Oberkirchenrat überzeugen, sondern auch die Jury des RealGreen-Award.
Nachdem die Stadt die Baugenehmigung erteilt hat, hoffen nun alle Beteiligten, dass sie das Projekt auch wirklich umsetzen können. Zwei Millionen des rund 5,5 Millionen teuren Projekts muss die Kirchengemeinde selbst aufbringen. Projektleiterin Ute Müller ist überzeugt davon, dass das gelingt: Und wenn alles gut geht, so hofft Werner Venter „feiern wir Weihnachten 2024 in der neuen Kirche“. 
 
Sehen Sie auch das Video zum Projekt:
 
Tipps zum Energiesparen und Informationen zum Klimaschutzkonzept der Landeskirche finden Sie in der Infothek im Arbeitsfeld „Klimaschutz und Schöpfung“
 
Beratung bei Bauvorhaben, Informationen zur CO2-Minderung und finden Sie im Arbeitsfeld „Gebäude und Bauen“ 
 
  

Ute Müller

Leitung der Steuerungsgruppe Gemeindezentrum 2.0