Überraschungen

pinkfarbene plueschhausschuhe

Axel Ebert

Manchmal liebe ich Überraschungen. Manchmal nicht. 

Manchmal liebe ich Überraschungen. Manchmal nicht. Bei einer Tombola ziehe ich gerne Lose und lasse mich dann überraschen, was ich gewonnen habe. Ich habe dabei schon viel Nützliches, aber auch völlig Überflüssiges nach Hause geschleppt. Einmal waren es rosa Plüschhausschuhe. Die hatten sogar meine Größe. Aber ich gebe zu: Getragen habe ich sie nie. Im Leben gibt es immer Überraschungen, schöne, aber manchmal auch unschöne. Die liebe ich nicht. Wenn im Urlaub das Hotelzimmer nicht so aussieht, wie es im Prospekt beschrieben worden war. Wenn ich eine Autofahrt wegen einer Panne abbrechen muss. Oder noch schlimmer: Wenn es um wirklich wichtige Dinge geht: z.B. eine ärztliche Diagnose, die mich beunruhigt. Das ist dann eine böse Überraschung. 
 
Mir wäre es lieber, nicht überrascht zu werden. Lieber die Kontrolle behalten und nicht aus der Bahn geworfen werden. Aber schon der Autor Wilhelm Busch wusste, dass das nicht möglich ist. „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.“ sagt er. Ich meine zwar oft, ich wüsste ganz genau was kommt. Ich plane meine Termine. Ich bereite mich auf die Zukunft vor. Doch dann erlebe ich, dass alles ganz anders sein kann als gedacht. Ich habe die Zukunft nicht im Griff. Ich weiß nie, was morgen auf mich wartet. Immer wieder erlebe ich Überraschungen, schöne und unschöne. 
 
Da finde ich ein anderes Zitat beruhigend. Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Römer: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ Alle Dinge, so sagt Paulus, dienen zum Besten. Die schönen. Aber auch die unschönen. Und die ungeplanten Überraschungen, die ich mir so nicht ausgesucht hätte und die mein Leben durcheinanderbringen. Weil sie Leid verursachen oder Schmerz. Paulus ist überzeugt: Hinter allem steht ein Gott, der es gut mit mir meint und der auch das, was ich nicht geplant oder gewollt habe, zu einem guten Ende führt. Leicht ist das nicht. Aber trotzdem halte ich mich daran fest, wenn das Leben mich mal wieder mit etwas überrascht, was mir Angst oder Sorge bereitet.