Mehr als eine warme Mahlzeit

Beratung & Seelsorge & Diakonie
Peter Meyer (Name geändert) kommt lächelnd in die „Boje“ in Radolfzell. Seine zittrigen Hände winken wild vor Aufregung: „Ich freue mich hier zu sein – das tut mir so gut.“ Im Tagestreff „Die Boje“ für Menschen mit psychischer Erkrankung kann er sich von seinen Sorgen ablenken.
Peter ist einer von ca. 80 bis 100 Gästen, die sich regelmäßig Woche für Woche in der „Boje“ oder im angegliederten Mehrgenerationenhaus der Diakonie in Radolfzell treffen: Montags zum „Suppenglück“, mittwochs zum Frühstück und freitags zum gemeinsamen Kochen. „Jede und jeder ist willkommen, bei uns eine Verschnaufpause vom Alltag daheim einzulegen und sich gemeinsam mit anderen aufzuwärmen“, sagt Svitlana Röpcke, Mitarbeiterin im Tagestreff.
Landauf, landab gibt es in den 24 Diakonischen Werken der Landeskirche menschliche Wärmeinseln, die neben Herzlichkeit eine warme Mahlzeit oder ein offenes Ohr spenden. Die Mitarbeitenden sind für die Menschen da, um zuzuhören und zu helfen. Denn niemand sollte mit seinen Ängsten, Sorgen und Nöten allein bleiben.
Maria Hamburger (Name geändert) kommt ebenfalls regelmäßig in die „Boje“. Sie hatte ihr Zuhause lange gar nicht verlassen. Die Diakonie hat ihr eine Hilfe vermittelt, die sie bei Einkäufen und Arztbesuchen begleitet. Im Tagestreff genießt sie die gemeinsamen Mahlzeiten und das Miteinander: „Hier haben wir einen Ort zum Lachen, zum Spielen, zum etwas Unbeschwertes machen. Und nicht zum viel Überlegen, Nachdenken und Grübeln.“
Auch im Mehrgenerationenhaus wird gemeinsam gegessen. „Meine schmale Rente reicht gerade noch zum Leben.“ erzählt Hildegard Schulze (Name geändert). Auch wenn das Essen hier nicht kostenlos sei, sei es durch die gestiegenen Preisen für Lebensmittel und Energie für sie günstiger im Mehrgenerationenhaus zu essen als daheim. „So spare ich etwas Geld und habe beim Essen als besonderen Bonus noch ein wenig Gesellschaft.“
Diakonie ist Kirche - Kirche ist Diakonie
Die Diakonie ist der soziale Dienst der evangelischen Kirchen. In der Evangelischen Landeskirche in Baden ist die Diakonie mit rund 2.000 Angeboten an vielen Standorten Anlaufstelle für Hilfesuchende aller Generationen. Sie setzt sich für Menschen ein, die am Rande der Gesellschaft stehen, die auf Hilfe angewiesen oder benachteiligt sind. Neben dieser Hilfe versteht die Diakonie sich als Anwältin der Schwachen und benennt öffentlich die Ursachen von sozialer Not gegenüber Politik und Gesellschaft. Dieses Selbstverständnis spiegelt sich auch in dem Wort „Diakonie“ wider: Im Altgriechischen versteht man unter diakonia alle Aspekte des Dienstes am Nächsten.
Für Bedürftige gibt es ab November 2022 die Möglichkeit, bei den Beratungsstellen der Diakonie vor Ort eine „Energienothilfe“ zu beantragen. Menschen, die wegen der explodierenden Energiepreise in wirtschaftliche Schwierigkeiten gekommen sind, können hier eine Überbrückungshilfe von bis zu 1.000 Euro beantragen. Den Leitfaden für Antragstellende finden Sie ab 2. November hier: www.diakonie-baden.de