Film ab!

Smartphone mit Mikrofon

Bildung & Beruf

„Sie sind offen für neue Medien und digitale Kommunikationswege“. Das steht inzwischen in vielen Stellenausschreibungen für Diakoninnen und Diakone. Studierende des Bachelor-Studiengangs Religionspädagogik / Gemeindediakonie an der Evangelischen Hochschule Freiburg sammeln im Wintersemester Erfahrungen mit digitaler Verkündigung. 

Zwei Studentinnen beim Videoaufnahmen
Heute ist Drehtag. Gleich ziehen die vier Studentinnen Leonie Saecker, Jana Friz, Katja Rück und Lilia Knopf los. Sie wollen Alltagssituationen filmen: in der Küche, in der Bahn, beim Lernen, beim Einkaufen und am Brunnen. Wer von ihnen filmt, ist schnell entschieden. „Wer hat das beste Handy?“ Einig sind sie sich auch darüber, dass nicht alles perfekt sein muss. „Wir drehen einfach jede Szene zweimal und nehmen dann die beste.“ Unterwegs dann die nächste Frage: „Braucht man im Supermarkt eigentlich eine Drehgenehmigung?“
 
 
Die vier nehmen im Wintersemester 2022/2023 am Seminar „Medienpädagogik der Verkündigung" teil. Das wird von Dr. Ute Niethammer verantwortet. Sie lehrt Homiletik und Liturgik im BA-Studiengang Religionspädagogik/Gemeindediakonie. Im Seminar geht sie der Frage nach, wie eine biblische Botschaft mithilfe gängiger Medien so umgesetzt werden kann, dass sie ein bestimmtes Publikum möglichst optimal erreicht.
Zum zweiten Mal arbeitet sie mit der Filmemacherin und Theaterpädagogin Lara Moseler zusammen.
Bei ihr lernen die Studierenden, wie sie mit Videotechnik umgehen können und was sie tun müssen, um bestimmte Aspekte zu betonen.
Die biblische Botschaft, die die Studierenden umsetzen sollen, ist die Jahreslosung. Ein Vers aus dem 1. Buch Mose: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ (1. Mose 16,13)
 
Vier weitere Gruppen drehen an diesem Morgen. Jede hat sich für eine andere Zielgruppe entschieden: eine Jugendgruppe, junge Erwachsene, ein Frauenkreis, Senior:innen. Nun gilt es, die filmischen Entscheidungen darauf abzustimmen. Die Studierenden experimentieren mit Kameras und Einstellungen, Schnitten und Einblendungen. Bekannte und Verwandte werden als Statist:innen eingesetzt.
Vier Studentinnen betrachten Videoaufnahmen
 
Vier Wochen später. Die Abschlussarbeiten für das Seminar sind geschrieben. Die Videoclips aller fünf Gruppen sind fertig. Nun schauen sie sich alle gemeinsam an.
Ute Niethammer und Lara Moseler freuen sich über die Vielfalt der entstandenen Videoclips. Die Studierenden sind sich einig, dass sich die intensive Arbeit an Drehbuch, Filmtechnik, Schnitt und Ton gelohnt hat. Sie haben viel Neues gelernt, das sie weiter entwickeln und einsetzen wollen.  
 
Noch ist nicht jede Szene gelungen. Das gehört dazu. „Gerade an diesen Szenen setzt für die jungen Erwachsenen das Weiterdenken an,“ sagt Ute Niethammer. „Die Unterschiede zwischen filmischer Spielerei und einer Inszenierung, die die Aussage unterstützt, sind deutlich geworden.“ Am wichtigsten ist ihr, dass die Studierenden neben dem Knowhow auch Lust bekommen haben, an ihren zukünftigen Arbeitsplätzen mit solchen Mitteln zu arbeiten. „Ich freue mich auf die Dynamik, die diese Generation in den Gemeinden entfalten wird! Film ab!“
 
  

Dr. Ute Niethammer

Landeskirchliche Beauftragte für den Prädikantendienst