„Ich arbeite bei der Kirche“ - in der Rechtsabteilung

Bildung & Beruf
Rechtliche Fragen spielen in allen Bereichen des Lebens eine Rolle. Auch in der Kirche. Während sich viele diese Arbeit als theoretisch, trocken und detailverliebt vorstellen, erlebt Janina Schilling das ganz anders: Hier wird die Zukunft der Kirche mitgestaltet.
„Man braucht gute Nerven.“ Janina Schilling lacht herzhaft, als ich sie frage, welche Eigenschaften man mitbringen sollte, um in der Rechtsabteilung der Evangelischen Landeskirche in Baden gut arbeiten zu können. Kein Wunder, denn bei ihr und ihren 17 Kolleg*innen landen die „komplizierten Fälle“, die sich über andere Wege nicht lösen ließen und dann rechtlich geklärt werden müssen. Ganz wichtig findet sie auch Teamfähigkeit, Freundlichkeit und Offenheit. „Man sollte Spaß daran haben, mit vielen verschiedenen Menschen-Typen zu arbeiten. Und man braucht die Fähigkeit, Dinge auch mal stehen zu lassen, auch wenn man nicht einer Meinung ist.“ Schnell fügt sie noch hinzu: „Solange es rechtlich nicht verwerflich ist.“
Janina Schilling hat in Kehl den Bachelorstudiengang Public Management absolviert. Für die Praxisphase im Bereich Personalverwaltung wollte sie „mal noch in den Evangelischen Oberkirchenrat reinschnuppern“. Das liegt nun gut drei Jahre zurück. „War wohl nicht so schlecht, denn anschließend habe ich die Stelle in der Rechtsabteilung bekommen,“ sagt sie humorvoll. In der ersten Zeit hat sie Beihilfebeschwerden abgearbeitet. Heute berät sie für die Landeskirche unter anderem Urheberrechts-Fragen wie zum Bespiel: Was muss ich bei der GEMA anmelden? Was ist durch Pauschalverträge abgedeckt? Oder: Was muss ich beachten, wenn ich ein Bild auf die Homepage einer Gemeinde stelle?

Janina Schilling erklärt das Urheber-Recht beim FEA-Kurs 2024
Quelle: Stefan Herholz/ekiba
Dass sie die Arbeit in der Rechtsabteilung nicht nur spannend findet, sondern auch großen Spaß daran hat, ist unübersehbar. Voller Energie und Elan erzählt sie über weitere Themen, an denen sie arbeitet: Fremdfinanzierungsverträge, Rechtsverordnungen, die Pfarrvertretungswahl oder der Umgang mit dem Selbstbestimmungsgesetz. „Das hätte ich mir zum Zeitpunkt meines Studiums so nicht vorstellen können.“
Und wie erlebt sie die Kirche als Arbeitgeberin? „Offen und freundlich. Ich habe 2021 während der Corona-Pandemie angefangen. Das war nicht ganz leicht.“ Neulingen rät sie, auf Andere zuzugehen und an Aktionen wie den jährlichen Betriebsausflug mitzugehen. „Dann hat man schnell wahnsinnig wertschätzende Kolleginnen und Kollegen und eine Arbeitgeberin, die sich kümmert.“
Janina Schilling kommt aus einer kirchlich geprägten Familie. Ehrenamtlich engagiert sie sich in der kirchlichen Jugendarbeit. Wäre ihr Job auch etwas für junge Leute, die nicht so viel Erfahrung mit Kirche haben? „Auch als kirchenferne Person ist es gar kein Problem hier reinzufinden. Da habe ich keinen Zweifel. Ich finde die Hausgemeinschaft ist sehr, sehr offen und auch echt gesprächsbereit.“ Für sich selbst findet sie es aber „sehr schön, dass ich meine Gaben und das, was ich gelernt habe, da einbringen kann, wo mein Glaube als Kind mal angefangen hat.“
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