Gottes Wort – für alle sichtbar

3 erhobene Finger: Gott

Beratung & Seelsorge & Diakonie

Seit 1948 gibt es in der badischen Landeskirche die Stelle der/des „Beauftragten für Gehörlosen- und Schwerhörigenseelsorge”.  Seit 2022 wird sie von Pfarrer Bernhard Wielandt bekleidet – mit viel Engagement und Leidenschaft. Was sich genau dahinter verbirgt, erfahren Sie in unserem Journalbeitrag. 
 

Bernhardt Wielandts Arbeitsbereich ist sehr vielfältig. Er hält Gottesdienste für gehörlose oder schwerhörige Menschen und ist Ansprechpartner für Kirchengemeinden in allen Fragen rund um die Gehörlosen- und Schwerhörigenseelsorge. „Ich helfe, wenn ein Gebärdendolmetscher für Taufe, Konfirmation, Hochzeit oder Beerdigung gesucht wird oder eine barrierefreie Veranstaltung geplant wird. Ich überlege Konzepte mit für inklusive Konfi-Arbeit und für Gottesdienste, die auch in einer hallenden Kirche von schwerhörigen Menschen gut gehört werden können. Ich berate in Gebäudefragen zu den akustischen Aspekten, vernetze mich mit meinen Amtskolleginnen und -kollegen in anderen Landeskirchen Daneben begleite ich auch die ehren- und nebenamtlichen Gemeindeverantwortlichen in den anderen Gottesdienstorten – Bruchsal, Karlsruhe, Offenburg, Pforzheim, Freiburg und Lörrach.“

Menschen kommen von weither

Für die Gottesdienste lernt Bernhard Wielandt derzeit selbst noch die Deutsche Gebärdensprache (DGS). Da auch immer mehr Menschen teilnehmen, die selbst nicht gebärden können, muss er parallel auch lautsprachlich agieren -„was übrigens gar nicht so einfach ist, denn gesprochene und gebärdete Sprache haben eine komplett unterschiedliche Grammatik“. Er findet: „Diese Gottesdienste sind eine ganz eigene Form von Kirchlichkeit, denn sie schaffen Begegnungsorte und neue Räume auch für Menschen, die ansonsten gar nicht unbedingt kirchlich sozialisiert sind.“ 
 
Gehörlose oder schwerhörige Menschen reisten oft von weither an, und zwar nicht nur, um den Gottesdienst an sich zu besuchen, sondern vor allem, weil sie die Begegnung und das Angebot „drumherum“ schätzten. Denn Veranstaltungen für akustisch eingeschränkte Menschen sind leider sehr dünn gesät. Sehr gut wären auch immer die kleinen (Fahrrad-)Ausflüge besetzt, die Bernhard Wielandt von Zeit zu Zeit anbietet, und an denen gemeinsam mit gut Hörenden eben auch Gehörlose und Schwerhörige teilnehmen.
 
Die Seelsorge begleitet Bernhard Wielandt schon lange. Bevor er das Pfarramt in Sandhausen bei Heidelberg übernahm, war der 51-Jährige Gemeindepfarrer in Stutensee-Staffort und Büchenau (nahe Karlsruhe) und gleichzeitig Klinikseelsorger im Krankenhaus in Bruchsal. Die zehn Jahre dort waren für ihn zwar in mancherlei Hinsicht herausfordernd, aber ebenso gewinnbringend: „Die dortigen Strukturen  und Interessen in Einklang zu bringen, das war zwar nicht immer ganz einfach, aber letztendlich sehr fruchtbar für das kirchliche Leben vor Ort“, erinnert er sich. Es habe ihn in seiner Moderationsfähigkeit merklich gestärkt. Und nicht zuletzt sei ihm seine seelsorgliche Zusatz-Ausbildung damals eine große Hilfe gewesen.
 
Was Bernhard Wielandt an seinem Beruf mit am meisten liebt, ist, „dass ich immer wieder neue Begegnungsorte schaffen kann für die Kommunikation von Gottes Wort. Ich freue mich, dass mich mein Weg hierher geführt hat, und dass ich sicher sein kann: Ich bin nicht allein und muss auch nicht immer alles alleine schaffen.“ 
 
Einen Sommergruß und weitere Impulse in Gebärdensprache von Bernhard Wielandt können Sie im ekiba-Servicekanal ansehen. 
 
  

Bernhard Wielandt

Landespfarramt für Gehörlose und Schwerhörige – Landeskirchlicher Beauftragter