Heiraten im Europa-Park: Vom Teenagerpaar zum Traumpaar

Taufe & Konfirmation & Hochzeit & Beerdigung
Jacqueline (30) und Raphael (33) waren Teenager, als sie sich vor 15 Jahren über gemeinsame Freunde kennenlernten und verliebten. „Wir sind zusammen erwachsen geworden“, stellt Jacqueline fest. Die Liebe hat über all die Jahre gehalten, nur der Wunsch, ihre Partnerschaft irgendwann auch einmal mit einem Trauschein zu besiegeln, stellte sich nicht so richtig ein. „In dem Dorf, in dem wir leben, gehört heiraten zur Dorfkultur dazu. Gerade deswegen wollten wir bis vor zwei Jahren gar nicht heiraten, denn wir machen gerne unser eigenes Ding“, gibt Jacqueline offen zu. Doch dann kam es anders.
Die beiden verbindet ein etwas ungewöhnliches Hobby: Sie lieben Freizeitparks. Am häufigsten besuchen sie den Europa-Park, für den sie auch eine Dauerkarte besitzen. Bei einem ihrer regelmäßigen Besuche dort stießen sie auf die Informationstafel, die sie darüber informierte, dass man im Europa-Park auch kirchlich heiraten kann. Diese schlichte Information war für sie neu und hat etwas in den beiden angestoßen. „Wir sind an diesem Tag noch 20-mal am Schild vor der Kapelle vorbeigelaufen und haben es angeschaut, weil es sowas Außergewöhnliches ist, und es fühlte sich cool an“, sagt Jacqueline.

Quelle: Andreas Pollok
„Wir haben mehr Zeit in die Vorbereitung des Gottesdienstes investiert als in die Feier oder das Essen oder die ganze Organisation. Der Gottesdienst war unsere Feier und uns wichtiger als die standesamtliche Hochzeit“, sagt Jacqueline. „Beim Gottesdienst selbst habe ich mich so Gottverbunden gefühlt wie seit meiner Konfirmation nicht mehr. Ich war mir ganz sicher, der sitzt hier hinten in einer Bank und ist dabei.“
Die Hochzeitsgesellschaft haben die beiden bewusst klein gehalten, insgesamt hatten sie „nur“ 12 Gäste eingeladen. „Wir wollten das für uns machen und wir wollten nur die allerwichtigsten Menschen dabeihaben.“
Wichtiger als die Ringe oder das Brautkleid war den beiden eine gemeinsame Hochzeitskerze. „Ich habe zur Konfirmation eine Konfirmationskerze bekommen und die zünde ich immer an, wenn gerade etwas Wichtiges los ist in meinem Leben“, erklärt Jacqueline. „Das wollen wir jetzt auch so mit unserer Hochzeitskerze halten. Wenn etwas Wichtiges in unserem gemeinsamen Leben ansteht, soll diese brennen.“
Die Kerze haben sie selbst gestaltet, inspiriert von der Geschichte der Unternehmersfamilie Mack, die den Europa-Park vor 50 Jahren gegründet hat und bis heute als Familienunternehmen betreibt. Die Kerze zeigt eine Weltkugel mit einem Schaustellerwagen obendrauf und ihrem Trauspruch im Zentrum: Du stellst meine Füße auf weiten Raum. „Der Trauspruch beschreibt unser Freiheitsgefühl und unser Gottvertrauen und auch unsere Entscheidung, genauso zu heiraten, wie wir uns das gewünscht haben.“
Und was war der besondere Gänsehautmoment während ihres Gottesdienstes? Da sind sich die beiden einig: Als das Musik-Duo „Ive&T.Bo“ den von ihnen gewünschten Song „Hück steiht de Welt still“ von den Höhners gespielt habe „und das auf Kölsch, obwohl der Sänger vorher gesagt hat, dass er gar kein Kölsch kann“, erinnert sich Raphael.
Seit ihrer Hochzeit im Juli vergangenes Jahr war das Paar schon wieder viele Male im Europa-Park zu Gast. „Die Erinnerung an unsere Hochzeit schwingt jedes Mal mit“, sagt Raphael. „Wenn wir dort sind, gehen wir immer einmal in die Kapelle Santa Isabell, um dort eine Kerze anzuzünden.“
Und was würden die beiden anderen Paaren raten, die vor der Entscheidung stehen, zu heiraten? Auch darin sind sie sich einig: „Wir möchte alle anderen dazu ermutigen, genauso zu heiraten, wie sie das möchten.“ (09.07.2025)