„Kraft zum Leben schöpfen“ - Die 67. Aktion von Brot für die Welt

Zwei Hände schöpfen Wasser aus dem Gefäß

Politik & Gesellschaft

Wasser ist lebensnotwendig – so wie unser tägliches Brot. Jeder Mensch braucht es zum Überleben. Und doch fehlt über zwei Milliarden Menschen der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Mit der diesjährigen Spendenaktion setzt „Brot für die Welt“ ein Zeichen für Klimagerechtigkeit und Ernährungssicherung. In Uganda verbessern beispielsweise Regenwassertanks das Leben vieler Familien: Sie sparen Zeit, schützen die Gesundheit und ermöglichen nachhaltigen Gemüseanbau – unterstützt durch lokale Partnerorganisationen.

Joy Kamusiime (38) bewässert den Gemüsegarten ihres Hauses im Dorf.
Joy Kamusiime (38) bewässert den Gemüsegarten ihres Hauses im Dorf.

Quelle: Siegfried Modola/Brot für die Welt

Nach dem Frühstück räumt Joy Kamusiime die Becher weg, in denen sie ihrer Familie gesüßten Tee und Hirsebrei serviert hat. Dann macht sie sich an die Hausarbeit: Geschirr spülen, Wäsche waschen, um ihr Gemüsebeet und die Hühner kümmern, auf ihrer Bananenplantage arbeiten. Die viele Arbeit mache ihr nichts aus, sagt die Mutter von vier Kindern und lächelt: „Ich fühle mich ausgeruht und habe viel Energie.“
 
Das war nicht immer so. Bis 2020 musste Joy Kamusiime jeden Morgen um vier Uhr aufstehen, um Wasser zu holen. Die zwei Kilometer lange Strecke zur Quelle führte über einen schmalen Pfad zwischen Bananenstauden und Kaffeebäumen einen steilen Berghang hinab, bei Feuchtigkeit war der Boden auch noch glitschig. Und dann das Ganze zurück, mit einem 25-Liter-Kanister auf dem Kopf. Weil das Wasser nur langsam aus der Quelle läuft und meist schon viele Frauen in einer langen Schlange warteten, brauchte sie etwa drei Stunden, bis sie wieder zu Hause war. Und das Ganze am Abend noch einmal. „Ich war oft so kaputt, dass ich viel weniger geschafft habe als heute“, sagt sie.
 
Ein Tank für Regenwasser auf ihrem Grundstück hat ihr Leben verändert: „Ich spare mir die langen Wege und damit viel Zeit“, erklärt die Bäuerin. Den Regenwassertank verdankt die Familie der ugandischen Hilfsorganisation ACORD, einer Partnerorganisation von „Brot für die Welt“. „Die Familien bekommen die Regenwassertanks nicht einfach geschenkt“, stellt Projektmitarbeiterin Olivia Nakaweesa klar. Stattdessen ermutigen sie und ihre Kolleginnen und Kollegen die Frauen in den Dörfern im Südwesten Ugandas, sich zu Gruppen zusammenzuschließen, gemeinsam zu sparen und dann jeweils einem Mitglied der Gruppe die Summe für einen Tank zur Verfügung zu stellen. So geht es immer weiter, bis alle an der Reihe waren. Von dem Ersparten kaufen die Menschen Pfosten, Sand, Zement und Essen für die Arbeiter. ACORD zahlt den Lohn der Maurer, das Material für die Regenrinnen und achtet darauf, dass die Arbeiten korrekt ausgeführt werden.
 
Joy Kamusiime (38) mit Ehemann und ihren vier Kindern
Joy Kamusiime (38) mit Ehemann und ihren vier Kindern

Quelle: Siegfried Modola/Brot für die Welt

Nach dem Aufräumen im Haus beginnt Joy mit dem Gießen des Gemüsebeetes. Sie hat ihre Beete säuberlich eingezäunt, die Erde außerdem mit Stroh bedeckt – so bleibt die Feuchtigkeit länger in der Erde. Auch diesen Tipp hat sie von ACORD bekommen. Joy Kamusiime scheint alles aufzusaugen und umzusetzen, was sie an Anregungen bekommt. „Früher konnten wir uns fast nie Gemüse leisten“, erzählt sie, während sie ihre Gießkanne an der Zisterne wieder auffüllt. Jetzt gibt es keine Mahlzeit ohne, und den Überschuss verkauft sie in dem kleinen Laden, der in die Vorderseite des Hauses integriert ist.
 
Joy Kamusiime freut sich über die Zisterne nicht nur, weil sie ihr viel Zeit erspart, sondern auch, weil das Regenwasser sauber ist. „Früher waren meine Kinder häufig krank, wir mussten viel Geld für Medikamente ausgeben“, erinnert sie sich. Geld, das die Familie jetzt investieren kann. Neben ihr profitiert die 13-jährige Immaculate am meisten von dem Regenwassertank. Denn oft musste sie ihre Mutter zur Quelle begleiten. Dann kam sie zu spät in die Schule, war müde und unaufmerksam. „Seit wir den Wassertank haben, ist sie die Klassenbeste!“, sagt Joy Kamusiime stolz.
 
 
 
 
 
Die Folgen der Klimakrise werden immer dramatischer – besonders im Globalen Süden. Denn dort sorgt sie für immer häufigere Unwetter und verschärft Wassermangel und Hunger. Wir müssen dringend handeln. Deshalb hat "Brot für die Welt" Klimagerechtigkeit und Ernährungssicherung zu einem Schwerpunkt der 67. Spendenaktion gemacht. Die bundesweite Eröffnung der 67. Aktion von Brot für die Welt findet 2025 in Karlsruhe statt.
 
(Text: Brot für die Welt / Ulli Naefken)
 

Ihre Spende hilft

Zusammen bringen wir Wasser zu den Häusern: Für eine bessere Ernährung und besseren Ackerbau. Für die Familien in Uganda. Sie möchten helfen? Dann überweisen Sie bitte Ihre Spende mit dem Stichwort „Wasser“ auf folgendes Konto:
 
Brot für die Welt - Bank für Kirche und Diakonie
IBAN: DE10 1006 1006 0500 5005 00
BIC: GENODED1KDB
 
(26.11.2025)