Der Film „Blues-Brothers“ ist Kult. Kultige Musik, eine schräge Story und zwei Typen im schwarzen Anzug, mit schwarzen Hüten und schwarzen Sonnenbrillen auf der Nase. Ihre Mission: Das Waisenhaus retten, in dem sie groß geworden sind. Und wenn man die beiden fragt, warum sie das machen, dann bekommt man die legendäre Antwort: „Wir sind im Auftrag des Herrn unterwegs!“ „Unterwegs im Auftrag des Herrn.“ Mit diesem Satz ernten sie immer wieder Kopfschütteln. Denn die beiden entsprechen so gar nicht der landläufigen Vorstellung von Gottesboten. Aber allen Unkenrufen und Widrigkeiten zum Trotz schaffen es die beiden. Sie trommeln ihre alte Band zusammen, stellen unter den irrwitzigsten Bedingungen ein Konzert auf die Beine, und am Ende wird alles gut.
Eine Geschichte, wie sie in der Bibel nicht besser hätte erzählt werden können. Im Buch des Propheten Jesaja gibt es auch einen, der von sich behauptet, im Auftrag des Herrn unterwegs zu sein. Bei ihm hört sich das so an: „Gott hat mich geschickt, um gebrochene Herzen zu heilen. Den Gefangenen soll ich zurufen, dass sie frei sind. Ja, ich soll ein ganzes Jahr ausrufen, in dem Gott Freiheit schenkt. Ich soll einen Tag ansagen, an dem Gott das Unrecht wieder gutmacht. Ich soll alle Trauernden trösten und den Verzweifelten Freude bringen.“ (Jesaja 61,1-3)
Das klingt, ehrlich gesagt, erst mal genau so verrückt wie die Mission der Blues Brothers. Und der biblische Mensch hat noch nicht mal einen Bruder, der ihn bei seinem Auftrag unterstützen könnte. Wer sich wohl hinter diesen Worten verbirgt? Da wurde lange gerätselt: Ein neuer König vielleicht, ein Superheld? Ein Mensch mit wundersamen Kräften?
„Ich bin das“, sagt Jesus später einmal. „Ich bin im Auftrag des Herrn unterwegs.“ Und auch er hat dafür Kopfschütteln geerntet und in zweifelnde Gesichter geblickt. Aber er hat auch unendlich vielen Menschen Mut gemacht. Mut, die Welt zu verändern. Gebrochene Herzen zu heilen. Für Freiheit und Gerechtigkeit zu streiten. Trauernde zu trösten und Verzweifelten Freude zu bringen. Wie wäre es, wenn jede und jeder von uns aus diesem großen Paket nur eine klitzekleine Aufgabe übernimmt und im Auftrag des Herrn dranbleibt – ob dann das neue Jahr ein besseres wird? (30.01.2026)
