Pilgern - Gott und sich selbst auf der Spur



Pilgern war immer der Beginn eines großen Abenteuers mit ungewissem Ausgang, aber zumindest mit einem klaren Ziel: Das Heil für die Seele zu finden. Pilgern, wallfahren, wandern - erfahren Sie mehr darüber, was es heißt, "mit den Füßen zu beten", über Geschichte und Bedeutung des Pilgerns.
Nationalpark
Die Kirche im Nationalpark Schwarzwald bietet Gottesdienste und geführte Wanderungen und Radtouren mit christlich-spirituellen Impulsen zum Pilgern im Nationalparkgebiet an. Zudem wird eine Ausbildung von Pilgerbegleiterinnen und -begleitern angeboten.
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Pilgerwege in Baden-Württemberg
Pilgern auf Badisch am westlichen Bodensee
Frauenpilgern
Pilger.schön ist der Evangelische Frauenpilgerweg in Baden: Er führt in 12 Teilabschnitten von Wertheim bis an den Bodensee - von Frauenorten in Kirchen über weibliche Kraftorte in der Natur zu Wirkorten von Frauen.
Männerpilgern

Pilgerkirchen im Kirchenbezirk Adelsheim-Boxberg
In den Pilgerkirchen des evangelischen Kirchenbezirks Adelsheim-Boxberg gibt es verborgene Schätze zu entdecken - abseits touristischer Zentren. In der Zeit von Ostern bis zum Reformationstag halten Ehrenamtliche vor Ort die Kirchen für Sie geöffnet. Ein Pilgerstempel wird Sie an Ihren Besuch erinnern.
Weitere Links
Pilgern in Baden-Württemberg - Termine
Pilgerzentrum Zürich
Ökumenischer Pilgerweg
Elisabethpfad
Martinusweg in der Diözese Rottenburg-Stuttgart
Kirchliche Pilgerangebote deutschlandweit
Pilgern im Norden
Pilgern in Bayern
Pilgerntermine der EKIBA
Pilgertermine
Fortbildungen Naturspiritualität
Jakobswege in Baden-Württemberg
Ein kirchliches Verabschiedungsritual mit feierlicher Segnung der Insignien Tasche und Stab machte den Menschen des Mittelalters zum Pilger. Für die Dauer ihrer Reise waren die Pilger Angehörige eines eigenen Standes, der sich aus einem temporären Verzicht auf die Welt und ihre materiellen Bindungen rechtfertigte. Bis zum Spätmittelalter entstand ihre charakteristische Kleidung mit breitkrempigem Hut, weitem Mantel und Skapulier, die neben den funktionalen Eigenschaften Erkennungszeichen und Standesmerkmal war.
Die zur Zeit berühmteste Pilgerstrecke ist der Jakobsweg nach Santiago de Compostela in Nordspanien. Die Pilger richten sich auf der Route nach einer stilisierten Muschel, die ihnen den richtigen Weg weist. Als neue Kurzform für „Eilige“ bieten seit neuestem Einrichtungen das Tagespilgern an. Dabei bewegt sich der Pilger auf geistlichen Pfaden oder Veranstalter laden zu spirituellen Wanderungen ein.
Die Wallfahrt | (lat. peregrinatio religiosa, v. wallen - in eine bestimmte Richtung ziehen oder fahren und unterwegs sein) ist seit dem 4. Jahrhundert und besonders im Mittelalter eine traditionelle Reise, um ein heiliges Gebot zu erfüllen oder zum Zweck des Besuches einer bestimmten Pilgerstätte mit religiöser Bedeutung. Hauptsächlich ist die Wallfahrt heute eine katholische Handlung. Sie wird auch als Pilgerreise, Pilgerfahrt, Betfahrt bezeichnet.
Im symbolischen Sinn ist die Pilgerfahrt sowohl eine Initiation als auch ein Akt der Ergebenheit. Sie hat eine hohe moralische Bedeutung und kann auf den alten Glauben, dass die übernatürlichen Mächte ihre Kraft an bestimmten Orten besonders stark entfalten, zurückgehen. Für Christen sind es die Schlüsselstationen im Leben Jesu Christi, der Gottesmutter Maria oder eines Heiligen.
Im Christentum des europäischen Mittelalters wurden solche "Wundertätigkeiten" vielen Orten zugeschrieben. Wallfahrten gab es auch bei den Juden, den antiken Griechen, Germanen und Römern, die aus religiösen Gründen ferne Tempel bereist hatten. Eine Wallfahrt war und ist immer auch ein soziales Ereignis. Sie führt zu Begegnungen und Austausch zwischen Gläubigen, und sie dient und diente auch der Finanzierung von religiösen Stätten.
Manchmal werden die beiden Begriffe Wallfahrt und Pilgern auch verschieden gebraucht: Eine Wallfahrt findet dann in einem engeren und eher traditionell-religiösen Rahmen statt. Sie wird oft von katholisch kirchlicher Seite für eine Gruppe von Gläubigen organisiert. Pilger sind nach diesem Sprachgefühl vereinzelter und freier unterwegs; auch wenn ihr Reiseziel traditionell-religiös ist, zum Beispiel Santiago de Compostela, kann die Religion völlig in den Hintergrund treten.
Das Wandern | ist "eigenständige gesellschaftliche Gangart, als verhältnismäßig junge kulturelle Betätigungsform angesichts der Jahrtausende, die der Mensch schon geht". Was war vor der „Erfindung" des Wanderns? Damals ging der Mensch! Er ging zur Kirche, zur Arbeit, zu Märkten oder aufs Feld. Als Reisender wollte er schnell ankommen, egal ob Pilger oder Handwerksgeselle. Die direkte Freude an der Bewegung oder besser Fortbewegung war dem Menschen noch fremd. Zu gefährlich und mühselig war das Leben und das Reisen auf den Straßen. So suchte man Wege durch die Natur und nicht zu ihr. Ein Wald oder ein Berg war mehr Hindernis als Bedürfnis. Mit Beginn der Aufklärung und ihrem Glauben an die Kraft der menschlichen Vernunft und der Empfindsamkeit als Gegenbewegung mit ihrem Gefühlserleben, änderte sich diese Einstellung und ließ Naturerfahrung und Naturerlebnis entstehen. Aus einem rein zweck-gebundenem Landschafts- und Naturbild entstand ein ästhetisch-emotionales. Aus Ödland wurde Landschaft. Im Zuge dieser Entwicklung entstand im Laufe des 18. Jahrhunderts der "romantische Mensch", idealerweise dargestellt in den Werken des Denkers Jean-Jaques Rousseau, der sich um 1750 vielleicht als erster überzeugter Fußwanderer die Schweiz erwanderte. Das Wandern als Auseinandersetzung mit der Landschaft und mit sich und seinen Gefühlen war geboren. Viele Gebildete begannen zu Wandern. Einer der berühmtesten Wanderer war Goethe der durch die Schweiz nach Italien wanderte um die Klassik zu finden. Das Wandern war bildungsbürgerliche Freizeitbeschäftigung geworden. Heutigentags machen 40 Millionen Deutsche nicht nur ab und an einen Sonntagsspaziergang, sondern unternehmen gerne größere Touren zu Fuß. Und zwar ganzjährig, bei Hitze und bei Schneetreiben.
Gehen und in sich gehen – das macht Pilgern aus. | Seit fast zehn Jahren bin ich inzwischen mit Pilgergruppen unterwegs nach Assisi und Santiago de Compostela in Spanien. Der Weg zum Grab des Apostels Jakobus war im Mittelalter neben den Wegen nach Rom und Jerusalem einer der drei großen Pilgerwege.
25 Stunden Anfahrt im Zug, dann zwölf Lauftage mit je 25 Kilometern auf steinigem Untergrund, Morgen- und Abendandacht in wechselnden Kirchen, Übernachtungen in einfachen Herbergen, in Doppelstock-Betten, schlichtes Frühstück ... Und als ob das noch nicht reicht, haben trotz bester Schuhe am dritten Tag fast alle Blasen und die Herberge gleicht einem Lazarett humpelnder Menschen. Da werden die Probleme klein, die einen im Alltag beschäftigen. Doch das Entbehrungsreiche gehört dazu.
Spiritualität mischt sich mit Abenteuerlust. | Es ist nicht irgendein Weg, den wir hier gehen. Wir vertrauen uns alten Wegen an, die seit Jahrhunderten Tausende Menschen beschritten haben. Und so machen sich auch heute überzeugte Christinnen und Christen auf den Weg, und Menschen, die sich in einer Umbruch-Situation befinden, die sich selbst finden oder sich neu orientieren wollen. Es sind Menschen mit sehr gezieltem Interesse – natürlich schwingt auch ein Quäntchen Ehrgeiz und Abenteuerlust mit. Das war schon immer so.
Mehrere Tausend Kilometer Jakobsweg habe ich schon zurückgelegt, Hunderte Menschen in Pilgergruppen begleitet. Und das immer zusammen mit Pfarrer Detlef Lienau, der wie auch ich zur Kommunität Beuggen gehört. Zu zweit organisieren wir aus eigener Hand die Pilgerreisen von A wie Andacht bis Z wie Zugfahrkarte.
Die positiven Erfahrungen und die Nachfrage haben uns bewogen, unser Pilgerangebot auszubauen. Wir feiern die Andachten, stehen für unterwegs aufkommende Gespräche zur Verfügung - "ambulante Seelsorge" - beleuchten die Hintergründe des Pilgerns und der Kunstschätze am Weg.
Welche zehn Kilo brauche ich zum Leben? | "Mit den Füßen beten", sind die Touren überschrieben. "Man kann durch körperliches Tun innere Abläufe verstärken", erklärt Detlef Lienau, der selbst eine Theologie zum Pilgern verfasst hat: "Sich fremd gehen. Warum Menschen pilgern" (Grünewald 2009).
Gezielt gewählt ist auch die Anreise per Zug, um Distanz zum Alltag zu schaffen. Der Prozess des Loslassens vom Gewohnten beginnt jedoch schon beim Packen, nämlich mit der Überlegung, "Welche 10 Kilo brauche ich zum Leben?"
In den Herbergen stempeln die "Wanderer Gottes" ihre Pilgerausweise ab. Damit doku mentieren sie, dass sie als anerkannte Pilgernde unterwegs sind. Man kommt müde an, und es ist laut, voll, stickig – und nervig. Doch das ist harmlos verglichen mit der Situation der Pilger früher: Die hatten weder gutes Schuhwerk, noch geeignete
Kleidung. Viele sind unterwegs gestorben. An etlichen spanischen Orten gibt es Pilgerfriedhöfe.
Kein Zweifel, es wird hart. Aber ich freue mich jedes Mal auf diese einprägsamen, spirituell sehr dichten Weg strecken.
Jörg Hinderer
Segne mich mit Unruhe, die erwartungsvoll auf dich zugeht.
Segne mich mit Sehnsucht, die gerne aufbricht.
Segne meinen ersten Schritt, dass er Mut macht weiterzugehen.
Segne denen ich begegne,
dass wir einander die Lust wecken auszuschreiten.
Segne meinen Weg mit dir,
leuchtend von vorn und stärkend zur Seite.
Amen.
1.Mose 12,1–4a: Gottes Segen für Abraham
Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte
Psalm 121: Ein Psalm für den Weg zum Tempel
Lukas 9,57–62: Jesu Worte für die Nachfolge
Lukas 10,1–12: Die Aussendung der Jünger
Lukas 24,13-35: Zwei Jünger Jesu pilgern nach Emmaus
Philipperbrief 3,12–14: Das Ziel und Sinn des Lebensweges
Hebräerbrief 11,8–16: Abraham vertraut Gott beim Aufbruch ins Ungewisse









