Vor einer Türe stehen und nicht wissen: Wie werde ich empfangen? Zahllose solche „Türmomente“ erleben wir im Laufe unseres Lebens, vor, aber auch hinter der Tür. Gerade jetzt in den Monaten der Pandemie waren und sind viele Türen verschlossen: Kliniken und Heime mussten die Zahl der Besucherinnen und Besucher streng begrenzen; Ämter sind schwer erreichbar; selbst durch normale Wohnungstüren sollen nur eine begrenzte Zahl von Freundinnen und Freunden zum Geburtstag oder zur Silvesterparty eingelassen werden.
Dagegen sendet Jesus ein deutliches Signal: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Johannes 6,37; Jahreslosung 2022) Jesus steht mit ausgebreiteten Armen an der offenen Tür. Er lädt uns ein: „Kommt herein! Setzt euch an den Tisch! Es ist alles bereit: Sehet und schmecket, wie freundlich Gott ist!“
Wir stehen als Kirche in der Nachfolge Jesu für offene Türen und offene Herzen. Wir ermutigen Menschen, einander nicht die Tür vor der Nase zuzuschlagen, sondern sich füreinander zu öffnen und miteinander nach Lebens-Wegen zu suchen. Das gilt gerade auch in Zeiten von Corona, in denen unterschiedliche Überzeugungen mit Wucht aufeinanderprallen.
Wir vertrauen darauf, dass an Jesu Tisch auch Gegner ins Gespräch kommen und sich gemeinsame Wege in der Krise finden lassen. Wir öffnen unsere Türen, damit Fremde auf der Flucht eine neue Heimat finden. Wir halten Vesper-Kirchen offen, damit Menschen sich aufwärmen und essen können, damit sie erleben: Wir gehören dazu! Wir besuchen Gefangene, damit sie trotz geschlossener Türen wissen: Wir sind Kinder Gottes, unsere Würde ist unantastbar!
Jesus steht einladend an der offenen Tür. Wir gehen als Kirche zu ihm hinein und halten allen, die auch zu ihm wollen, die Tür offen in ein gesegnetes Neues Jahr 2022!
