Die Pauluskirche in Eppelheim
Schlichte Modernität auf traditionellem Grund


Der verbleibende Turmrest, der sich an der Schmalwand des Vorgängerbaus befunden hatte, bildet seither mit dem sich schräg (!) anschließenden neu errichteten Langhaus einen interessanten Grundriss. Der an Spätbarock und Klassizismus angelehnte Bau erfuhr 40 Jahre nach seiner Errichtung einige größerer Veränderungen. Bis 1952 öffnete sich beispielsweise ein trapezförmiger Altarraum in voller Breite; heute sind dagegen die Seitenwände des Kirchenschiff um einige Meter länger und münden in einen nahezu quadratischen, erhöhten Chor. Hier befinden sich die sandsteinernen Prinzipalstücke Altar, Kanzel und Taufstein.
Erneuert wurde im Zuge dieses Umbaus auch die Empore im Südteil der Kirche, eine Holz-Stahl-Konstruktion auf 2 Säulen, welche die Steinmeyer-Orgel aus dem Jahr 1954 trägt. Bei ihrer Konstruktion wurden die Pfeifen des rund fünfzig Jahre älteren Vorgängerinstruments übernommen, was zu einer ungewöhnlichen aber harmonischen Klang-Mischung geführt hat. Seit damals wurde die Eppelheimer Orgel in ihrem Zustand nicht mehr verändert und gilt heute unter Fachleuten als erhaltenswert.
Symbole göttlicher Macht
Bei einem Rundgang fallen vor allem das Hauptportal und die drei bunten Glasfenster ins Auge; beides geht auf Entwürfe des 1994 verstorbenen Künstlers Harry MacLean zurück. Die Bronzetür zeigt in kleinen Reliefs die fünf alten christlichen Symbole „Paulus mit dem Schwert“ (=Wort Gottes), die „Hand Gottes“ (=göttliche Macht und Schutz), „fünf Brote und zwei Fische“ (=göttliche Fürsorge und zugleich Verweis auf die menschliche Verantwortung des Teilens), die „Taube über dem Wasser“ (=der Heilige Geist) sowie einen „Weinstock“ (=Verbundenheit Christi mit den Gläubigen).
Die bunten Glasfenster entstanden 1952/53 in Heidelberg und gleichen auf interessante Art modernen Suchbildern: Sie zeigen den Erzengel Michael – über dessen Kopf der Künstler das Motiv der Hand Gottes vom Hauptportal noch einmal aufgegriffen hat –, Jesus als den „guten Hirten“ inmitten einer fünfköpfigen Schafherde sowie die an Pfingsten versammelten zwölf Apostel unter der Taube.
Als Besonderheit besitzt die Eppelheimer Pauluskirche eine moderne Christusikone, die hinter der Kanzel im Chorraum hängt. Sie ist ein Geschenk der polnisch-orthodoxen Partnergemeinde Eppelheims in Breslau. Die typische Darstellung zeigt Christus (Christus Pantokrator) mit segnender rechter Hand und dem Evangelienbuch in der Linken und betont Seine Gottgleichheit, Weltherrschaft und Lehrautorität.
de.wikipedia.org/wiki/Pauluskirche_(Eppelheim)