Die Evangelische Kirche in Gundelfingen

Neu aufgebaut im Jahr 1772

Ihre erste urkundliche Erwähnung findet die Evangelische Kirche in Gundelfingen im Jahre 1341. Aus diesem Jahr stammt auch der Kirchturm, der durch die Jahrhunderte hindurch bis heute seine ursprüngliche Gestalt kaum verändert hat und als einziges Bauzeugnis von der ursprünglichen Kirche erhalten geblieben ist.

Vermutlich werden die Gundelfinger auf ihre Kirche sehr stolz und auch gleichzeitig dankbar für sie gewesen sein, denn bis zu ihrem Bau mussten sie den Gottesdienst in dem kleinen Dorf Reutebach besuchen – und auf dem dortigen Friedhof auch ihre Toten begraben.

Im Jahr 1556 wurde in der Markgrafenschaft Baden-Durlach die Reformation eingeführt – und so wurde auch Gundelfingen evangelisch. Zwar gab es Bestrebungen, das Land wieder zu katholisieren, diese scheiterten allerdings. Im Zuge dieser Bestrebungen wurde die Kirche in Reutebach allerdings abgebaut. Nutznießer dieses Abbaus waren die Gundelfinger, denn ihre Kirche erhielt die Reutebacher Glocken.

Der 30jährige Krieg war auch für Gundelfingen verheerend. Fast die gesamte Bevölkerung wurde ausgerottet – und das Dorf zu großen Teilen zerstört. Davon blieb auch die Kirche nicht unbeschadet: 2 Glocken und die Turmuhr wurden mitgenommen. Am Ende des Krieges wanderten vor allem Protestanten aus der Schweiz nach Gundelfingen ein und fingen wieder an, die Felder zu bewirtschaften und die Häuser wieder aufzubauen – doch dann begannen die nächsten Kriege.

Der Markgraf Karl-Friedrich von Baden hob zunächst 1767 die Folter und 1783 die die Leibeigenschaft auf, was das Leben der Menschen erheblich verbesserte.

Wie nicht anders zu erwarten, war auch die Kirche in erhebliche Mitleidenschaft gezogen worden durch die diversen Kriege und den nicht vorhandenen Möglichkeiten der Bevölkerung, die Kirche in Stand zu halten. Doch im Jahre 1765 wurde die Kirche neu aufgebaut. Und zu der kleinen Glocke, die den Krieg überstanden hatte, sollten neue Glocken hinzukommen. Der Markgraf wurde um Hilfe gebeten und im Jahr 1772 wurden zwei neue Glocken in den ebenfalls neu gebauten Glockenstuhl gehängt. Auch eine Orgel, die es bisher nicht gab, sollte nun in der Kirche erklingen. Die Gemeinde selbst sammelte dafür - und aus der Gemeindekasse wurde auch noch ein Batzen Geld dazugestiftet, so dass 1788 Philipp Jacob Schaefer mit dem Bau der Orgel beginnen konnte. Das wiederum brachte den Bau einer Empore für die Orgel mit sich.

Im Jahre 1809 konnte die Kirchturmuhr wieder repariert werden und wurde so eingerichtet, dass sie zu jeder Stunde doppelt und zu jeder halben Stunde einmal schlug. Zu weiteren Reparaturen an der großen Glocke kam es 1811; 1812 wurden der Taufstein und der Altar neu bekleidet.

Ende Mai 1818 wurde die Orgel ihrer 17 größten Pfeifen beraubt, die jedoch nur wenige Tage später in der benachbarten Denzlinger Kirche wiedergefunden wurden, im Zuge des Wiedereinbaus erhielt die Orgel gleich auch noch einen Trompetenbass. Dach und Fenster der Kirche wurden 1829/30 erneuert und im Laufe der Jahre weitere Glocken eingebaut, u.a. Concordia und Gloria, die zum Frieden und Ehre Gottes läuten sollen.

Zum Gedenken an Luthers 400. Geburtstag wurde 1883 eine Luthereiche vor der Kirche gesetzt.

Im Jahre 1885 wurden weitere Um- und Neubaumaßnahmen beschlossen und durchgeführt: das Langhaus und der Chor der Kirche wurden erneuert, die Orgel erhielt ihren neuen Platz auf der Empore. Die Kirche erhielt auch einen neuen Altar. Ein Jahr später konnte die Einweihung gefeiert werden. 1893 erhielt die Kirche einen Eisenofen als Heizung, 1922 dann sogar elektrischen Anschluss.

1945 waren bei einem Bombenangriff die Fenster völlig zerstört worden. Ihre Reparatur konnte ab 1949 realisiert werden – auch durch den großen Einsatz der Gemeindeglieder, die zur Finanzierung an mehreren Tagen ein geistliches Laientheater aufführten.
 
Im Herbst 1959 konnte die Kirche von außen renoviert werden, die Innenrenovierung konnte erst in der Zeit zwischen1971 und 1973 durchgeführt werden. Im Zuge dessen wurde vieles in der Kirche erneuert: der Altar, die Kanzel, die Bänke, die Heizung – und nach einer Deckenreinigung kamen die alten Malerei wieder zur Geltung. 1974 folgte dann schließlich noch die Einweihung der restaurierten Orgel. Eine weitere Außenrenovierung gab der Kirche 1989 ihre ursprünglichen Farben zurück.
 
Ein Unterbau für ein Storchennest auf dem Turm lädt die Störche zum Nisten in Gundelfingen ein.
 
 
 
 
 

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