Die Evangelische Kirche in Boxberg-Epplingen
Ein Schmuckstück des bäuerlichen Barock
Die Evangelische Kirche wurde 1753 unter der Regie des Dainbacher lutherischen Pfarrers Franz Wilhelm Daniel Winter mit Baumaterial eines Abbruchhauses aus dem benachbarten Bobstadt errichtet. Das Innere ist ein schlichter Saalbau, der aber durch seine einfachen barocken Holzeinbauten und Bemalungen besticht.
Eine Besonderheit ist der hölzerne Schrankaltar mit der symbolischen Abbildung von Taufe (Johannes der Täufer), Abendmahl (Paulus mit dem Kelch) und dem Wort Gottes (Jesus Christus). Die seitlichen Gemeinde- und Kirchenratsbänke stammen ebenfalls noch aus früher Zeit.
Aus der Zeit vor 1753 wird in Epplingen über eine Kirche am Berg berichtet, die zuletzt sehr baufällig und zuletzt ohne Dach war. Die Kirche gehörte den Reformierten, die dort im Sommer einmal monatlich Gottesdienst hielten. Die Lutherischen in Epplingen feierten Gottesdienst an den übrigen Sonntagen. Bei Regen oder im Winterhalbjahr mussten die Gottesdienste allerdings im Haus des Schultheißen stattfinden.
1788 erbauten die Reformierten eine neue, einfache Kirche, die aber keine 35 Jahre später bereits wieder abrissbedürftig war. Nach der Kirchenunion von 1821 konnte die Gemeinde allerdings auf eine zweite Kirche verzichten.
Um das Jahr 1897 stiftete Jakob Ruck von Triest der Epplinger Kirche die erste Orgel und bunte Kirchenfenster. 1997 wurde die Orgel durch die Kirchengemeinde erneuert. Die letzte große Kirchenrenovierung fand in den Jahren 1992/93 statt.
(Robert Menold)

