Die Evangelische Kirche in Neulingen-Bauschlott
Repräsentative Kirche im nördlichen Enzkreis
Gebaut wurde die Kirche von 1837-1838. Ein erster Vorgängerbau, der sich an der Stelle befand, wird in einer Urkunde des Klosters Maulbronn bereits im Jahr 1244 erwähnt. Dort ist von einer „ecclesia buslat“ die Rede. Zur Grundsteinlegung für den Neubau reisten am 30. Mai 1837 der Großherzog Leopold von Baden und Oberbaurat Heinrich Hübsch an. Im Oktober des darauffolgenden Jahres wurde die Kirche feierlich geweiht.
Die dreischiffige Hallenkirche ist ein imposantes, neoklassizistisches Gebäude. Sie wurde in Süd-Nord-Richtung gebaut. Diese für Sakralbauten ungewöhnliche Richtung ist wahrscheinlich der Hanglage geschuldet. Der Bau fällt vor allem durch die große, repräsentative Freitreppe, die zum Eingang hinauf führt, auf. Heinrich Hübsch entwarf die Treppe durchgängig, ohne Absätze. Aber 1907 wurde sie umgebaut, Absätze wurden ergänzt. Der Architekt erbaute die Kirche im nach ihm benannten Rundbogenstil. Rundbögen finden sich außen am Eingang aber auch im Innenraum zwischen den Säulen und im Kanzelbereich wieder.
Empore, Orgel und Kanzel liegen sehr hoch und sorgen so für einen erhabenen und großzügigen Innenraum. Die Kanzel befindet sich über dem Altar in Höhe der Emporen. Sie wurde an die Wand angebaut. Seit der letzten Renovierung der Kirche im Jahr 2001 zieren die bekannten Worte Dietrich Bonhoeffers wieder die Kanzelwand:
Von guten Mächten wunderbar geborgen
Erwarten wir getrost, was kommen mag
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Die Farbgebung, die der Innenraum bei der Renovierung erhielt, entspricht vermutlich den von Heinrich Hübsch gewählten Originalfarben.
Die Orgel
Die Orgel auf der Empore ist ein Werk der Durlacher Orgelbaufirma Voit & Söhne. Sie wurde 1882 aufgestellt und folgte einem Instrument derselben Firma, das aus der alten Kirche 1838 in den Neubau übernommen wurde. Schuljungen sorgten durch das Treten des Blasebalges für ausreichend Luft, bis die Orgel 1932 ein elektrisch betriebenes Gebläse erhielt.
Die Glocken
Die drei Glocken wurden 1838 aus der alten Kirche übernommen. Im Ersten Weltkrieg mussten sie für die Rüstungsindustrie abgegeben werden, konnten Anfang der 1920er Jahre aber der Kirche zurückgegeben werden. Ein ähnliches Schicksal durchlebten die Kirchenglocken im Zweiten Weltkrieg: Der Staat forderte zwei Glocken für die Rüstung. Erst im Jahr 1950 konnte das Geläut wieder vollständig erklingen.
(Christine Jacob)
www.ev-kirche-bauschlott.de
de.wikipedia.org/wiki/Evangelische_Kirche_(Bauschlott)


