Tastend, mutig, preisgekrönt – Kirche auf Franklin

Kirche in einem neuen Stadtteil – das bedeutet vor allem, Formen entdecken, wie Glaube hier gemeinsam gelebt werden kann. Was suchen und brauchen Menschen, die sich im Stadtteil neu einleben? Was passt zu ihnen? Das bedeutet auch, neu denken und viel ausprobieren. „Kirche auf Franklin“ geht diesen Weg und hat dafür den Paul-Lechler-Preis in der Kategorie „Religiöse Kommunikation“ bekommen.
Seit vier Jahren wohne ich in Mannheims neuem Stadtteil „Franklin“. Auf den ehemaligen Kasernenflächen prägten lange Kräne, Bagger und LKW das Bild. Inzwischen leben schon rund 7.000 Menschen hier. Dass immer noch gebaut wird, die Infrastruktur erst nach und nach entsteht, stört mich nicht. Ich finde das sogar spannend. Bei jedem Spaziergang entdecke ich etwas Neues.
Mit der „Kirche auf Franklin“ geht es mir ähnlich: es gibt sie, aber anders als ich es aus traditionellen Gemeindestrukturen kenne. Und das in dreierlei Hinsicht:
Mit der „Kirche auf Franklin“ geht es mir ähnlich: es gibt sie, aber anders als ich es aus traditionellen Gemeindestrukturen kenne. Und das in dreierlei Hinsicht:
Kirche auf Franklin
Kirche macht hier nicht alles für alle. Neuer Wohnraum, Waldnähe, Grünanlagen und Spielangebote ziehen viele Familien an - und das in der ganzen Vielfalt von „Familie“. Angebote werden deshalb vor allem so entwickelt, dass Familien sie gemeinsam besuchen können. Wichtig ist den Verantwortlichen die einladende Atmosphäre und die Orientierung an Themen und Fragen, die Familie helfen, ihren Glauben im Alltag zu leben.
Jüngstes Projekt ist der Lauf- und Schiebetreff. Vierzehntägig treffen sich Eltern mit ihren Kindern (0-3 Jahre) und gehen rund zwei Stunden miteinander spazieren. Ausreichend Zeit, um sich kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.
Räumlich steht der „Kirche auf Franklin“ nur ein Bauwagen und ein kleiner Raum in der ehemaligen Grundschule zur Verfügung. Manchmal bedaure ich das. Besonders weil es ein Kirchengebäude gibt, das aber aufwändig modernisiert und renoviert werden müsste. Dafür steht momentan kein Geld zur Verfügung. Zugleich sehe und erlebe ich, dass kirchliche Angebote, die an verschiedenen Stellen im Stadtteil stattfinden, Menschen ohne feste kirchliche Bindung den Zugang erleichtern.
Besonders macht „Kirche auf Franklin“ auch, dass hier Evangelische und Katholische Kirche Mannheim sowie der CVJM Mannheim sehr selbstverständlich miteinander kooperieren. Das wird äußerst positiv wahrgenommen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: wer hierherzieht, braucht Begegnungsmöglichkeiten. Wer eine neue (kirchliche) Heimat sucht, fragt nicht zuerst nach der Konfession. Gemeinschaft ist die Brücke.
Für die bisherigen kreativen Versuche, Gemeinschaft zu ermöglichen und Glaube auf alltagsnahe Weise zu vermitteln und zu leben, wurde der „Kirche auf Franklin“ kürzlich der „Paul-Lechler-Preis“ verliehen.
Jüngstes Projekt ist der Lauf- und Schiebetreff. Vierzehntägig treffen sich Eltern mit ihren Kindern (0-3 Jahre) und gehen rund zwei Stunden miteinander spazieren. Ausreichend Zeit, um sich kennenzulernen, ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen.
Besonders macht „Kirche auf Franklin“ auch, dass hier Evangelische und Katholische Kirche Mannheim sowie der CVJM Mannheim sehr selbstverständlich miteinander kooperieren. Das wird äußerst positiv wahrgenommen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: wer hierherzieht, braucht Begegnungsmöglichkeiten. Wer eine neue (kirchliche) Heimat sucht, fragt nicht zuerst nach der Konfession. Gemeinschaft ist die Brücke.
Für die bisherigen kreativen Versuche, Gemeinschaft zu ermöglichen und Glaube auf alltagsnahe Weise zu vermitteln und zu leben, wurde der „Kirche auf Franklin“ kürzlich der „Paul-Lechler-Preis“ verliehen.
Preiswürdig
Die Lechler Stiftung fördert kirchliche und soziale Projekte, die die Lebensqualität von Menschen verbessern und nachhaltig wirken. Schon seit 1928 setzt die Lechler Stiftung das soziale Engagement des Unternehmers Paul Lechler (1849-1925) fort.
Zum 100. Todestag von Paul Lechler hat die Stiftung 2025 Preise in den vier Kategorien Quartier für GemEinsamkeit, Singen, start up und Religiöse Kommunikation ausgeschrieben. Zur Religiösen Kommunikation heißt es in der Ausschreibung: „In dieser Kategorie wollen wir Projekte und Ideen prämieren, die sich in unserer Zeit mit modernen, ungewöhnlichen, überraschenden Methoden oder Formen an Menschen unserer Zeit wenden, um sie für das Evangelium zu interessieren und zum Glauben einladen.“
Für Rebecca Kehrberger, die vom CVJM Mannheim für „Kirche auf Franklin“ arbeitet, war schnell klar: „Da bewerben wir uns. Schließlich orientieren wir uns an den Menschen, die nach Franklin ziehen und um ihre Fragen, wie: Welche Werte wollen wir leben? Wie kann christliche Tradition in unserer Familie vorkommen? Welche Bedeutung haben Rituale? Und wir sehen, wie gelebte Beziehungen im Stadtteil Türen öffnen und Glauben erfahrbar machen.“ Die Jury hat diese Arbeit überzeugt.
Zum 100. Todestag von Paul Lechler hat die Stiftung 2025 Preise in den vier Kategorien Quartier für GemEinsamkeit, Singen, start up und Religiöse Kommunikation ausgeschrieben. Zur Religiösen Kommunikation heißt es in der Ausschreibung: „In dieser Kategorie wollen wir Projekte und Ideen prämieren, die sich in unserer Zeit mit modernen, ungewöhnlichen, überraschenden Methoden oder Formen an Menschen unserer Zeit wenden, um sie für das Evangelium zu interessieren und zum Glauben einladen.“
Für Rebecca Kehrberger, die vom CVJM Mannheim für „Kirche auf Franklin“ arbeitet, war schnell klar: „Da bewerben wir uns. Schließlich orientieren wir uns an den Menschen, die nach Franklin ziehen und um ihre Fragen, wie: Welche Werte wollen wir leben? Wie kann christliche Tradition in unserer Familie vorkommen? Welche Bedeutung haben Rituale? Und wir sehen, wie gelebte Beziehungen im Stadtteil Türen öffnen und Glauben erfahrbar machen.“ Die Jury hat diese Arbeit überzeugt.
Motivationsschub Preisverleihung
Zur Preisverleihung in Stuttgart war ich eingeladen. Ehrlich gesagt hatte ich keine besonders mitreißende Veranstaltung erwartet. Das war ein Irrtum. Von diesem Abend ging viel aus.
Da waren zum Beispiel die Preisträger*innen in der Kategorie Singen. Sie haben jeweils auf ihre Art und Weise den Saal zum Mitsingen und Tanzen gebracht. Es war für alle zu spüren, wie Musik bzw. Gesang verbindet, wie man sich und seine Gefühle ausdrücken kann und es keine Rolle spielt, was ich sonst im Alltag tue.
Aber auch die Preisträger*innen in der Kategorie start up haben mich berührt: junge Menschen, die mir ihren jungen Ideen und Erfindungen den Alltag von älteren und einsamen Menschen erleichtern.
Was man zusammen erreichen kann, zeigten alle Projekte, die sich in bestehenden Quartieren für mehr Gemeinsamkeit einsetzen.
Für mich war es wunderbar zu sehen, dass sich an vielen Stellen Menschen für andere engagieren. Mit welcher Überzeugung und welchem Einsatz sie etwas von sich investieren, hat mich begeistert - und dazu motiviert, mein ehrenamtliches Engagement für „Kirche auf Franklin“ auszubauen.
Da waren zum Beispiel die Preisträger*innen in der Kategorie Singen. Sie haben jeweils auf ihre Art und Weise den Saal zum Mitsingen und Tanzen gebracht. Es war für alle zu spüren, wie Musik bzw. Gesang verbindet, wie man sich und seine Gefühle ausdrücken kann und es keine Rolle spielt, was ich sonst im Alltag tue.
Aber auch die Preisträger*innen in der Kategorie start up haben mich berührt: junge Menschen, die mir ihren jungen Ideen und Erfindungen den Alltag von älteren und einsamen Menschen erleichtern.
Was man zusammen erreichen kann, zeigten alle Projekte, die sich in bestehenden Quartieren für mehr Gemeinsamkeit einsetzen.
Für mich war es wunderbar zu sehen, dass sich an vielen Stellen Menschen für andere engagieren. Mit welcher Überzeugung und welchem Einsatz sie etwas von sich investieren, hat mich begeistert - und dazu motiviert, mein ehrenamtliches Engagement für „Kirche auf Franklin“ auszubauen.
Rebecca Kehrberger hat an diesem Abend freudestrahlend einen Scheck in Höhe von 12.500 Euro entgegengenommen. Damit können wir mit der "Kirche auf Franklin" weiter daran arbeiten, Menschen einzuladen und Glauben erfahrbar zu machen. (04.06.2025)
