Liebe Youvent – Gemeinde,
ist da jemand? Das Lied von Adel Tawil erzählt eine Geschichte vom Suchen.
Im Video sucht einer eine. Im Hintergrund sieht man sie: weißes Kleid, ein freundlich lächelndes, zugewandtes Gesicht. Eine, die trotz allem an ihn glaubt, eine, die zu ihm hält. Auch wenn große Steine im Weg liegen. Auch wenn er einsam ist. Sie versteht ihn – auch ohne Worte, wie ein Engel – da weichen die Schatten von seiner Seele, da bekommt er neuen Mut, das Leben wird leichter, er richtet sich auf. Da ist jemand! Er hat sie gefunden!
Ist da jemand? Welche Situationen fallen euch ein, wo ihr euch wünscht, dass einer oder eine da ist? „Wenn ich in der Schule mal wieder vorgeführt bekomme, wie blöd ich bin.“ „Wenn wieder so ein Terrorakt passiert wie gerade in Las Vegas oder damals in Berlin.“ „Wenn meine Eltern sich schrecklich zanken.“ „Wenn die anderen über meine Klamotten lästern.“
Ist da jemand? Ich lade euch ein, ein paar Minuten miteinander zu überlegen: Wann sucht ihr einen Menschen, der euer Herz versteht und mit euch bis ans Ende geht? Welche Situationen fallen euch ein?
„Suche“ Andacht beim Youvent „Du schreibst Geschichte!
am Samstag, dem 9. Oktober 2017, im Stadtpark in Bretten
I
„Wenn man nicht mehr danach sucht, kommt so vieles von allein“, singt Adel Tawil. Ich glaube das nicht. Das Suchen ist wichtig. Sonst bleibt jeder leicht für sich und wir versacken in der Gleichgültigkeit. Nur wer sucht, merkt auch, dass andere auch fragen: Ist da jemand? Bist du für mich da? Es ist wichtig, Ausschau zu halten nach den anderen, wie es ihnen geht; nach Hilfe zu suchen und nach Gemeinschaft. Da sind wir gefragt!
In der Bibel, im Markusevangelium im 7. Kapitel, findet sich eine Geschichte über eine Frau, die mit aller Kraft sucht: Ist da jemand? Ich brauche Hilfe! Sie sucht mit aller Kraft, vielleicht weil sie nicht nur für sich selbst sucht: Meine Tochter ist schwer krank.
In der Bibel, im Markusevangelium im 7. Kapitel, findet sich eine Geschichte über eine Frau, die mit aller Kraft sucht: Ist da jemand? Ich brauche Hilfe! Sie sucht mit aller Kraft, vielleicht weil sie nicht nur für sich selbst sucht: Meine Tochter ist schwer krank.
Die Frau spricht Jesus an. Er soll ihre Tochter gesund machen. Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt.
Die Frau singt nicht so weich und gefühlvoll, wie Adel Tawil. Sie schreit. Sie ist verzweifelt, weil ihr Herz bricht. Wahrscheinlich wäre es ihrer Tochter peinlich, wenn sie dabei wäre. Lass doch, mir hilft sowieso niemand mehr. Dräng‘ dich doch nicht dauernd nach vorne; nerv‘ die Leute nicht so!
II
Kennt ihr das? Die, die ganz dringend jemanden suchen, der sie versteht und an sie glaubt, die wirken auf uns oft ganz angespannt. Wer dauernd fragt: „Ist da jemand?“, ist oft kein einfacher Mensch. Eher komisch und fremd. Kennt Ihr das? Dann heißt es schnell: „Die passt nicht zu uns!“ „Der ist echt nervig!“ „Ist doch klar, dass niemand den mag.“
III
Vielleicht war Jesus auch schon von dem Geschrei genervt, jedenfalls reagiert er gar nicht freundlich, sondern ganz abweisend: „Lass erst einmal die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, dass man den Kindern das Brot wegnimmt und wirft es vor die Hunde!“
Was meint er damit? Die Frau ist eine Ausländerin. Sie kommt irgendwo aus dem Gebiet zwischen Syrien und dem Libanon. Sie sucht Hilfe für ihr Kind. Aber Jesus rechnet nur die eigenen Freundinnen und Freunde zu den Kindern, und ihr krankes Kind zu den Hunden. Wie kann Jesus so reden: „Für dich bin ich nicht zuständig. Du gehörst nicht zu uns. Ich schaffe es kaum, für die da zu sein, die zu mir gehören.“?
Ein unfreundlicher Jesus. Einer, der in engen Grenzen denkt. Der sich hier so zeigt, wie es uns oft nahe liegt. Wir hier und die da. Entweder – Oder! Aus lauter Angst, dass es nicht genug geben wird, sagen wir lieber schnell und laut: Nein! „Nein, das geht mich nichts an.“ „Nein, ich bin für die da, die zu mir gehören.“ Nein, wir können uns nicht um alle kümmern, die bei uns Hilfe suchen.“
Was meint er damit? Die Frau ist eine Ausländerin. Sie kommt irgendwo aus dem Gebiet zwischen Syrien und dem Libanon. Sie sucht Hilfe für ihr Kind. Aber Jesus rechnet nur die eigenen Freundinnen und Freunde zu den Kindern, und ihr krankes Kind zu den Hunden. Wie kann Jesus so reden: „Für dich bin ich nicht zuständig. Du gehörst nicht zu uns. Ich schaffe es kaum, für die da zu sein, die zu mir gehören.“?
Ein unfreundlicher Jesus. Einer, der in engen Grenzen denkt. Der sich hier so zeigt, wie es uns oft nahe liegt. Wir hier und die da. Entweder – Oder! Aus lauter Angst, dass es nicht genug geben wird, sagen wir lieber schnell und laut: Nein! „Nein, das geht mich nichts an.“ „Nein, ich bin für die da, die zu mir gehören.“ Nein, wir können uns nicht um alle kümmern, die bei uns Hilfe suchen.“
IV
Aber die Frau lässt nicht locker in ihrer Suche. Ist da jemand? „Ja, da ist doch jemand! Du bist der Jemand, Jesus. Ich brauche dich!“
Sie benutzt das gleiche Bild wie Jesus. Sie streitet, sie argumentiert mit ihm, wie mit einem Bruder, der es einfach nicht rafft: „Ja, die Kinder kommen zuerst, dann erst die Hunde. Von mir aus. Aber auch die Hunde essen unter dem Tisch von den Brosamen, den Brocken, die die Kinder fallen lassen.
Oft machen die Kinder das sogar mit Absicht. „Also halte dich doch an dein eigenes Wort, Jesus: Werdet wie die Kinder. Lass die Brocken fallen. Sei da für mich und meine Tochter. Auch die Hunde sind Geschöpfe Gottes, deines Vaters, Jesus! Um wieviel mehr meine Tochter?!“
Sie benutzt das gleiche Bild wie Jesus. Sie streitet, sie argumentiert mit ihm, wie mit einem Bruder, der es einfach nicht rafft: „Ja, die Kinder kommen zuerst, dann erst die Hunde. Von mir aus. Aber auch die Hunde essen unter dem Tisch von den Brosamen, den Brocken, die die Kinder fallen lassen.
Oft machen die Kinder das sogar mit Absicht. „Also halte dich doch an dein eigenes Wort, Jesus: Werdet wie die Kinder. Lass die Brocken fallen. Sei da für mich und meine Tochter. Auch die Hunde sind Geschöpfe Gottes, deines Vaters, Jesus! Um wieviel mehr meine Tochter?!“
V
Da reißt der Himmel auf. Und die vielen: Nein, Nein, Nein! verschwinden hinter dem großen Ja, das Gott zu uns sagt: „Ja, da ist jemand, aber nicht irgendjemand! Sondern mein Name ist: Ja, ich bin für euch da! Ja, ich gehe mit euch, bis ans Ende eures Lebens und der Welt – und darüber hinaus.“
So geht der Himmel auf, wie am Ende in Adel Tawil Lied. Wir gehören zusammen. Wir stehen füreinander ein. Wir suchen einander, weil Gott uns schon gefunden hat: dich und mich und auch die, die weiter weg sind, auch die Hunde, selbst die Feinde.
So geht der Himmel auf, wie am Ende in Adel Tawil Lied. Wir gehören zusammen. Wir stehen füreinander ein. Wir suchen einander, weil Gott uns schon gefunden hat: dich und mich und auch die, die weiter weg sind, auch die Hunde, selbst die Feinde.
VI
Jesus staunt über den Glauben der Frau. Sie hat ihn durch ihr Drängen: Ist da jemand für meine Tochter und mich? Sie hat mit ihrer Fürbitte für ihre Tochter das Gottvertrauen in ihm gestärkt: Frau, dein Glaube ist groß.
Nun ist Jesus für sie da. Er geht mit ihr. Er versteht, was ihr Herz sucht. Er nimmt den Schatten von ihrer Seele: „Der Dämon ist aus deiner Tochter gefahren! Sie ist gesund.“
Nun ist Jesus für sie da. Er geht mit ihr. Er versteht, was ihr Herz sucht. Er nimmt den Schatten von ihrer Seele: „Der Dämon ist aus deiner Tochter gefahren! Sie ist gesund.“
VII
Ist da jemand? Ja, wer sucht, wird Jesus finden. Und mit Jesus eine Liebe, die größer ist als die Grenzen, die wir aufrichten. Ich gehöre zu Gott, und du, und auch die, die in der Klasse immer nur Unruhe stiftet.
Gott nimmt ihr und dir und mir den Schatten von der Seele und richtet uns gemeinsam auf, damit wir für einander und für andere da sein können.
Gott nimmt ihr und dir und mir den Schatten von der Seele und richtet uns gemeinsam auf, damit wir für einander und für andere da sein können.