„Falsches Signal an alle, die sich integrieren wollen“

Diakonie bedauert Aus für die sog. „Turboeinbürgerung“ – die schnelle Einbürgerung nach schon 3 Jahren bei sehr guten Integrationsleistungen

 
 
Die Diakonie bedauert Aus für die sog. Turboeinbürgerung, die schnelle Einbürgerung nach schon 3 Jahren bei sehr guten Integrationsleistungen. - Der Bundestag entscheidet am 08.10.2025 über die Abschaffung der sogenannten Turboeinbürgerung. Diese Regelung erlaubte besonders gut integrierten Migrantinnen und Migranten eine schnellere Einbürgerung nach drei Jahren Aufenthalt. Künftig soll wieder eine generelle Mindestaufenthaltsdauer von fünf Jahren gelten. Die Diakonie bedauert das Aus der sog. „Turboeinbürgerung“. „Das ist eine vertane Chance. Statt Integration zu belohnen, bremst die Politik sie aus – und sagt faktisch: Engagement zahlt sich nicht aus. Es ist das falsche Signal an alle, die sich engagieren, Deutsch lernen und Verantwortung übernehmen“, sagte Elke Ronneberger, Bundesvorständin Sozialpolitik der Diakonie Deutschland. Ronneberger warnte zugleich vor negativen Folgen für den Arbeitsmarkt: „Deutschland braucht Fachkräfte – aber wer sieht, dass Integration hier eher gebremst als belohnt wird, sucht sich ein anderes Land.“ Der Bundestag entscheidet heute über die Abschaffung der sogenannten Turboeinbürgerung. Diese Regelung erlaubte besonders gut integrierten Migrantinnen und Migranten eine schnellere Einbürgerung nach drei Jahren Aufenthalt. Künftig soll wieder eine generelle Mindestaufenthaltsdauer von fünf Jahren gelten.
 
 
Für Einbürgerungswillige, die bereits einen Antrag gestellt haben, fordert die Diakonie eine Übergangsregelung. „Es darf nicht sein, dass Menschen, die alles für die Turboeinbürgerung erfüllt haben, am Ende an der Bürokratie scheitern“, sagte Ronneberger. Sie plädierte für einen neuen Paragrafen im Staatsangehörigkeitsgesetz, um laufende Verfahren noch nach alter Regelung zu berücksichtigen.
 
 
Das eigentlich große Problem im Einbürgerungsverfahren sind die langen Verfahrensdauern in den Einbürgerungsverfahren in Baden-Württemberg , betont Jürgen Blechinger, Migrationsexperte der Evangelischen Landeskirche und Diakonie in Baden. In Baden-Württemberg müssen in vielen Stadt- und Landkreisen gut integrierte Einbürgerungsbewerber teilweise über 2-3 Jahre warten, bis ihr Einbürgerungsverfahren bearbeitet ist. Die Verfahren müssten durch Digitalisierung und Personalaufstockung dringend deutlich beschleunigt werden. Wenn Menschen, die teilweise seit Jahrzehnten dauerhaft in Deutschland leben und immer nlch nicht gleichberechtige Staatsbürger*innen mit vollen politischen Mitwirkungsmöglichkeiten sind, dann ist das ein Problem für jede funktionierende Demokratie. 
 
 

Reisepass biometrisch BRD