Wort der vier Bischöfe in Baden-Württemberg zum Kriegsbeginn in der Ukraine

- 24.02.2022 - 

Karlsruhe/Freiburg/Stuttgart/Rottenburg, (24.02.2022). Mit Entsetzen erleben wir die russischen Angriffe auf die Ukraine. Sie sind ein eklatanter Verstoß gegen das Völkerrecht und gefährden das Leben vieler Menschen. Krieg und Waffengewalt sind keine Lösung für Probleme, sondern werden das Leid und das Unrecht nur vergrößern. Wir rufen die russische Regierung auf, den Angriff zu stoppen und an den Verhandlungstisch umzukehren.

Mit unseren Gedanken und Gebeten sind wir bei den Menschen in der Ukraine, die an Leib und Leben bedroht sind. Der Krieg trifft eine ohnehin schon notleidende und schwer traumatisierte Bevölkerung. Schon jetzt waren 3 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Nun wird die Zahl noch einmal steigen; viele werden ihre Sicherheit und ihr Zuhause verlieren.
 
Wir fühlen uns den Kirchen in der Region im Geist der Liebe Christi verbunden und bitten sie, jeweils in ihren Ländern alles dafür zu tun, um zu einer schnellen Waffenruhe und zu einer Verständigung zu kommen. Der Friede beginnt in den Köpfen und Herzen der Menschen. Jeder und jede von uns ist von Jesus Christus gerufen, Frieden zu stiften. 
 
Wir rufen unsere Gemeinden auf, nicht nachzulassen im Gebet für den Frieden. Viele Menschen aus der Region leben in unserem Land. Wir bitten Sie: Gehen Sie auf die Menschen zu und suchen Sie das Gespräch. Laden Sie ein zum gemeinsamen Gebet für den Frieden. 
 
Wir unterstützen die Arbeit der kirchlichen Hilfswerke in der Region, die das Ihre tun, um insbesondere den Menschen, die fliehen müssen, beizustehen. 
 
Trotz aller Eskalation vertrauen wir darauf, dass der Friede Gottes stärker ist als alles Machtstreben und alle Gewalt der Menschen. Deshalb rufen wir zu Gott: „Verleih uns Frieden gnädiglich!“

Ihre vier Bischöfe in Baden-Württemberg
 
Erzbischof Stephan Burger, Erzdiözese Freiburg
Bischof Dr. Gebhard Fürst, Diözese Rottenburg – Stuttgart
Landesbischof Dr. h. c. Frank Otfried July, Evangelische Landeskirche Württemberg
 
  

Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh

Landesbischof im Ruhestand

Jochen Cornelius-Bundschuh wurde am 19.07.2013 zum Nachfolger von Landesbischof Fischer gewählt. Sein Amt trat er am 1. Juni 2014 an. Von Oktober 2009 bis Mai 2014 war er Leiter der Abteilung Theologische Ausbildung und Prüfungsamt.

Davor war er im Predigerseminar Hofgeismar verantwortlich für die Theologische Aus- und Fortbildung der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.

Seit dem 31.03.2022 ist Jochen Cornelius-Bundschuh im Ruhestand. 

Zur Person:
geb. 30. Juli 1957, verheiratet, drei Kinder

Studium in Göttingen, Tübingen und Edinburgh, Teilnahme am Halbjahresseminar der Gossner Mission für den kirchlichen Dienst in der Industriegesellschaft in Mainz, 1988 Promotion zu "Liturgik zwischen Tradition und Erneuerung. Probleme protestantischen Liturgiewissenschaft in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dargestellt am Werk von Paul Graff", Hochschulassistent im Fach Praktische Theologie an der Georg-August-Universität Göttingen, 1995-2001 Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Fuldabrück, 2000 Habilitation mit der Schrift „Kirche des Wortes - Homiletisch interessierte Beiträge zu Predigt und Gemeinde“, Privatdozent in Göttingen, 2001-2009 Direktor des Predigerseminars in Hofgeismar, 2008-2009 apl. Professor an der Theologischen Fakultät in Göttingen, seit 2010 in Heidelberg, seit 1.10.2009 Leiter der Abteilung Theologische Ausbildung und Prüfungsamt im Evangelischen Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Baden. Seit dem 1. Juni 2014 Landesbischof der Evangelischen Landeskirche in Baden.

Mitglied der Jury des Gottesdienstpreises der Stiftung zur Förderung des Gottesdienstes, der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Theologie, der Gesellschaft für Evangelische Theologie, Vorsitzender des Beirats der ‚Adam-von-Trott‘ Stiftung Imshausen