Konfirmationen „nach Corona“

- 17.05.2022 - 

Dieses Jahr kann weitgehend ohne Einschränkung gefeiert werden

Karlsruhe, (17.05.2022). Nachdem 2021 einige Konfirmationen nachgeholt wurden, die im Vorjahr teilweise nicht stattfanden, können dieses Jahr erstmals seit zwei Jahren Konfirmationen wieder (fast) normal gefeiert werden. Dennoch machen sich die Erfahrungen der vergangenen beiden Jahre bemerkbar.

Konfirmationskerzen
8.239 Jugendliche wurden im Jahr 2019 konfirmiert, 6126 waren es 2020, 8723 feierten im vergangenen Jahr Konfirmation, für 2022 gibt es noch keine Zahlen. „Viele Pfarrer*innen und Gemeindediakon*innen sind froh, dass die Konfirmationen an den geplanten, oft traditionellen Terminen zwischen Ostern und Pfingsten stattfinden können, weil das ein Stück Vertrautheit und Normalität zurückgibt“, stellt Ekkehard Stier fest, landeskirchlicher Beauftragter für die Konfirmandenarbeit. „Meist können die Konfirmationen ohne große Einschränkungen stattfinden, beispielsweise in Wenkheim (Main-Tauber-Kreis; Kirchenbezirk Wertheim), wo die Konfis an zwei aufeinanderfolgenden Sonntagen mit ihren Familien versammelt sein können. Einmal gestalten die Jugendlichen selbst den Gottesdienst für die Gemeinde; in der Folgewoche wird ihnen bei der Konfirmation der Segen Gottes zugesprochen.“
 
Doch längst nicht mehr alle Konfirmationen werden in der traditionellen Zeit zwischen Ostern und Pfingsten gefeiert. In den Epidemie-Jahren wurden viele Konfirmationen in die Sommermonate verschoben, um sie im Freien feiern zu können. Die Vorteile haben vielerorts so überzeugt, dass in einigen Gemeinden überlegt wird, die Konfirmationen dauerhaft in den Sommer zu verlegen. „Ich habe viele positive Rückmeldungen gerade auch von Eltern erhalten. Sie freuen sich, dass sie im Garten feiern können und dass im Sommer weniger andere Termine anstehen“, stellt Pfarrer Andreas Ströble, Kirchenbezirksbeauftragter für die Konfi-Arbeit in Emmendingen fest. Er selbst bevorzugt den späteren Termin ebenfalls, so könne man zum Abschluss der Konfirmationszeit noch einmal miteinander zelten oder eine schöne Abschlussfahrt planen und die Konfi-Arbeit sei dann mehr im Einklang mit dem Schuljahr. 
 
 Ebenfalls gute neue Konfirmations-Erfahrungen haben die evangelischen Kirchengemeinden in Pforzheim im vergangenen Jahr dank Corona gesammelt. „Wir haben eine besondere Antwort auf die Coronazeit gesucht. Durch Einschränkungen sind wir in der Konfi-Arbeit hier nicht so vorangekommen wie gewünscht“, erinnert sich Pfarrerin Esther Philipps. So habe man schließlich die Konfi-Zeit in eine knapp zweiwöchige Freizeit an der Nordsee gebündelt, danach fanden die Konfirmationen in den Gemeinden statt. Über 100 Konfis und viele jugendliche Mitarbeitende haben gemeinsam mit einem Team aus Pfarrer*innen und Diakon*innen an der Freizeit teilgenommen, die Rückmeldungen waren sehr positiv. „Die Jugendlichen waren begeistert und haben die lebendige Gemeinschaft ganz besonders in der Coronazeit sehr genossen. Viele Pforzheimer Kirchengemeinden haben die Freizeit gemeinsam vorbereitet. So sind auch neue Verbindungen zwischen den Gemeinden entstanden“, stellt Esther Philipps fest. Sie hat in den Jahren vor Corona bereits erlebt, wie die Konfi-Arbeit von der Fusion von fünf Gemeinden profitiert hat. „Wir wollen eine attraktive Konfi-Arbeit machen. Durch die Fusion haben wir eine schöne Gruppenstärke zum Arbeiten, zwei Mitglieder der Dienstgruppe übernehmen die Konfi-Arbeit als Arbeitsschwerpunkt, alle fusionierten Kirchengemeinden mit ihren jeweils besonderen Gebäuden, Menschen und Arbeitsschwerpunkten werden aber für die Konfis erlebbar.“
 
Übergemeindliche Zusammenarbeit sei zukunftsfähig in der Konfi-Arbeit, stellt auch Ekkehard Stier fest, gerade wenn sich der Trend fortsetze, dass die Zahl der Konfirmandinnen und Konfirmanden weiter zurückgehe. Vielerorts passiere diese Zusammenarbeit bereits und „in sehr vielen badischen Kirchengemeinden werden derzeit neue Modelle für eine attraktive Konfi-Zeit entwickelt.“
 
  

Alexandra Weber

Stellvertretende Pressesprecherin