„Beim Namen nennen“ - Aktionen zum Weltflüchtlingstag
- 15.06.2023 -
Karlsruhe, (15.06.2023). Am Weltflüchtlingstag, Dienstag, 20. Juni, werden innerhalb der badischen Landeskirche einige Aktionen auf die Situation von Flüchtlingen in Europa aufmerksam machen.
So erinnert eine Aktion vor der Friedenskirche in Kehl an die 51.000 Menschen, die seit 1993 auf der Flucht ihr Leben verloren haben. Die Aktion „Beim Namen nennen“ hat ihren Ausgangspunkt in der Schweiz, wurde inzwischen aber auch in mehreren deutschen Städten übernommen, darunter auch letztes Jahr bereits in Kehl. Bereits im Vorfeld wurden für die Aktion in Kehl die Namen der Verstorbenen – soweit bekannt - und deren Todesumstände von zahlreichen Gemeindemitgliedern, Schulklassen und anderen Engagierten auf Stoff-Streifen geschrieben. Am 20. Juni ab 16 Uhr werden diese dann öffentlich vor der Friedenskirche vorgelesen und an der Außenfassade der Kirche befestigt.
„Dazwischen gibt es immer wieder Musikunterbrechungen, weil es sonst nur schwer zu ertragen wäre“, erläutert Gabriella Balassa, Kirchenbezirksbeauftragte für Flucht und Migration, welche die Veranstaltung in Kehl mitorganisiert. „Es beteiligen sich verschiedene Musikgruppen und Künstler, darunter unter anderem auch geflüchtete Künstler aus der Ukraine, Frauen aus Kamerun oder ein kurdisches Ehepaar.“
Die Stoff-Streifen mit dem Namen und den Todesumständen bleiben zwei Wochen an der Kirche hängen, danach sammeln die Organisatoren die Streifen ein, um sie im nächsten Jahr erneut zu nutzen. „Ich möchte darauf aufmerksam machen, was an den europäischen Grenzen passiert und auf unsere europäische Asylpolitik“, erklärt Gabriella Balassa. „Von der Willkommenskultur ist bei uns wenig übrig, man spricht immer mehr von Überforderung und Grenzschutz, dabei geht es um Menschenleben und um europäische, humanitäre und christliche Werte. Wir müssen Menschen, die Schutz brauchen, Schutz gewähren.“
Auch an anderen Orten innerhalb der badischen Landeskirche sind am Weltflüchtlingstag Aktionen mit Beteiligung von Kirchengemeinden oder von Diakonischen Werken geplant.
So bietet das Diakonische Werk im Rhein-Neckar-Kreis am 20. Juni, 19 Uhr, eine Online-Lesung unter dem Titel „Die Würde des Menschen ist abschiebbar. Einblicke in Geschichte, Bedingungen und Realitäten deutscher Abschiebehaft“ an. Zur Lesung mit anschließendem Gespräch mit Autor Sebastian Nitschke können Interessierte sich anmelden unter hannah.tchagaou@dw-rn.de.
Mit dem Titel „Jeder Mensch hat einen Namen“ findet am 20. Juni um 12 Uhr eine Andacht in der Stiftskirche Mosbach zum Gedenken an die Toten an den Außengrenzen Europas statt.
In Kooperation mit der Stadt Rastatt und dem afghanischen Kulturverein Landkreis Rastatt wird ein besonderes Augenmerk auf die Situation der Frauen in Afghanistan gerichtet. Im Rossi-Haus in Rastatt wird am 20. Juni um 17 Uhr eine Kunstaustellung des Vereins „Hope in Darkness“ mit selbstgemalten Bildern von Frauen in Afghanistan gezeigt und über deren Situation berichtet.
Am Mittwoch, 21. Juni, 17.30 Uhr, findet in Ettlingen (K 26. Der Begegnungsladen) der Vortrag „EU-Außengrenzen & EU-Grenzsschutz – Die tödliche Abschottung Europas“ statt. Referent Dr. Kerem Schamberger von medico international hat eine Reise zu den EU-Außengrenzen unternommen und zeigt, wie die aktuelle Situation für Schutzsuchende dort ist. (Anmeldung zur Veranstaltung: natalie.steiner@caritas-ettlingen.de).