Heidelberg/Karlsruhe, (27.10.2024). Am Sonntagnachmittag wurde in der Heidelberger
Heiliggeistkirche der Hermann-Maas-Preis an die Zeitzeugin Margot Friedländer und den Verein ZWEITZEUGEN verliehen. Landesbischöfin Heike Springhart hielt die Laudatio, Oberbürgermeister Eckart Würzner und Kulturamtsleiterin Andrea Edel sprachen für die Stadt Heidelberg und die Jury der Hermann-Maas-Stiftung.
„Ich mache das für euch“ - Hermann-Maas-Preis ging an Margot Friedländer und ZWEITZEUGEN e.V.
- 28.10.2024 -
„Ich verneige mich vor Margot Friedländer, vor ihrem Mut und ihrem Engagement. Sie zeigt, dass wir Verantwortung tragen – für die Erinnerung und für die Zukunft“, würdigte Landesbischöfin Heike Springhart die Preisträgerin in ihrer Laudatio. „Sie fordert uns auf, die Schrecken der Vergangenheit nicht nur zu betrauern, sondern aus ihnen zu lernen, um eine Gesellschaft zu schaffen, in der niemand mehr das erleiden muss, was sie und Millionen anderer Menschen durchlitten haben.“
Dekan Christof Ellsiepen, der Margot Friedländer im August in Berlin besucht hatte, um ihr die Nachricht der Nominierung zur Preisträgerin des Hermann-Maas-Preises persönlich zu überbringen, zeigte sich tief bewegt von der Begegnung: „Margot Friedländer spricht nicht nur von Menschlichkeit, sondern lebt diese auch. Sie ist ihrem Leitspruch `seid Menschen´ trotz aller Widrigkeiten zeitlebens treu geblieben und ist damit ein authentisches Vorbild für uns alle.“ Ihre unerschütterliche Menschenliebe, die für Versöhnung und Hoffnung unter allen Völkern und Nationen einsteht, sei ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury gewesen, so Ellsiepen.
Dekan Christof Ellsiepen, der Margot Friedländer im August in Berlin besucht hatte, um ihr die Nachricht der Nominierung zur Preisträgerin des Hermann-Maas-Preises persönlich zu überbringen, zeigte sich tief bewegt von der Begegnung: „Margot Friedländer spricht nicht nur von Menschlichkeit, sondern lebt diese auch. Sie ist ihrem Leitspruch `seid Menschen´ trotz aller Widrigkeiten zeitlebens treu geblieben und ist damit ein authentisches Vorbild für uns alle.“ Ihre unerschütterliche Menschenliebe, die für Versöhnung und Hoffnung unter allen Völkern und Nationen einsteht, sei ausschlaggebend für die Entscheidung der Jury gewesen, so Ellsiepen.
In einer Videobotschaft wandte sich die hochbetagte Zeitzeugin, die zu ihrem Bedauern nicht persönlich an der Preisverleihung in Heidelberg teilnehmen konnte, an die Anwesenden: „Ich mache das für euch, nicht für mich. Es ist wichtig, dass die Schüler, die Menschen verstehen, dass sie Menschen sein sollen. Was war, können wir nicht ändern, aber es darf nie wieder geschehen. Dies ist wichtig für euch, für eure Nachkommen, für euer Land – für die Demokratie!“
Weiterer Preisträger an diesem Abend ist der Verein ZWEITZEUGEN, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die Erinnerungskultur der betroffenen Zeugen durch „Zweitzeugen“ für künftige Generationen aufrecht zu erhalten. Er ermutigt und befähigt junge Menschen, durch das Weitergeben der Geschichten von Überlebenden des Holocaust selbst zu Zweitzeug*innen zu werden.
Andrea Edel, Leiterin des Kulturamts der Stadt Heidelberg, sprach als Mitglied der Jury den Vertreterinnen des Vereins Janika Raisch und Rebecca Reusch ihre Anerkennung zu: „Ihr Verein ZWEITZEUGEN sorgt mit seiner wertvollen Vermittlungsarbeit dafür, dass auch künftige Generationen einzelnen Überlebenden des Holocausts in Dokumentationen ihres Lebens und ihrer Widerständigkeit näherkommen können.“
Weiterer Preisträger an diesem Abend ist der Verein ZWEITZEUGEN, der sich zur Aufgabe gemacht hat, die Erinnerungskultur der betroffenen Zeugen durch „Zweitzeugen“ für künftige Generationen aufrecht zu erhalten. Er ermutigt und befähigt junge Menschen, durch das Weitergeben der Geschichten von Überlebenden des Holocaust selbst zu Zweitzeug*innen zu werden.
Andrea Edel, Leiterin des Kulturamts der Stadt Heidelberg, sprach als Mitglied der Jury den Vertreterinnen des Vereins Janika Raisch und Rebecca Reusch ihre Anerkennung zu: „Ihr Verein ZWEITZEUGEN sorgt mit seiner wertvollen Vermittlungsarbeit dafür, dass auch künftige Generationen einzelnen Überlebenden des Holocausts in Dokumentationen ihres Lebens und ihrer Widerständigkeit näherkommen können.“
„Wir freuen uns außerordentlich über den Hermann-Maas-Preis und es ist zugleich eine besondere Ehre für uns, gemeinsam mit Margot Friedländer ausgezeichnet zu werden“, zeigte sich Vorstandsvorsitzende Janika Raisch sichtlich berührt von der Preisverleihung. „Die Zeitzeug*innen des Holocaust haben uns ihre Geschichten anvertraut und wir sehen uns und alle nachfolgenden Generationen in der Verantwortung, diese weiterzutragen, aus ihnen zu lernen und uns – ganz im Sinne von Hermann Maas – gemeinsam für eine friedliche und plurale Gesellschaft zu engagieren.“
Margot Friedländer sei seit vielen Jahren Unterstützerin von ZWEITZEUGEN e.V. und habe damit unzähligen jungen Menschen ihre Geschichte geschenkt, die Mut, Stärke und Zuversicht in die Menschen vermittelt, so Raisch. Und natürlich ihre wichtigste Botschaft: „Schaut nicht auf das, was euch trennt. Schaut auf das, was euch verbindet!“
Margot Friedländer sei seit vielen Jahren Unterstützerin von ZWEITZEUGEN e.V. und habe damit unzähligen jungen Menschen ihre Geschichte geschenkt, die Mut, Stärke und Zuversicht in die Menschen vermittelt, so Raisch. Und natürlich ihre wichtigste Botschaft: „Schaut nicht auf das, was euch trennt. Schaut auf das, was euch verbindet!“
Oberbürgermeister Eckart Würzner unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung des Wirkens von Hermann Maas in Heidelberg und darüber hinaus: „Das Beispiel von Hermann Maas zeigt, dass die Menschlichkeit auch unter der Diktatur der Unmenschlichkeit, der menschenverachtenden Ideologie der Nazis nicht in Gänze ausgelöscht werden konnte. Hermann Maas steht daher für Hoffnung und macht uns bis heute Mut. Mit der Verleihung des Hermann Maas-Preises 2024 an beide Personen und Institutionen werden Verständigung, Demokratie und gesellschaftlicher Zusammenhalt neu gestärkt.“
Der Hermann-Maas-Preis wird alle vier Jahre von der Hermann-Maas-Stiftung mit Sitz in Heidelberg an Persönlichkeiten und Institutionen verliehen, die sich in besonderer Weise für den christlich-jüdischen Dialog und für Menschlichkeit in unserer Gesellschaft einsetzen. Die Preisverleihung wird unterstützt von der Evangelischen Landeskirche in Baden sowie durch die Stadt Heidelberg.
(Karin Wilke, Evangelische Kirche Heidelberg)
