Leiterin des Referats „Geschäftsleitung und Recht“ der Evangelischen Landeskirche in Baden geht in den Ruhestand
Karlsruhe, (12.12.2024). Oberkirchenrätin Uta Henke wurde am Mittwoch, 11. Dezember, als Leiterin des Referats „Geschäftsleitung und Recht“ in der Evangelischen Landeskirche in Baden in den Ruhestand verabschiedet. Landesbischöfin Heike Springhart und Synodalpräsident Axel Wermke entpflichteten die Juristin im Rahmen eines Festgottesdienstes.
In Anwesenheit vieler Wegbegleiter*innen sowie Mitarbeitenden aus dem Evangelischen Oberkirchenrat nahm Uta Henke am frühen Mittwochabend ihre offizielle Entlassungsurkunde in der Karlsruher Christuskirche entgegen.
Heike Springhart würdigte Uta Henkes geistliche Tiefe. „Gardinenpredigten lagen dir fern – aber das Wort Gottes auslegen mit deiner eigenen feinsinnigen und geistlichen Tiefe, das hast du dich auch auf Kanzeln bei Bezirksvisitationen gewagt“, betonte die Landesbischöfin und fügte hinzu: „Unaufgebbare geistliche und rechtliche Einheit in der Kirchenleitung – dafür hast Du immer gestanden. Die lauten Töne und großspurigen Reden sind deine Sache nicht. Der klare und sensible Blick aber schon.“
Ihr Engagement für „Chancengleichheit und gendergerechte Sprache“ betonte Präsident Dr. Hans-Ulrich Anke, Leitung des EKD-Kirchenamtes, in seinem Grußwort ebenso wie die Geradlinigkeit und Zuverlässigkeit. Er würdigte Uta Henke als Meisterin der „wirkmächtigen leisen Töne“.
„Ich habe Sie immer als eine absolut gute Zuhörerin erfahren dürfen und als Kollegin, die nicht mitgezählt hat, wer die meisten Worte hat“, dankte Generalvikar Christoph Neubrand, Leiter des Erzbischöflichen Ordinariats Freiburg, für die zurückliegende ökumenische Zusammenarbeit.
Uta Henkes „Besonnenheit und ihr klares Koordinatensystem“ hob Stefan Werner, Direktor im Evangelischen Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, ebenso hervor wie „ihr großes Engagement und die juristische Expertise“. Er bedankte sich für die große Kollegialität und vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Zum Abschied predigte Uta Henke am Mittwoch selbst (Römerbrief des Paulus, Kapitel 15, Vers 13). Angesichts der „Bilder, die Krieg und Zerstörung zeigen, Umweltkatastrophen, Vernichtung, Flucht, Vertreibung, Hungersnöte“ und auch angesichts der kirchlichen Wirklichkeit mit ihren „derzeit schwierigen Entscheidungen“ stellte sie die Frage in den Raum: „Wo ist in unserer Gegenwart Raum für die Freude und die Hoffnung aus dem Römerbrief?“
Dabei rief Uta Henke in Erinnerung, dass auch vor 2000 Jahren die ersten Christen in Rom nicht in einer friedlichen Welt lebten, sondern in einer Welt, „in der sie wegen ihres Glaubens vielen Gefahren bis hin zum Tod ausgesetzt waren“. In diesem Kontext schreibe Paulus vom Gott der Hoffnung. Ihre eigene Erfahrung habe Henke gelehrt, „dass ein Erleben Gottes und des Heiligen Geistes auch heute noch für uns möglich sein kann“. Sie betonte: „Auch in unserer kleiner werdenden Kirche wirkt Gott und spricht mit uns, gibt uns Kraft und ist bei uns.“