Evangelischer Oberkirchenrat hisst Fahne am 25. November
Karlsruhe (24.11.2025). Am 25. November ist der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Unter dem Motto „Orange the World – Stoppt Gewalt gegen Frauen!“ wird weltweit ein starkes Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt gesetzt. Wie in den vergangenen Jahren hissen die Evangelischen Frauen während des Aktionszeitraums ihre Fahne ‚NEIN zu Gewalt gegen Frauen‘ am Gebäude des Evangelischen Oberkirchenrats; um Solidarität zu zeigen und das Bewusstsein zu schaffen.
Quelle: UN Women Deutschland
„Mit dem Hissen der Fahne wollen wir deutlich machen: Gewalt ist keine Privatsache. Wir alle tragen Verantwortung, hinzusehen und Betroffene zu unterstützen,“ sagt Kirchenrätin Dr. Beate Schmidtgen.
Gewalt gegen Frauen ist nach wie vor ein drängendes Problem. Im Jahr 2024 hat häusliche Gewalt einen verheerenden neuen Höchststand erreicht. Laut aktueller BKA-Statistik wurden im Jahr 2024 in Deutschland 265.942 Menschen als Betroffene erfasst – so viele wie noch nie seit Beginn der bundesweiten Erhebung. Im Fünfjahresvergleich ist somit ein Anstieg von fast 14 Prozent zu verzeichnen. Das bedeutet, dass in Deutschland durchschnittlich alle zwei Minuten ein Mensch Gewalt im sozialen Nahraum erlebt.
Besonders häufig ging die Gewalt von Partnern oder Ex-Partnern aus: Im Bereich der Partnerschaftsgewalt wurden 171.069 Fälle registriert – ein Anstieg um 1,9 % gegenüber dem Vorjahr. Rund 80 % der Betroffenen sind Frauen. „Wir tragen gesellschaftspolitische Verantwortung, antifeministische Diskurse zu benennen und ihnen entgegenzutreten. “, so Eva Zimmermann, Mitveranstalterin der Online-Reihe zum Antifeminismus und Referentin der Ev. Frauen in Baden. Partnerschaftsgewalt werde durch antifeministische Narrative legitimiert und verharmlost. Wer Gleichstellung ablehne, stärke patriarchale Machtstrukturen, die Gewalt begünstigen. Online-Communities wie „Incels“ oder „Men’s Rights Activists“ verbreiteten Hass und Gewaltfantasien, die reale Übergriffe fördern. Dabei seien antifeministische Ideologien kein Randphänomen, sondern eine wachsende Gefahr für die Gleichstellung und die Sicherheit von Frauen.