Oberkirchenrätin Sabine Jung offiziell in Amt eingeführt

- 25.11.2025 - 

Festgottesdienst für neue Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Baden

Karlsruhe, (25.11.2025). Sabine Jung ist am Freitag, 21. November, mit einem Festgottesdienst in der Karlsruher Christuskirche als neue Oberkirchenrätin der Evangelischen Landeskirche in Baden offiziell in ihr Amt eingeführt worden. Die 60-jährige Theologin ist seit 1. September 2025 als Nachfolgerin von Urs Keller Vorstandsvorsitzende des Diakonischen Werks Baden und leitet das landeskirchliche Referat Diakonie und Seelsorge.

Einführung von Oberkirchenrätin Sabine Jung
Synodalpräsident Axel Wermke, Oberkirchenrätin Sabine Jung, Landesbischöfin Heike Springhart (v.l.n.r.)
Der Gottesdienst unter der Leitung von Landesbischöfin Heike Springhart war überschrieben mit dem Leitwort: „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ (Psalm 31,9). In Gegenwart von Landessynodalen, Mitgliedern des Landeskirchenrates, Mitarbeitenden der Evangelischen Landeskirche in Baden und des Diakonischen Werkes Baden sowie zahlreichen Wegbegleiter*innen nahm Heike Springhart gemeinsam mit Synodalpräsident Axel Wermke die öffentliche Amtseinführung vor. 
 
„Ein solches Amt in doppelter Funktion zu übernehmen, braucht Mut und Verwegenheit sowie Vertrauen in Gott, den seelsorgerischen Blick und darüber hinaus Humor“, sagte die Landesbischöfen bei der Amtseinführung und fügte hinzu: „Wir brauchen eine Haltung der leisen Zuversicht, die trägt – für eine Diakonie, die sich nicht zurückzieht in die Enge.“
 
Sabine Jung widmete ihre Predigt ihrer Grundüberzeugung: „Jeder Mensch ist ein Ebenbild Gottes.“ Entschieden wandte sie sich damit gegen das nihilistische Menschenbild, das zurzeit Konjunktur habe. Besonders berief sich die neue Oberkirchenrätin in ihrer Predigt auf Hannah Arendt und deren Natalitätsbegriff, wonach jeder Mensch als Neuanfang in die Welt komme. „Freiheit und Würde wurzeln in dieser Möglichkeit, die Welt durch Handeln zu verändern und so für die Zukunft zu sorgen. Welch eine Vision!“ Das Christentum sei schon immer politisch gewesen, aber selbstverständlich nicht parteipolitisch. „Ich sehe es als unsere Aufgabe in Kirche und Diakonie, unsere Stimme für das Leben zu erheben und laut zu protestieren, wenn die Menschenwürde mit Füßen getreten wird, ob bei uns vor der Haustür oder weltweit,“ betonte Jung. Sie hob dabei auch die Verbindung zwischen Kirche und Diakonie hervor: „Gottesdienst im Alltag – das ist Diakonie. Überall dort, wo in unseren Einrichtungen tagtäglich Menschen gepflegt, betreut und unterstützt werden, ist Gott zu finden.“ 
 
Im Anschluss an den Gottesdienst begrüßte der Aufsichtsratsvorsitzende der Diakonie Baden, Traugott Schächtele, in seinem Grußwort die neu eingesetzte Vorstandsvorsitzende im Namen des gesamten Aufsichtsrates anlässlich des Welt-Hallo-Tages mit einem „herzlichen Hallo“. Verbunden mit dem Wunsch nach Fortführung der „guten diakonischen Kommunikationsstruktur zugunsten der Menschen, denen unsere Arbeit zugutekommt.“
 
Jörg Kruttschnitt, der als Vorstand im Evangelischen Werk für Diakonie und Entwicklung aus Berlin angereist war, attestierte Sabine Jung beste Voraussetzungen für ihren Amtsantritt: „Frau Jung kennt das Geschäft der Landesverbände sehr gut. Als Vorständin beim Diakonischen Werk Pfalz hat sie bereits die Breite diakonischer Hilfefelder verantwortet“, betonte Kruttschnitt. Sie kenne zudem das Netzwerk und die Arbeit von Brot für die Welt und der Diakonie Katastrophenhilfe – „aber auch die Herausforderungen, vor denen diakonische Unternehmen heute stehen.“ Eine klare Haltung sei entscheidend, „in Tagen der Transformation der diakonischen Arbeit, und in Tagen, in denen es um die Behauptung des Sozialen, des friedlichen Miteinanders und um die Geltung menschenrechtlicher, christlicher Werte geht.“
 
Die Vorständin des Diözesan-Caritasverbandes Freiburg, Birgit Schaer, hob die enge Verbundenheit hervor, die auf allen Ebenen der christlichen Wohlfahrtsverbände in Baden-Württemberg herrsche. „Unser gemeinsames Ziel ist es, die christliche Wohlfahrtspflege voranzubringen – das tun wir in unserer sozialpolitischen Ausrichtung und der ökumenischen Zusammenarbeit; als handelnde Kirche im Dienste am Menschen.“ 
 
Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Castellucci grüßte per Videobotschaft aus Berlin und wünschte Sabine Jung einen erfolgreichen Start sowie eine gute Zusammenarbeit und betonte: „Kirche und Diakonie schaffen die Voraussetzungen für den Dienst am Menschen. Das kann die Politik allein so nicht leisten.“
Vor ihrem Wechsel zur badischen Landeskirche arbeitete Sabine Jung als Theologische Geschäftsführerin der gemeinnützigen GmbH Diakovere in Hannover. Dort trug sie gemeinsam mit zwei weiteren Geschäftsführern die Gesamtverantwortung für 5.500 Mitarbeitende. Zuvor war die Theologin mehrere Jahrzehnte in verschiedenen Positionen für die Evangelische Kirche der Pfalz und ihres Diakonischen Werkes tätig – zuletzt als Mitglied der Geschäftsführung sowie als Vorstand Soziales, KiTa, Freiwilligendienste im Diakonischen Werk.
 
Die Kollekte, die im Rahmen des Festgottesdienstes am Freitag gesammelt wurde, hat Sabine Jung zwei Projekten zugewiesen. Unterstützt wird das Frauenwohnprojekt „HILA – Housing First für Frauen“ des Diakonischen Werkes in Freiburg, bei dem von Wohnungsnot betroffene Frauen einen Wohnraum samt eigenem Mietvertrag erhalten. Sowie das Straßenkinder-Projekt „Freezone“ in Mannheim, das unter anderem Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen anonyme Beratung und eine Grundversorgung bietet. 
  

Stefan Herholz

Pressesprecher / Bereichsleitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit