Klaus Müller Vorsitzender der KLAK

Die Konferenz Landeskirchlicher Arbeitskreise Christen und Juden (KLAK) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat den badischen Pfarrer Dr. Klaus Müller zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt. Die KLAK koordiniert die christlich-jüdische Dialogarbeit zwischen den rund 20 landeskirchlichen Arbeitskreisen bzw. Beauftragten im Bereich der EKD. Deren Vertreterinnen und Vertreter treffen sich einmal im Jahr.
 

Bei ihrer Delegiertenversammlungen vom 16. bis 19. Januar 2015 in Berlin sprachen sich die KLAK-Delegierten nun einstimmig für Dr. Klaus Müller als neuem Vorsitzenden aus. Der Bereichsleiter für Interreligiöses Gespräch im Evangelischen Oberkirchenrat Karlsruhe und Landeskirchliche Beauftragte für das christlich-jüdische Gespräch in Baden tritt damit die Nachfolge von Michael Volkmann an, der als Dialogbeauftragter der Württembergischen Landeskirche neun Jahre lang den KLAK-Vorsitz innehatte. Müller wurde nun für drei Jahre gewählt.

Die Delegiertentagung in Berlin-Schwanenwerder widmete sich neben dem Austausch über landeskirchliche Initiativen thematisch dem Thema „Universalität und Partikularität“ in Bibel und rabbinischer Tradition. Der amerikanische Bibelwissenschaftler Joel Kaminsky und die langjährige Präsidentin des Internationalen Rates der Christen und Juden (ICCJ) Deborah Weissman aus Jerusalem diskutierten mit den Delegierten die Frage nach Ansätzen zum Verständnis „des/der Anderen“ in der jüdischen Tradition. Wollen die KLAK-Tagungen zunächst im Kreis der Delegierten nach den Möglichkeiten des interreligiösen Gesprächs fragen, so sind sie auch selbst schon Foren des Dialogs.

Im Blick auf das laufende Jahr und die nächste Delegiertenversammlung Mitte Januar 2016 wiederum in Berlin steht für die KLAK neben zahlreichen Themen wie der Neuordnung der Predigtperikopen die kritisch-wertschätzende Beschäftigung mit der Theologie Martin Luthers im Fokus. Im Vorfeld der Reformationsfeierlichkeiten 2017 wird die Frage immer virulenter, wie die Kirche unter Berufung auf die Reformation kritisch mit dem Erbe Luthers umgehen kann. „Die christlich-jüdische Dimension gehört zum Wesen der Kirche von ihrem Ursprung her“, so der neue Vorsitzende; „sie begleitet unsere Kirche wie ein Cantus firmus und bildet gleichzeitig eine echte Querschnittsaufgabe in allem, was Kirche sein will.“

  
  • Frau Doris Banzhaf
    Leitung Evangelische Erwachsenenbildung Emmendingen|Breisgau-Hochschwarzwald