Kirche des gerechten Friedens werden

Schwerter zu Pflugscharen
Die Badische Landeskirche startete im Frühjahr 2012 einen Diskussionsprozess zu einer Neuorientierung der Friedensethik der in einen friedensethischen Beschluss der Herbstsynode 2013 mündete. Dieser Beschluss enthält neben einem Diskussionspapier: "Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens (Lk 1,79) – ein Diskussionsbeitrag aus der Evangelischen Landeskirche in Baden" Konkretionen, die die Grundlage für die weitere friedensethischen Bemühungen der evangelischen Landeskirche in Baden bilden.
 
bildlichs Darstellung des friedensethischen Prozesses
Frühjahr 2011 Beginn des friedensethischen Prozesses
Die Badische Landeskirche startete im Frühjahr 2012 einen Diskussionsprozess zu einer Neuorientierung der Friedensethik der in einen friedensethischen Beschluss der Herbstsynode 2013 mündete. Dieser Beschluss enthält neben einem Diskussionspapier: "Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens (Lk 1,79) – ein Diskussionsbeitrag aus der Evangelischen Landeskirche in Baden" Konkretionen, die die Grundlage für die weitere friedensethischen Bemühungen der evangelischen Landeskirche in Baden bilden.
Ausgangspunkt war die Eingabe des Kirchenbezirks Breisgau-Hochschwarzwald im Jahr 2011, die eine Neuorientierung der Friedensethik beantragt hatte. Die Mitglieder des „Arbeitskreises Frieden“ forderten darin die Abkehr von der militärischen Konfliktregelung und ein Bekenntnis zur Gewaltfreiheit als einziger Option in der Landeskirche.
 
Frühjahr 2012: Ein Positionspapier wird erarbeitet
Eine landeskirchliche Arbeitsgruppe bestehend aus Mitgliedern der Landessynode, des Oberkirchenrates und anderen Fachleuten wurde gebildet, die einen Entwurf eines Positionspapier Neuorientierung Friedensethik entworfen hat. Die Eingabe des Kirchenbezirks Breisgau-Hochschwarzwald und das Positionspapier mit einer dazu verfassten Stellungnahme der Militärseelsorge wurde in den Kirchenbezirken und verschiedenen Kirchengemeinden und Gruppen innerhalb der Landeskirche diskutiert. Die Bezirkssynoden wurden gebeten den Entwurf und die Stellungnahme zu diskutieren und bis Februar 2013 eine Rückmeldung zu geben.
 
Herbst 2012: Das Positionspapier wird in den Kirchenbezirken diskutiert
Der Diskussionsprozess fand im Herbst 2012 und im Frühjahr 2013 intensiv in den Bezirkssynoden statt. Es bestand  bis 30. April 2013 die Möglichkeit Stellungnahmen abzugeben. Am 7. Juni 2013 fand ein prominent besetzter Studientag der Landessynode zum friedensethischen Prozess statt, in dessen Vorbereitung die Auswertung der zahlreichen Rückmeldungen einfloss. Die Teilnehmer des Studientages hörten Vorträge und befassten sich in Workshops mit bestimmten friedensethischen Themen. Die Arbeitsstelle Frieden hat die auf dem Studientag gehaltenen Vorträge in einem Reader dokumentiert.
Um die friedensethische Diskussion in Baden mit sachdienenden Beiträgen zu unterstützen, hat die Arbeitsstelle Frieden einen Reader zusammengestellt mit dem Titel: Reader: Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens. Dieser Reader enthält verschiedene pazifistisch-gewaltfreie Texte zur friedensethischen Positionierung der badischen Landeskirche. Er kann auch als Printversion bei der Arbeitsstelle Frieden bestellt werden.
 
Die Herbstsynode 2013 verabschiedet einen friedensethischen Beschluss 
Im Zuge der Auswertung der Abstimmungsergebnisse des Studientages wurde das Positionspapier zu einem Diskussionspapier leicht verändert umgewandelt und den TeilnehmerInnen der Herbstsynode 2013 vorgelegt. Die Landessynode beschloss dieses Diskussionspapier "Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens (Lk 1,79) – ein Diskussionsbeitrag aus der Evangelischen Landeskirche in Baden“ in einen Beschluss aufzunehmen. Die in diesem Beschluss enthaltenen Konkretionen machen den bindenden Teil des Beschluss aus. Ihre Umsetzung soll letztendlich den friedensethischen Prozess voranbringen. Die Konkretionen und das Diskussionspapier sind zu einem Text zusammengefasst, dessen Druckausgabe bei der Arbeitsstelle Frieden bestellt werden kann. 
 
Herbstsynode 2016 beschließt Aktualisierung des Kapitel 1 des friedensethischen Beschlusses
Da sich die friedenspolitische Situation seit 2013 verändert hat, neue Themen wie z.B. Islamischer Staat dazu gekommen sind, hat die Landessynode am 25.10. beschlossen, dass erste Kapitel des friedensethischen Beschlusses "Ausgangslage" zu aktualisieren. Hier finden Sie nun den Beitrag mit dem vorangestellten neuen Text.?
 
Beschluss der badischen Landessynode vom 24. Oktober 2013
"Die Evangelische Landeskirche in Baden fördert Konfliktprävention und zivile Konfliktbearbeitung durch die Ausbildung von Fachleuten in konstruktiver Konfliktbearbeitung und Entsendung von badischen Friedensfachkräften in andere Länder. Dies soll in Zusammenarbeit mit internationalen Partnerkirchen und ökumenischen Organisationen geschehen, z.B. durch:
  • Übernahme von Patenschaften für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zivilen Friedensdienstes, um eine Identifikation mit dem "Zivilen Friedensdienst" zu fördern.
  • Vortragsrundreisen von ZFD-Leistenden in der Landeskirche (Aktion "Zivil statt militärisch").
  • Unterstützung von Gruppen, die auf gewaltfreien Wegen Änderungen in Diktaturen und Bürgerkriegsländern anstreben.
  • Gründen von Patenschaften mit Kirchengemeinden in Krisengebieten.
Die Programme "Jugendliche werden Friedensstifter" und "Freiwilliger ökumenischer Friedensdienst" sollen weitergeführt und andere friedenspädagogische Angebote entwickelt werden." (Beschluss der Landessynode vom 24.10.2013)
 
Die Zivile Konfliktbearbeitung ist die Bearbeitung von potenziell gewalttätigen Konflikten durch konstruktive Methoden, die auf die Anwendung von Gewalt verzichten. Sie kann im internationalen Kontext als Alternative zur militärischen Gewalt angesehen werden und im nationalen Kontext eine neue Konfliktkultur fördern.
 
Schwerpunkte unserer Tätigkeit sind momentan das Programm Jugendliche werden Friedensstifter (nähere Informationen finden Sie auf unserer Sonderhomepage www.friedensstifter-baden.de) sowie die Bekanntmachung des zivilen Friedensdienstes (ZFD). Weitere Angebote und Bereiche finden sie demnächst im Bereich "Friedensbildung und Friedenspädagogik"
Weitere Informationen zum ZFD finden Sie hier (Link Unterseite ZFD).
 
Wir bieten Vorträge, Workshops und Seminare zum Thema zivile Konfliktbearbeitung.
 
Weitere Informationen erhalten Sie bei folgenden Ansprechpartnern:
Stefan Maaß (zivile Konfliktbearbeitung, Friedensstifter)
Email: Stefan.Maass@ekiba.de
Tel: 0721/9175470
 
 
Beschluss der badischen Landessynode vom 24. Oktober 2013
"Beim Export von Kriegswaffen müssen die gesetzlichen und untergesetzlichen Regelungen eingehalten und Transparenz über die Entscheidungen des Bundessicherheitsrates hergestellt werden. Mittelfristig ist der Export von Kriegswaffen einzustellen.
Dazu fordert die Landessynode die Bundesregierung und die Mitglieder des Deutschen Bundestages auf. Deshalb wird die Evangelische Landeskirche in Baden in Gesprächen auf allen Ebenen mit verantwortlichen Politikerinnen und Politikern auf Verwirklichung dieser Forderung dringen.
Als Grundlage solcher Gespräche kann der jährliche Rüstungsexportbericht der gemeinsamen Konferenz Kirche und Entwicklung (GKKE) dienen."
 
Projekt: Rüstungsexporte minimieren und Rüstungskonversion unterstützen
kiflemariam_gebrewold
Das Projekt beleuchtet den Zusammenhang zwischen Rüstungsexporten und der Vernichtung von Entwicklungschancen im Süden. Es wird von Kiflemariam Gebrewold geleitet, der ca. 20 Jahre im Rahmen der praktischen Entwicklungshilfe im Ausland tätig war und auch die Wirkung von Waffenexporten auf die Entwicklung des globalen Südens gesehen hat. Weitere Informationen und die Aktivitäten im Rahmen des Projekts von 2015 bis heute finden Sie hier.
 
 
Zivillabel
gelbes Plakat mit einem Z und Punkt darunter Seilich hochkant der Text "Ziviler Betrieb"
Mit dem Label "Ziviler Betrieb" können Betriebe in der Öffentlichkeit deutlich machen, dass ihr Betrieb keine Aufträge für das Militär und seine zivilen Einrichtungen bearbeitet.
Die Selbstverpflichtung lautet:
  • Wir fühlen uns dem Frieden verpflichtet und verfolgen nur zivile Zwecke.
  • Wir beteiligen uns nicht an der Entwicklung, Herstellung und Verbreitung von Waffen und sonstigen Rüstungsgütern.
  • Wir arbeiten nicht für das Militär und dessen zivile Einrichtungen.
Weitere Informationen und Ansprechpartner finden sie auf der Seite des Kirchlichen Dienstes der Arbeitswelt (KDA).
 
Netzwerke
Deutschlandflage mit Kriegssymbolen und der Aufschrift 2aktion Aufschrei, daneben Stopt den Waffenhandel
Die evangelische Landeskirche in Baden ist seit 2015 Mitglied bei der Aktion Aufschrei - Stopp den Waffelhandel, einem Aktionsbündnis gegen Rüstungsexporte. 
 
 
Beschluss der Landessynode vom 24. 10. 2013:
"Das Engagement für den Frieden lebt aus Gebet und Gottesdienst. Das Gebet für den Frieden in der Welt ist Bestandteil vieler Gottesdienste. Daneben sind die jährliche ökumenische Friedensdekade und der internationale Gebetstag für den Frieden (21. September) Anlässe, an denen Friedensgottesdienste auch in Zukunft gefeiert werden sollen. Für Frieden und Versöhnung einzutreten gehört zum Kern des kirchlichen Zeugnisses. Dieses Zeugnis kann nicht nur in die gesamtkirchliche Verantwortung delegiert werden, sondern verlangt dauerhaftes Engagement auf allen kirchlichen Ebenen. Die Kirche wird in der Öffentlichkeit als ethische Instanz gesehen und es wird zu Recht erwartet, dass sie Stellung bezieht zu Gewalt, Unrecht und Verfolgung."
 
nagelkreuz_in_dresdner_frauenkirche
Sie finden hier Informationen über die Friedensdekade sowie über andere Friedensgottesdienste und Friedensgebete in der Landeskirche.
Ebenso finden Sie hier Materialien für Friedensgottesdienste und Friedensgebete.
Wenn Sie in Ihrer Kirchengemeinde Friedensgebete oder Friedensgottesdienste veranstalten (regelmäßig oder gelegentlich), dann informieren Sie uns und wir werden die Information hier veröffentlichen.