Neugestaltung Stadtkirche in Hockenheim

Blick in den beleuchteten Innenraum der Stadtkirche Hockenheim
 
 
Die Stadtkirche in Hockenheim ist ein ganz besonderer Ort. Die historistische Erscheinung des von drei Türmen gekrönten Kirchenschiffes mitten im Zentrum, weckt Erwartungen an einen reichlich ausgestatteten Raum, voller Schmuck und Zierrat Stuck und Schnitzereien.
 
Beim Eintritt durch das Hauptportal wird man von einer Lichtskulptur empfangen, die auf besondere Weise über die Sinne und die Liebe zum Nachdenken anregt. Dann öffnet sich die Kirche und unter der Empore hindurch erfüllen sich alle Erwartungen aufs Beste. Geschwungener Sandstein, gedrechselte Kanzel, glänzende Terrazzoflächen und hoch aufragenden Techniksäulen, darüber eine Orgel, wie gemalt, im Oval des angedeuteten Chorraumes. Leichte Stahlstühle im Haupt- und in den Seitenschiffen versprechen vielseitige Teilhabe an unterschiedlichsten Formaten.
 
Tatsächlich sind wir hier in einer ganz besonderen Kirche in der das farbliche Konzept, die Ausgestaltung der Oberflächen und die skulpturale Ausstattung von einer technischen Ausstattung ergänzt werden in der auch mühelos moderne Gottesdienst unter vielseitigem Medieneinsatz gefeiert werden können. Die Kirche am Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und mit der gerade abgeschlossenen Renovierung um die Möglichkeiten des 21. Jahrhunderts ergänzt, macht sich auf den Weg zu einem Veranstaltungsort für die ganze Stadt zu werden. Um Gott zu loben und zu begegnen kann man sich nirgends so reichhaltiger Mittel bedienen wie in Hockenheim.
 
Trotz aller Technik ist das Gebäude liebevoll restauriert worden, die Farben wurden nach umfangreichen Befunden genau abgemischt und im Gesamteindruck der einzelnen Bauteile  zu großer Harmonie zusammengeführt. Vor der historischen Altarinsel, restauriert und im Sinne des Wiesbadener Programms den Kirchenraum überragend, ist eine Hubbühne in den neuen Kirchenboden eingelassen, die für Veranstaltungen genutzt werden kann, die ihr Zentrum nicht am Altar finden können. Das bespielte Podium ist von allen Seiten sichtbar und ergänzt die Kirche um weitere Möglichkeiten sich der Gemeinde zu präsentieren.
 
In einem Architektenwettbewerb hat die Kirchengemeinde sich für eine Weiterentwicklung ihrer Kirche entschieden, die mit Fingerspitzengefühl den Raum interpretiert und funktional deutlich verbessert haben. Barrierefreiheit, Sakristeiumgestaltung, Küchen- und nicht zuletzt ein WC- Einbau wurden mit leichter Hand und Freude am Detail entwickelt und nahtlos in die alte Hülle eingefügt. Ein altes Kirchenbaukonzept mit neuesten Möglichkeiten verbunden und aufgerüstet, bleibt doch eine Ort der Verkündigung und gelebten Geschichte, der nun hoffnungsvoll die nächsten Kapitel aufschlagen darf.
 
  

Daten und Fakten

Fertigstellung 2018
Architekturbüro: AAG Architekten, Heidelberg
Künstler: Kröner, Pforzheim
Fotografie: Ross, Heidelberg
Bauherrin: Evangelische Kirchengemeinde Hockenheim

Auszeichnung

Auszeichnung Beispielhaftes Bauen