Heidelberg Jakobuskirche - Kleine Orgel - Großer Klang

Die Herausforderung: Auf einer Grundfläche, die möglichst nicht größer sein sollte als die des alten Orgelpositivs sollte eine "richtige" Orgel entstehen, die eine vielfältige, klangschöne Begleitung von Gemeinde, Solisten und Ensembles ermöglicht.
 
Dazu benötigt man deutlich mehr und vor allem große und lange Pfeifen, um die gewünschten warmen, satten und tragenden Klänge entstehen zu lassen. Gleichzeitig sollte das Instrument für ein sehr viel breiteres stilistisches Spektrum von Orgelmusik nutzbar gemacht werden - von Barock über Romantik hin zur Moderne.
 
Die Lösung: Der/die Organist*in sitzt quasi unter der Orgel. Der Platz, der sonst für den Spielplatz (Klaviaturen, Orgelbank) benötigt wird, kann eine Etage höher für die entsprechenden Orgelpfeifen genutzt werden. Auch seitlich kragen die Pfeifen über das untere Gehäuse aus.

Für die Erweiterung des klanglichen Spektrums wurden einerseits vier Grundstimmen vorgesehen, die vielfältig untereinander mischbar sind. Die Höhe der Pfeifen musste danke der Architektur der Raumes nicht begrenzt werden, sodass auch die Baßlagen sonor und farbig klingen können. Andererseits wurde das Register Mixtur, die Klangkrone der Orgel, nicht wie üblich im Hauptwerk der Orgel geplant, sondern im Hinterwerk, was zu einem weniger aufdringlichen Klangbild und zu einer breiteren Verwendbarkeit führt.

Die Register klingen farbig und rund - sowohl im Einzelklang als auch bei den vielfältig möglichen Mischungen. Sogar zahlreiche Soloregistrierungen sind realisierbar, hilfreich auch beim Hervorheben unbekannterer Melodien.

  

Daten und Fakten

Fertigstellung 2023
Orgelbauer: Jäger und Brommer, Waldkirch
Fotografie: Jäger und Brommer, Waldkirch
Bauherrin: Evangelische Kirchengemeinde Heidelberg