Dächer regelmäßig kontrollieren

Wann haben Sie zuletzt Ihr Dach begutachtet?

Dachboden der Johanneskirche Villingen
Nicht überall ist eine Dachinspektion so einfach möglich wie hier auf dem Dachboden in der Johanneskirche Villingen. Dennoch sollten Sie regelmäßig selbst einen Blick auf Ihre Dächer werfen oder Fachleute damit beauftragen.
 
Regelmäßige Kontrolle schützt vor Schäden
Mindestens einmal im Jahr, im Frühling oder Herbst, sollten Sie alle Dächer Ihrer Gebäude gründlich inspizieren. Auch nach Stürmen oder längeren Regenperioden ist eine Kontrolle ratsam. Die Zunahme von Extremwetterereignissen führt zu steigenden Kosten für die Gebäudeversicherer. Ohne Nachweis regelmäßiger Wartung kann die Regulierung von Sturmschäden eingeschränkt sein.
 
Verkehrssicherungspflicht beachten
Kirchliche Gebäude stehen oft an öffentlichen Wegen. Achten Sie daher besonders auf lose Dachziegel oder Fassadenteile, die Passanten oder parkende Autos gefährden könnten. Im Zweifel sperren Sie Wege bitte umgehend ab und veranlassen die Schadensbehebung. Ihre Bausachverständigen können Sie dazu beraten.
 
Außenkontrolle: Dachrinnen, Fallrohre und Ziegel
  • Gibt es feuchte oder moosbewachsene Stellen an der Fassade, die auf undichte Regenrohre hindeuten?
  • Sind Fallrohre und Dachrinnen frei von Verstopfungen? (Ein Kontrollgang bei Regen ist ab und zu sinnvoll!)
  • Sind Halterungen der Dachrinnen intakt?
  • Sind die Laubfänger frei? Kontrollieren Sie alle Reinigungsklappen.
  • Sind die als Spritzschutz um das Gebäude liegenden Kiesstreifen frei von Laub und Unkraut?
  • Sind Ziegel verrutscht oder beschädigt? Achten Sie besonders auf Grat- und Firstziegel.
  • Sind Bleche und Ziegel rund um Kehlen, Schornsteine, Dachfenster und Gauben intakt?
  • Gibt es Veränderungen an Solaranlagen und Schneefanggittern?
  • Ist der Blitzschutz intakt? (zusätzlich alle 3 Jahre von Fachleuten durch Messung prüfen lassen)
Flachdächer, flach geneigte Dächer und niedrige Gebäude
Bevor Sie eine Leiter holen und aufs Dach steigen, prüfen Sie bitte kritisch Ihre Absturzsicherung. Ratsam ist hier eine regelmäßige, professionelle Dachkontrolle.
 
Innenkontrolle: Sicher und systematisch
Der Weg führt nun auf den Dachboden. Begehen Sie ihn möglichst zu zweit oder informieren Sie jemanden über Ihren Aufenthalt. Wenn Sie sich in Glockennähe aufhalten werden, stellen Sie den Glockenschlag am Hauptschalter ab. Befindet sich eine Mobilfunkantenne im Turm, informieren Sie sich mit der Infomappe des Mobilfunkbetreibers, beachten Sie die Sicherheitsanweisungen und lassen Sie die Antenne ggf. abschalten.
Der Zugang zum Dachboden sollte über einen sicheren Aufstieg mit Geländer und eine ausreichende Beleuchtung verfügen. Ist das nicht der Fall, veranlassen Sie bitte zuerst eine bauliche Sicherung. Die Fachkräfte für Arbeitssicherheit können Sie dazu beraten.
Vermeiden Sie Bereiche, in denen Sie sich unsicher fühlen. Ihre Sicherheit hat in jedem Fall Vorrang. Falls notwendig, tragen Sie Gehörschutz, Mundschutz oder Gummihandschuhe. Wertvolle Sicherheitshinweise finden Sie in den Broschüren der VBG Unfallversicherung
 
Auf dem Dachboden: Tierische Untermieter und Bausubstanz
  • Gibt es Hinweise auf Tiere (Kot, Nester, zerstörte Dämmung)? Bei starker Verschmutzung durch Tauben: Besichtigung abbrechen und Reinigung veranlassen. Ihre kirchliche Bauberatung hilft Ihnen weiter. Bei Fragen des Artenschutzes berät Sie das Büro für Umwelt und Energie der Landeskirche.
  • Sind Sparren oder Pfetten beschädigt, stark durchgebogen oder abgesackt?
  • Gibt es Anzeichen für Insektenbefall, Schwamm, Pilze oder Feuchtigkeit?
  • Sind Dachziegel und Dachlattung von innen intakt? Dringt Licht durch ungewöhnliche Stellen?
  • Schauen Sie aus den Fenstern: Wie sieht die Dachfläche aus? Sind die Dachrinnen frei?
  • Gibt es Feuchtigkeit an Rand- und Kehlbereichen oder am Fußboden?
  • Sind Dachdurchdringungen (Kamine, Lüftungsrohre, Antennen) unbeschädigt?
  • Ist die Dämmung vollständig und die Dampfbremse oder Unterspannbahn korrekt verklebt?
  • Gibt es Wasserflecken oder Holzmehlhäufchen am Boden?
     
Dokumentation und Ordnung
Fotografieren Sie auffällige Stellen und holen Sie bei Unsicherheiten fachlichen Rat ein. Prüfen Sie auch, ob alle Gegenstände auf dem Dachboden noch gebraucht werden – Entrümpeln senkt die Brandlast und lässt Sie Schäden an den Konstruktionsteilen schneller erkennen.
 
Empfehlungen und gesetzliche Vorgaben
Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg hat klare Empfehlungen zur Begutachtung von Gebäuden formuliert. Tragkonstruktionen mit Spannweiten über 12 Metern sind alle 2-3 Jahre zu begehen. Alle 4-5 Jahre sollen Sichtkontrollen durch fachkundige Personen durchgeführt werden, eingehende Überprüfungen sollen alle 12 bis 15 Jahre erfolgen. Das landeskirchliche Baugesetz sieht zudem eine Begutachtung kirchlicher Kulturdenkmäler im Zwei-Jahres-Rhythmus vor. Lesen Sie auch unseren Artikel zur Tragwerksuntersuchung.
 
Ihre regelmäßigen Begehungen helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und größere Schäden zu vermeiden. Danke, dass Sie sich gut um unsere gebauten Schätze kümmern!