Erfolgreiches Zähler-Monitoring und Kirchenfeuchte-Management in Markdorf
Pragmatische Technik hilft der „Grüner Gockel & EMAS-Plus“-Gemeinde, Energie zu sparen, Kosten zu senken und die Umweltziele konsequent zu erreichen.
Drei "Micro-Controller-Hausmeister“ und ein selbstgebautes Feuchtemonitoring-System sorgen rund um die Uhr für mehr Transparenz und schnelle Fehlererkennung.
Die regelmäßige manuelle Erfassung der Zählerstände in Avanti war Routine. Doch technische Störungen wurden oft erst nach Tagen oder Wochen bemerkt.
Ein klemmendes Relais der Kirchenheizung, eine undichte Toilettenspülung und ein defekter Temperatursensor, der der Heizung im August eine Außentemperatur von -60 °C vorgaukelte, verursachten zusammen mehrere Tausend Euro Mehrkosten und gefährdeten die Einsparziele.
Drei Micro-Controller-Hausmeister
Jürgen Heidbreder aus dem Umweltteam entwickelte daher eine kostengünstige Lösung: Drei kompakte Micro-Controller (je ca. 50 € plus Sensoren) überwachen die Zähler für Gas, Wasser und Strom per Reed-Kontakt oder Infrarot-Diode.
Ihre wichtigste Aufgabe: Nachts zwischen 3 und 5 Uhr messen sie den Grundverbrauch. Überschreitet diese vorab definierte Grenzwerte, geht automatisch eine E-Mail-Benachrichtigung raus. So sind Probleme innerhalb von 24 Stunden erkennbar.
Die digitalen „Hausmeister“ sind in der Kirche, im Alten Gemeindehaus und im Haus im Weinberg installiert. Als positive Nebenwirkungen ergeben sich wertvolle Einblicke:
• Stromverbrauch der Kirche fast ausschließlich durch die elektrische Heizung
• Hoher Eigenverbrauch der Pilot-PV-Anlage im Sommer
• Detaillierte Nachverfolgung von Nachtabsenkung und Heizungsregelung
Zusätzlich liefern die langfristigen Daten eine fundierte Grundlage für eine mögliche spätere Umstellung auf eine Wärmepumpe. Eine Gastherme, die zwei Drittel des benötigten Gases allein für die Zündflamme verbraucht, soll stillgelegt werden.
Kirchenfeuchte im Blick
Nach der Orgelreparatur im Frühjahr wurde auch das Thema Kirchenfeuchte wieder relevant. Mit denselben kostengünstigen Prozessoren wurde ein Messsystem installiert, das alle 30 Minuten Innen- und Außenluftdaten (absolute Feuchte) erfasst.
So kann gezielt gelüftet werden, wenn die Außenluft trockener ist. Dies zum Schutz von Orgel und Gebäude.