Im Mannheimer Kollekturwald wächst der Wald von morgen

Rund 62 Hektar des Kollekturwalds bei Mannheim wurden bereits zu einem klimastabilen Laubmischwald umgebaut.

Wuchshilfen aus Holz unterstützen die jungen Pflanzen beim Wachsen
Wuchshilfen aus Holz unterstützen die jungen Pflanzen beim Wachsen
Fünf Jahre nach dem Start des ökologischen Waldumbaus im Kollekturwald zieht die Stiftung Schönau eine ermutigende Zwischenbilanz. Der 111 Hektar große Teil des Käfertaler Waldes am nordöstlichen Stadtrand von Mannheim gehört der Stiftung und war über Jahrzehnte von Kiefern geprägt. Trockenheit, Pilzbefall und der absinkende Grundwasserspiegel hatten die Bestände stark geschwächt. Zusätzlich verdrängte die invasive Spätblühende Traubenkirsche heimische Arten.
 
 
 
 
 
Langer Atem und intensive Pflege zahlen sich aus
 
Förster Frank Philipp (Stiftung Schönau) und Umweltplaner Stephan Reff (Landschaftsagentur Plus) inspizieren die jungen Bäume
Förster Frank Philipp (Stiftung Schönau) und Umweltplaner Stephan Reff (Landschaftsagentur Plus) inspizieren die jungen Bäume
Seit 2021 baut die Landschaftsagentur Plus GmbH den Wald in Kooperation
 mit der Stiftung abschnittsweise um. Ziel ist ein standortgerechter,
 strukturreicher und klimastabiler Laubmischwald, der Hitze, Trockenperioden und veränderte Bodenverhältnisse besser verkraftet, Lebensräume stärkt und als Erholungsraum erhalten bleibt.
 
Mittlerweile sind rund 62 Hektar der vorgesehenen Flächen bearbeitet. Jährlich wurden etwa 20.000 junge Bäume gepflanzt. Darunter Traubeneiche, Hainbuche, Sommer- und Winterlinde sowie Begleitbaumarten. Da natürliche Samenbäume fehlten, entspricht dies der Pflanzleistung des gesamten übrigen Forstbetriebs der Stiftung. Die jungen Bestände zeigen sich wieder grün; an manchen Stellen lässt sich der künftige Mischwald bereits erahnen.
Entscheidend für den Erfolg ist die intensive Pflege: Bei Bedarf werden die Bäume gewässert, Begleitwuchs entfernt oder gemulcht, Totholz und Holzhackschnitzel belassen, um den Boden zu verbessern. Natürliche Wuchshüllen und -hilfen aus Holz schützen vor Wildverbiss und kommen ohne Kunststoff aus. Habitatbäume, heimische Altbäume und ökologisch wertvolle Strukturen bleiben erhalten.
 
Bewahrung der Schöpfung in der Praxis
 
künftige Laubmischwald lässt sich an manchen Sellen bereits erahnen
An manchen Stellen lässt sich der künftige Laubmischwald bereits erahnen
„Der Waldumbau war von Beginn an auf eine langfristige Perspektive angelegt. Jetzt zeigt sich: Der lange Atem und die Geduld zahlen sich aus“, sagt Ingo Strugalla, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Schönau. „Im Mittelpunkt steht der Erhalt des Ökosystems. Wer den Kollekturwald heute betrachtet, kann an vielen Stellen bereits den Wald von morgen erkennen.“
Umweltplaner Stephan Reff von der Landschaftsagentur Plus betont: „Ein ökologischer Waldumbau ist keine kurzfristige Maßnahme, sondern eine Generationenaufgabe. Entscheidend ist die kontinuierliche Pflege. Dass die Flächen heute wieder grün sind und die jungen Bäume gut anwachsen, ist ein sehr ermutigendes Zeichen.“
Die Stiftung Schönau ist ein wirtschaftlich agierendes Unternehmen der Evangelischen Landeskirche in Baden. Sie bewirtschaftet Immobilien, Erbbaurechte und rund 7.600 Hektar Wald aus dem ehemaligen Kloster Schönau  Als größte körperschaftliche Waldbesitzerin in Baden-Württemberg (PEFC-zertifiziert seit 1999) verbindet sie nachhaltiges Wirtschaften mit der Verantwortung für die Schöpfung. Der Umbau im Kollekturwald steht exemplarisch dafür, Wald nicht nur zu nutzen, sondern als Lebensraum, 
 
Klimafaktor und Erholungsraum für kommende Generationen zu erhalten.