Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder - Treffen des Runden Tisches 2026

Vom 11. bis 13. März 2026 fand in Nové Město na Moravě der Runde Tisch mit der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB) statt. 

Logo der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder
Vertreter*innen der Landeskirchen aus Baden, Bayern, Berlin‑Brandenburg‑schlesische Oberlausitz, Rheinland, Hessen‑Nassau und Sachsen, der EKD, der Evangelisch‑Reformierten Kirche Schweiz sowie von „Brot für die Welt“, HEKS und einer niederländischen Stiftung für kirchliche Gemeindeentwicklung trafen mit Gemeindeleitungen und Mitarbeitenden aus Kirche und Diakonie der EKBB zusammen. Die Tage waren geprägt von intensiven Begegnungen, fachlichem Austausch und geistlicher Gemeinschaft.
 
Die Beziehungen zwischen der EKBB und den beteiligten Kirchen – insbesondere zur Evangelischen Kirche in Baden – bestehen seit Jahrzehnten, auch bereits während des Eisernen Vorhangs. Der Runde Tisch dient der Koordination zwischenkirchlicher Hilfen und dem gemeinsamen Nachdenken über kirchliche Entwicklungen. Die EKBB steht dabei vor großen Herausforderungen: In einem stark säkularen Umfeld verfügt sie über begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen. Rund 60.000 Mitglieder verteilen sich auf 242 Gemeinden. Frauen stellen etwa ein Drittel der Pfarrpersonen, und die hohe Zahl von über 500 Kantor*innen unterstreicht die Bedeutung der Kirchenmusik.
 
Inhaltlich wurde deutlich, dass die EKBB konsequent zukunftsorientiert handelt. Ökumenische Beziehungen werden neu geordnet, Verwaltungsstrukturen verschlankt und digitalisiert. Der Fokus liegt klar auf der Gewinnung und Qualifizierung von Menschen – Mission statt reiner Finanzhilfe. Niedrigschwellige Angebote, etwa ein „Freunde“-Status unterhalb der Mitgliedschaft, eröffnen neue Beteiligungswege.
 
Beeindruckende Praxisbeispiele bestätigten diesen Kurs: Der Neubau der „Green School“ in Prag verbindet Bildung und Kirche, in Jimramov stärkt die Öffnung des Gemeindehauses die Verankerung im Ort, und in Brünn hat das Engagement für Geflüchtete aus der Ukraine nachhaltige Gemeinschaft geschaffen.
 
Der ökumenische Ertrag ist groß: Die kleine EKBB wirkt glaubwürdig, missionarisch und diakonisch in die Gesellschaft hinein. Der Runde Tisch bleibt ein wichtiger Lernraum für die Frage, wie Kirche mit weniger Ressourcen offen, nah bei den Menschen und erneuerungsfähig bleibt.
 
  

Pfarrerin Bettina Fuhrmann

Landeskirchliche Beauftragte für Ökumene und Kirche weltweit und die Arbeit mit internationalen Gemeinden