Polizeibedienstete sind gefordert. Eine verantwortliche Ausübung des staatlichen Gewaltmonopols ist grundlegend für den gesellschaftlichen Frieden und fordert und gefährdet Polizeibedienstete auf vielfache Weise.
Polizeiliches Handeln zielt auf die Wahrung von Ordnung und Sicherheit. Es wirkt hin auf mehr Frieden und Gerechtigkeit in der Gesellschaft und im zwischenmenschlichen Bereich.
In besonderer Weise belastend kann es sein, mit den dunklen Seiten menschlichen Lebens konfrontiert zu werden: mit Kriminalität und Gewalt, mit Schuld und Ohnmacht, mit Schmerz und Tod.
Seelsorge bietet Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Polizei bei der Bewältigung ihrer Aufgaben Rat, Unterstützung und Begleitung an. Die Kirchen haben dafür ein verlässliches Netz von örtlichen Gemeinden, Beratungsstellen, Polizeiseelsorgerinnen und Polizeiseelsorgern, die mit dem polizeilichen Alltag in besonderer Weise vertraut sind.
Zur Polizeiseelsorge gehören Gespräche mit Polizeibediensteten und manchmal auch mit ihren Angehörigen.
Die Polizeiseelsorge begleitet Einsätze. Sie wirkt bei Dienstversammlungen mit, gestaltet Gedenk-Gottesdienste und gibt Impulse für die Bewältigung belastender Erfahrungen. Sie bietet Besinnungstage, Seminare und aktuelle Projekte an. So stärkt sie die Kraft bei den Betroffenen, solche Erfahrungen zu bestehen.
Polizeiseelsorge gründet - wie jede Seelsorge - auf Freiwilligkeit. Sie ist ein Angebot für alle Bediensteten der Polizei unabhängig von ihrer konfessionellen oder religiösen Bindung.
Polizeiseelsorge ist nicht in polizeiliche Hierarchien eingebunden. Sie geschieht im Auftrag der Kirchen.