"Seelsorge als Begleitung" - Ein Angebot für alle, die ehrenamtlich in der Seelsorge tätig sind oder es werden wollen | Struktur - Aufbau - Inhalte
STRUKTUR UND AUFBAU DER KURSE
Der Kurs gliedert sich in 6 Studientage, die immer an Samstagen stattfinden, und in 18 Kursabende von jeweils 3 Stunden an einem Wochentag. Jeder Kursabend und jeder Studientag beginnt und endet mit einem geistlichen Rahmen, den die Teilnehmenden nach dem 1. Studientag selbst gestalten.
An den Kursabenden und Studientagen werden die Inhalte vermittelt, Besuchsituationen geübt, Praxiserfahrungen nachbesprochen und reflektiert und über das eigene Leben und Gewordensein nachgedacht.
Nach dem ersten Drittel des Kurses beginnt die praktische Seelsorgearbeit in einem Praxisfeld. Der letzte Studientag und die letzten drei Kursabende sind ganz der Praxisreflexion gewidmet.
Der Kurs wird abgeschlossen mit einem Gottesdienst, in dem die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Zertifikat erhalten.
Inhalte des Kurses
Ein Grundanliegen dieses Kurses ist es, dass die Teilnehmenden über die Beschäftigung mit den Inhalten sich selbst tiefer kennen lernen und das eigene Leben besser verstehen. Dazu gehört auch die Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben. Wir erwarten von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern eine grundsätzliche Offenheit und Bereitschaft dazu.
Im Einzelnen geht es in der Kursarbeit um folgende Inhalte:
- Erfahrungen und Prägungen in meinem Leben, die hilfreich oder hinderlich sind für meine Seelsorgearbeit
- Selbstverständnis und Rolle als Seelsorger/Seelsorgerin
- Auftrag und Aufgabe in der Seelsorge
- Geschichte der Seelsorge
- Kommunikation und Gesprächsführung
- Die seelsorglichen Grundhaltungen
- Die Welt der Gefühle
- Schuld, Schuldgefühle, Verzeihung und Vergebung
- Der kranke Mensch in der Seelsorge
- Kommunikation unter erschwerten Bedingungen: Umgang mit Demenzkranken
- Krise und Krisenintervention
- Sterbende begleiten
- Seelsorge an Trauernden
- Die Bibel ins Gespräch bringen
In der Mitte des Kurses werden in der Zwischenauswertung der bisherige Kursverlauf und Lernweg reflektiert. Der letzte Studientag dient der "Sammlung" des Gelernten, der gemeinsamen Auswertung des gesamten Kurses sowie der Klärung der Weiterarbeit.
Arbeitsweisen
Anfangs- und Schlussrunden
- Plenumsgespräche und Diskussionsrunden
- Vortrag
- Einzel- Partner- und Gruppenarbeiten
- Protokollbesprechungen
- Kreative Arbeitsformen
- Rollenspiele und Übungen
- Bibliodramatische Elemente
Eigene Seelsorgearbeit
Nach dem ersten Drittel des Kurses (5. Kursabend) beginnen die Teilnehmenden mit der Arbeit in einer Praxisstelle: in der Gemeinde, im Krankenhaus oder im Pflegeheim. Wer schon länger eine solche Praxisstelle hat, für den oder die rückt jetzt diese Stelle und die Erfahrungen dort in den Mittelpunkt. Wir erwarten von den Teilnehmenden, dass sie monatlich zwei bis drei Besuche machen und über die Gespräche ein kurzes anonymisiertes Gedächtnisprotokoll schreiben. An jedem Kursabend/Studientag gibt es eine Praxisreflektionsrunde, in die Fragen und Erfahrungen aus der eigenen Seelsorgearbeit eingebracht werden können. Darüber hinaus gibt es Einheiten mit der Besprechung von ausführlichen anonymisierten Gesprächsprotokollen.
Eigene Seelsorgeerfahrung
Wir erwarten von den Teilnehmenden, dass sie im Verlauf der Ausbildung selbst mindestens vier Seelsorgegespräche mit einem professionellen Seelsorger/einer Seelsorgerin ihres Vertrauens führen, um das Seelsorgegeschehen an sich selbst erfahrbar werden zu lassen. Die Teilnehmenden suchen sich ihre Seelsorger/innen selbst aus (z.B. Gemeindepfarrer vor Ort, Konfirmator/in o.a.).
Abschluss des Kurses
Nach Abschluss des gesamten Kurses erhalten die Teilnehmenden im Rahmen eines Gottesdienstes ein Zertifikat. Das Zertifikat gibt Auskunft über die Inhalte des Kurses und qualifiziert zur ehrenamtlichen Seelsorge, hat aber keine berufsqualifizierende Wirkung.
Kursleitung
Die Kurse werden initiiert, geleitet und verantwortet von den dafür zuständigen StudienleiterInnen im Zentrum für Seelsorge, Evelyn Drechsel (Nordbaden) und Jürgen Fobel (Südbaden), in der Regel in Zusammenarbeit mit zwei Co-LeiterInnen vor Ort.
Kurskosten
Die Kurskosten betragen derzeit € 300.-.
Beauftragung und Weiterarbeit im ehrenamtlichen Seelsorgedienst
Die AbsolventInnen können nach erfolgreichem Abschluss des Kurses eine Beauftragung für den ehrenamtlichen Seelsorgedienst beantragen. Sie entscheiden sich in Absprache mit einem hauptamtlich Zuständigen für ein Seelsorgefeld und sind in ihrem Dienst einer Pfarrstelle zugeordnet. Die Beauftragung umfasst einen Zeitraum von vier Jahren und kann verlängert oder auch jederzeit vorzeitig beendet werden.
Die ehrenamtlichen Seelsorger und Seelsorgerinnen werden in einem Gottesdienst in ihr Amt eingeführt.
Für ihre Arbeit gilt dieVerpflichtung zur Verschwiegenheit, die Verpflichtung zu regelmäßiger Supervision sowie weiterer Fortbildung.
Bitte beachten Sie dazu die Hinweise und Auslagen in der öffentlichen Presse und in den Kirchenbezirken!
Ansprechpartnerin im Sekretariat des Zentrums für Seelsorge:
Nicole Busch
Tel.: 06221/54-3894,
e-mail: zfs@ekiba.de
