Ich meine aber dies: Wer da kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer da sät im Segen, der wird auch ernten im Segen. 7Ein jeder, wie er’s sich im Herzen vorgenommen hat, nicht mit Unwillen oder aus Zwang; denn einen fröhlichen Geber hat Gott lieb.
8Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk; 9wie geschrieben steht (Ps 112,9): »Er hat ausgestreut und den Armen gegeben; seine Gerechtigkeit bleibt in Ewigkeit.«
10Der aber Samen gibt dem Sämann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit. 11So werdet ihr reich sein in allen Dingen, zu geben in aller Lauterkeit, die durch uns wirkt Danksagung an Gott.
12Denn der Dienst dieser Sammlung füllt nicht allein aus, woran es den Heiligen mangelt, sondern wirkt auch überschwänglich darin, dass viele Gott danken. 13Um dieses treuen Dienstes willen preisen sie Gott für euren Gehorsam im Bekenntnis zum Evangelium Christi und für die Lauterkeit eurer Gemeinschaft mit ihnen und allen. 14Und in ihrem Gebet für euch sehnen sie sich nach euch wegen der überschwänglichen Gnade Gottes bei euch. 15Gott aber sei Dank für seine unaussprechliche Gabe!
Liebe Festgemeinde,
heute feiern wir Erntedank! Wir danken für den Segen, den Gott uns schenkt; so reichlich, dass wir ihn großzügig weitergeben können – so wie das hier im Fehrenbacherhof geschieht. Es ist wunderbar, dass wir genau 50 Jahre nach der ersten Einweihung heute die Wiedereinweihung dieses Segensortes feiern können – nach einer großen Renovierung, die das Haus noch besser nutzbar macht, gerade auch für Menschen mit Beeinträchtigungen, die bisher nur schwer kom-men konnten.
I
Was zeichnet diesen Segensort aus?
Zuerst einmal, dass er uns zusammenführt: mitten in Gottes herrlicher Schöpfung begegnen wir anderen Menschen und spüren Gottes Nähe und Kraft. Ob zum Singen oder zur Kinderfreizeit, ob als Familie, Jugendgruppe, Schulklasse oder Konfirmationskurs: hier sind alle willkommen; hier sind Jung und Alt eingeladen, das Leben miteinander zu teilen, auch die, die es manchmal schwer miteinander haben. Der Segen Gottes ist kräftig; er hilft, auch Konflikte gut und friedlich miteinander anzugehen. Denn er eröffnet hier einen Ort, an dem Menschen sich besinnen können und Neues entdecken: über sich und andere, über ihren Glauben und ihre Verantwortung füreinander und diese Erde.
Für unsere heutige Zeit ist vielleicht ein zweites an diesem Segensort besonders wichtig: Wir können hier die Erfahrung machen, „dass die Gnade reichlich unter uns wirkt“, gerade in die-ser Einfachheit: die Ruhe, der Wald, die Luft, Menschen, die uns freundlich entgegenkommen, die Zeit für sich und füreinander haben: das kann man nicht kaufen, das ist ein Geschenk! Alles, was das Leben wirklich ausmacht, was uns glücklich macht, wird uns im Segen geschenkt.
Wir erleben das in unserer Kindheit – und wünschen es uns für unser Alter; wir erfahren es, wenn wir verliebt sind. Das ist der Grundton, der dieses Jugend- und Freizeitheim prägt, den alle, die hierherkommen, mitnehmen sollen, wenn sie wieder in ihren Alltag zurückkehren: „So habt ihr im Segen Gottes in jeder Hinsicht und zu jeder Zeit genug zum Leben.“
Ihr braucht nicht nach diesem „immer mehr, immer größer, immer schöner, immer teurer“ zu streben; ihr müsst nicht ständig um Anerkennung ringen und das Gefühl haben, es reicht noch
nicht.
Hier könnt ihr Tun und Lassen und euch, euer Leben und eure Sorgen Gottes Segen anve-trauen.
Der Fehrenbacherhof: Ein Ort mitten in Gottes Schöpfung, zum Innehalten und Sich-Austoben, zum Spielen und Reden, zum kreativen Gestalten und Kochen, zum Spaziergehen oder für eine Waldrally, für Geschichten am Lagerfeuer und zum Stillwerden allein oder in der Andacht, für himmlische Ruhe und lautes Lachen. Mitten in Gottes Schöpfung öffnet sich die Himmelstür und Gottes Segen fließt in unsere Welt. Gott sei Dank!
II
Wir feiern Erntedank – und danken an diesem Festtag Gott, aber auch vielen Menschen! Denen, die für unser tägliches Brot sorgen, aber heute hier besonders auch denen, die diesen Hof einmal geschaffen und mit Leben erfüllt haben, denen, die ihn erhalten haben, und denen, die ihn nun mit großem persönlichem und finanziellem Engagement renoviert haben. Beides gehört an Erntedank zusammen: unser Pflügen, Säen und Streuen, unser Engagement – und Gottes Segen, der Wachstum und Gedeihen schenkt. „Es geht durch unsere Hände, kommt aber her von Gott.“
Es ist sehr eindrücklich, wie viele bereit waren, diese Renovierung zu fördern und zu unterstüt-zen. Wie viele gespürt haben, wie der Segen Gottes sie selbst und die Gemeinschaft durch diesen Hof reich macht, so reich, dass sie davon weitergeben können. Gottes Liebe fließt in Fülle in un-sere Welt. „Ihr habt genug und seid noch reich, um etwas Gutes für andere zu tun“ schreibt Paulus an die Korinther und uns alle!
Viele haben diese Fülle gespürt und sich mitreißen lassen, als es um diesen Hof ging. Sie haben Verantwortung dafür übernommen, dass auch in Zukunft viele Menschen hier Gottes Segen erle-ben können. Ihnen sei Dank!
III
Wir feiern Erntedankfest! Wir sagen Dank für diesen Hof, der Menschen stärkt und sie den Segen Gottes erfahren lässt, für dieses Jugend- und Freizeitheim, das unserer Gemeinschaft guttut. Al-les, was wir als Christenmenschen tun, lebt aus Gottes Segen; es beginnt und endet mit der Frei-giebigkeit Gottes, mit der Fülle des Segens, mit der Gott unsere Welt bewegt, versöhnt und eint.
Auch wenn uns manchmal die Sorge um knappe Mittel und die Angst vor der Zukunft umtreiben: Wir leben aus der Segens-Fülle, die Gott uns anvertraut – sie ist so groß, dass sie nicht nur für uns und für heute reicht, sondern auch für andere, die uns anvertraut sind, für eine gerechte, friedliche und nachhaltige Zukunft für alle, hier auf dem Hof, bei Ihnen im Tal und aber auch weit weg und auch für die Generationen, die nach uns kommen. Gott sei Dank!
Möge der Fehrenbacherhof noch viele Jahre ein Ort sein, von dem aus der Segen Gottes reichlich in die Welt fließt.
