Aus der Erinnerung an die Reichspogromnacht lernen: Menschenwürde achten, Vielfalt ermöglichen, Respekt einüben – dem Antisemitismus widerstehen!

Erinnerung hilft, die Gegenwart klarer zu sehen und Orientierung zu finden für die Zukunft.
 
Die Reichspogromnacht am 9. November 1938 ist ein Datum, das wir nicht vergessen dürfen. Mit dem Angriff auf jüdische Mitmenschen, auf ihre Synagogen und heiligen Schriften, auf ihre Häuser und Geschäfte zeigte der Antisemitismus in Deutschland offen sein schreckliches Gesicht. Gewalttätiger Hass verband sich mit einem rassistischen Überlegenheitsgefühl; die, die hätten widerstehen sollen, schauten weg und schwiegen mutlos, auch in den Kirchen. Nur ganz wenige wie der Heidelberger Pfarrer Hermann Maas traten für ihre jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger ein. Zweitausend Jahre christliche Judenfeindschaft machten die übergroße Mehrheit gefühllos gegenüber dem staatlich propagierten Judenhass und der organisierten Vernichtung.
 
Es war ein langer Weg, bis die Kirchen nach dem 2. Weltkrieg den Mut fanden, ihre Schuld zu bekennen und umzukehren. Heute bekennen wir: Wir sind als Kirche unseren jüdischen Geschwistern unauflöslich verbunden und leben aus der Verheißung, die zuerst an das Volk Israel ergangen ist.
 
Deshalb widerstehen wir als badische Landeskirche allen Formen des Antisemitismus, wie er sich gerade wieder in unserer Gesellschaft breit macht. Wir freuen uns über das jüdische Leben in unserem Land. Wir stehen ein für die Sicherheit und die Freiheit unserer jüdischen Geschwister. Wir knüpfen auf allen Ebenen Verbindungen mit den jüdischen Gemeinden in Baden.
 
Gemeinsam suchen und fördern wir ein Miteinander, das die Menschenwürde achtet, vielfältige Lebenswege ermöglicht und einen respektvollen Umgang miteinander einübt.