Gurs-Gedenken: Landesbischöfin Heike Springhart ruft zum entschiedenen Eintreten gegen Antisemitismus auf

- 22.10.2026 - 

Karlsruhe, (22.10.2026). Am 22. und 23. Oktober 1940 wurden 6.504 Jüdinnen und Juden aus Baden und der Saarpfalz deportiert. Am 86. Jahrestag erinnert Landesbischöfin Heike Springhart an die Menschen, die aus ihrer Heimat gerissen und in das südfranzösische Internierungslager Gurs verschleppt wurden. Zugleich mahnt sie angesichts des zunehmenden Antisemitismus zu Wachsamkeit und Solidarität mit jüdischen Menschen.

Landesbischöfin Heike Springhart und andere
Landesbischöfin Heike Springhart am Denkmal zur Vertreibung von Jüdinnen und Juden nach Gurs

Quelle: Patrick Seeger - Stadt Freiburg

Besonders erschüttert zeigt sie sich darüber, dass die Deportationen damals unter den Augen der nicht-jüdischen Bevölkerung stattfinden konnten:
 
„Es macht mich sprachlos, dass die nichtjüdische Bevölkerung zugesehen und das zugelassen hat.“ Aus der Erinnerung erwachse deshalb eine Verantwortung für die Gegenwart: nicht wegzusehen, wenn jüdische Menschen beschimpft, bedroht oder angefeindet werden. 
 
„Wir stehen gemeinsam an der Seite unserer jüdischen Geschwister. Gerade jetzt. Gerade hier.“
 
  

Prof. Dr. Heike Springhart

Landesbischöfin

 
Zur Person
Prof. Dr. Heike Springhart (Jg. 1975) ist habilitierte Theologin. Von 2010 bis 2019 war sie Studienleiterin am Theologischen Studienhaus Heidelberg. Sie lehrte an den Universitäten Bochum, Heidelberg und Zürich. 2013 und 2014 war sie Gastwissenschaftlerin an der University of Chicago (USA). Springhart promovierte über den „Beitrag von Religion und Kirche für Demokratisierung und Reeducation im Westen Deutschlands nach 1945“.