Woher stamme ich?

Lebensfragen & Lebenformen
Manche Frage beschäftigt einen immer mal wieder: Wo sind meine Wurzeln? Wer sind meine Vorfahren? Auf der Suche nach Antworten kann das Landeskirchliche Archiv Karlsruhe weiterhelfen. Mit seinen Kirchen- und Familienbüchern ist es eine Fundgrube für die Familienforschung.
Eine, die bei der Suche nach Antworten zu Herkunft und Abstammung hilft, ist Bettina Heupel. Sie arbeitet als selbstständige Erbenermittlerin und unterstützt Familienforscher und Familienforscherinnen bei der Recherche.

Bettina Heupel (Karlsruhe)
„Familienforschung hat einen sehr, sehr wichtigen Effekt für die Leute – heute genauso wie früher,“ so Heupel. „Die meisten Leute möchten wissen, wo sie herkommen, mehr über ihre Familie erfahren. Ich persönlich bin im Elternhaus mit meinen Großeltern groß geworden. Mein Opa hatte sonntags immer zum Frühschoppen eingeladen. Gekommen sind Verwandte und Nicht-Verwandte und dann wurde erzählt: Über die Nachbarschaft, Alltägliches und unsere Vorfahren.“ Sie sei in der glücklichen Lage gewesen, so mehr über ihre Familie zu erfahren. Diese Chance habe allerdings nicht jede und jeder: Bei manchen sei der Kontakt zur Familie leider abgebrochen – die Fragen aber blieben.
Kirchenbücher
Das Pfarramt hatte bis zur Bismarckschen Personenstandsgesetzgebung (1876) die Funktion des Standesamtes. Kirchenbücher waren also bis dahin Urkunden – heute bekommt man bei der Heirat im Standesamt sein Stammbuch. In den Kirchenbüchern wurden Taufen, Konfirmationen, Trauungen und Beerdigungen dokumentiert – bei jedem Eintrag wurde nicht nur das Datum notiert, sondern auch Informationen zur Abstammung, z.B. die Namen und Berufe der Eltern. Beim Durchblättern dieser Bücher kann man auch „inoffizielle“ Randbemerkungen entdecken. Die Häufigkeit der Randbemerkungen in den Kirchenbüchern war abhängig von den Pfarrern, die das Kirchenbuch geführt haben.
Für Bettina Heupel geben diese Randbemerkungen wichtige Hinweise: „Das waren meist Notizen zu Verwandtschaftsverhältnissen, wie beispielsweise „ist Nichte von XY, weil Eltern schon tot“. Oder, was es heute auf einer Personenstandsurkunde nicht mehr gibt, die Todesursache. Damals wurde notiert, ob man an Fettleibigkeit gestorben ist, einen Herzinfarkt hatte, überfahren oder ermordet wurde. Bei einem stand „ist im Wald tot aufgefunden worden“.“
Für Bettina Heupel geben diese Randbemerkungen wichtige Hinweise: „Das waren meist Notizen zu Verwandtschaftsverhältnissen, wie beispielsweise „ist Nichte von XY, weil Eltern schon tot“. Oder, was es heute auf einer Personenstandsurkunde nicht mehr gibt, die Todesursache. Damals wurde notiert, ob man an Fettleibigkeit gestorben ist, einen Herzinfarkt hatte, überfahren oder ermordet wurde. Bei einem stand „ist im Wald tot aufgefunden worden“.“

Eintrag im Kirchenbuch in Dattingen: "+ 22./beg. 24.10.1887 Karoline Giesel (8 J, 7 M, 14 T), T. v. Wilhelm G., Landwirt, und Rosine Barbara geb. Greiner; Bem.: Erschossen durch Bruders Hand, welcher mit einem geladenen Gewehr spielte. Ein großes Unglück."
Quelle: Landeskirchliches Archiv Karlsruhe
Kirchenbücher als Buch waren lange noch üblich. Viele Pfarreien haben ihre Bestände an das Landeskirchliche Archiv abgegeben, aber nicht alle: einige haben die Kirchenbücher noch vor Ort im Pfarrarchiv. Dann müsse man dort selbst in der Gemeinde anfragen und persönlich zur Recherche hinfahren, erläutert Heupel.
Familienforschung
Was sind die ersten Schritte, wenn man selbst mit der Familienforschung starten möchte? „Sie brauchen einen Namen und einen Ort sowie Angaben zur Konfession und der Zeit. Dann beginnen Sie verschiedene digitale Datenbanken zu befragen, wie z.B. das evangelische Kirchenbuchportal Archion, auch viele andere Archive stellen Daten online,“ so Heupel.
Die Zusammenarbeit mit dem Landeskirchlichen Archiv habe sich in den letzten Jahren ein bisschen gewandelt: „Wenn es nur darum geht, eine Taufurkunde anzufragen, dann schaue ich nicht mehr unbedingt im Archiv vorbei – das läuft alles digital per E-Mail. Aber wenn es darum geht, die Familienzusammenhänge aus dem Badischen herauszufinden, da lohnt sich durchaus der Weg in den Lesesaal des Archivs.“ Allerdings solle man im Archiv erstmal einmal anrufen und einen Termin ausmachen, da es auch nur begrenzte Sitzplätze gibt. Und dann gibt Bettina Heupel noch einen Tipp: Man solle immer ein bisschen Zeit mitbringen und mit den Archivarinnen und Archivaren reden. Diese wissen, was sie haben, was Familienforscherinnen und Familienforscher interessiere und sie kennen den geschichtlichen Kontext.
Es sei immer Herzenssache, wenn über die eigene Familie recherchiert würde und habe etwas Detektivisches, so Heupel. „Familienforschung ist eine sehr praktische - nicht so metaphysische Form - mit der Auseinandersetzung des Woher und Wohin. Vor 10 Jahren hätte ich vielleicht über Familienforschung geschmunzelt - das mache ich definitiv nicht mehr!“
Die Zusammenarbeit mit dem Landeskirchlichen Archiv habe sich in den letzten Jahren ein bisschen gewandelt: „Wenn es nur darum geht, eine Taufurkunde anzufragen, dann schaue ich nicht mehr unbedingt im Archiv vorbei – das läuft alles digital per E-Mail. Aber wenn es darum geht, die Familienzusammenhänge aus dem Badischen herauszufinden, da lohnt sich durchaus der Weg in den Lesesaal des Archivs.“ Allerdings solle man im Archiv erstmal einmal anrufen und einen Termin ausmachen, da es auch nur begrenzte Sitzplätze gibt. Und dann gibt Bettina Heupel noch einen Tipp: Man solle immer ein bisschen Zeit mitbringen und mit den Archivarinnen und Archivaren reden. Diese wissen, was sie haben, was Familienforscherinnen und Familienforscher interessiere und sie kennen den geschichtlichen Kontext.
Es sei immer Herzenssache, wenn über die eigene Familie recherchiert würde und habe etwas Detektivisches, so Heupel. „Familienforschung ist eine sehr praktische - nicht so metaphysische Form - mit der Auseinandersetzung des Woher und Wohin. Vor 10 Jahren hätte ich vielleicht über Familienforschung geschmunzelt - das mache ich definitiv nicht mehr!“
