Interkulturelle Woche 2026 unter dem Motto „Dafür“ startet am 27. September
Karlsruhe, (22.09.2026). Unter dem Motto „Dafür“ beginnt am Sonntag, 27. September, die diesjährige „Interkulturelle Woche“. Mit zahlreichen Gottesdiensten, Lesungen, Konzerten, politischen Diskussionsforen und anderen Veranstaltungen nehmen auch wieder viele Kirchengemeinden, Kommunen, Vereine und Initiativen in Baden an dieser jährlichen Aktionswoche teil.
„Die kulturelle Vielfalt ist kein diskussionswürdiges Novum, sondern selbstverständlicher Alltag für die allermeisten Menschen in Baden-Württemberg“, stellt die landeskirchliche Beauftragte für Flucht, Migration und Integration der Evangelischen Landeskirche in Baden, Pfarrerin Sigrid Zweygart-Pérez fest. „Während es auf der politischen Ebene und in vielen Social-Media-Beiträgen so erscheint, als sei Migration der Grund allen Übels, gestaltet sich das tatsächliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen im Alltag oft ganz reibungslos und unaufgeregt.“ Für die meisten sei es inzwischen selbstverständlich, dass der Kollege im Betrieb oder die Mitschülerin in der Schule auch noch eine andere Sprache spreche und nicht die gleiche Religionszugehörigkeit habe. „Gerade dort, wo viele Menschen mit Migrationserfahrung leben, sind sie einfach Mitbürgerinnen und Mitbürger.“
Natürlich gebe es Bereiche, in denen Probleme bestehen würden. Diese dürften auch nicht kleingeredet werden, sondern müssten aktiv angegangen werden, so Zweygart-Pérez: „Gerade dafür steht die Interkulturelle Woche. Das Motto ‚Dafür‘ steht dabei für eine Haltung, die das gelingende Zusammenleben von Menschen im Blick hat. Sie steht für einen bewussten, lösungsorientierten, wertschätzenden und zielführenden Umgang mit Unterschieden: durch ein Gespräch und wechselseitiges Kennenlernen bei Festen und Veranstaltungen, aber auch durch sachliche Diskussionen, in denen sich Menschen mit ihren Sorgen ernstgenommen fühlen.“
Angesichts der verschärften Asylrechtsregelungen in Europa und Deutschland legen die Veranstaltungen der Interkulturelle Woche aber auch den Finger in die Wunde. So schreiben Bischof Heiner Wilmer, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, Kirsten Fehrs, Vorsitzende des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland und Metropolit Dr. h.c. Augoustinos, Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz von Deutschland: „Die Rechte schutzsuchender Menschen müssen geachtet werden und dürfen niemals zur Disposition stehen. Deshalb erwarten wir Mitmenschlichkeit von der europäischen Politik.“
Einen Überblick über die Veranstaltungen der Interkulturellen Woche, die auch den „Tag des Flüchtlings“ am 2. Oktober umfassen, findet Sie hier.