Evangelische Kirchengemeinde Wertheim wird zum #Verständigungsort

- 07.10.2026 - 

Russlanddeutsche Geschichte: Ausstellung, Lesungen und Begegnungen für Verständnis und Zusammenhalt

Wertheim, (07.10.2026). Mit einer Ausstellung und zahlreichen kostenlosen Kultur- und Begegnungsangeboten blickt die Evangelische Kirchengemeinde Wertheim vom 10. bis zum 25. Oktober auf die Geschichte von Russlanddeutschen. Die Veranstaltungsreihe „Russlanddeutsche Geschichte. Ankommen. Erinnern. Erzählen.“ im Gemeinschaftszentrum Wartberg ist Teil der EKD-weiten Initiative #Verständigungsorte. Ziel ist es, Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven miteinander ins Gespräch zu bringen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken.

Plakat Russlanddeutsche Geschichte

Quelle: Elvira Ungefucht

Der Stadtteil Wartberg gilt als wichtiger Ort russlanddeutscher Geschichte in der Region. Betroffene von Deportationen in Folge des 2. Weltkriegs fanden dort eine neue Heimat ebenso wie ihre Nachkommen, die Aussiedler, Aussiedlerinnen und Spätaussiedelnde aus den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion in den 1990er Jahren. Die russlanddeutsche Gemeinschaft prägt dort das soziale und kirchliche Leben bis heute.
 
Mit einem Theaterabend des Russlanddeutschen Theaters Niederstetten wird am 10. Oktober die Veranstaltungsreihe „Russlanddeutsche Geschichte. Ankommen. Erinnern. Erzählen.“ eröffnet. Sigrid Zweygart-Pérez, Pfarrerin und landeskirchliche Beauftragte für Flucht, Migration und Integration, wird ein Grußwort für die Evangelische Landeskirche in Baden sprechen.
 
Im Anschluss wird die Ausstellung „Russlanddeutsche Geschichte“ eröffnet, die sich mit Ankommen, Erinnern und Erzählen beschäftigt. Diese wird während der zweiwöchigen Dauer von Vorträgen, Lesungen, Gesprächen, Kulturabenden, einem Erzähl- und Begegnungscafé sowie vor allem vom Jugendprojekt „Identität“ ergänzt. 
 
„Hier wird die Frage ‚Wer bin ich eigentlich als Russlanddeutsche bzw. Russlanddeutscher?‘ im Mittelpunkt stehen“, erzählt Organisatorin Elvira Ungefucht. Die Diakonin engagiert sich seit vielen Jahren in der Arbeit mit Russlanddeutschen. In dem elftägigen Jugendprojekt, das in Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum Wartberg-Reinhardshof stattfindet, setzen sich die Jugendlichen kreativ mit den Begriffen Herkunft, Familie, Heimat und Zugehörigkeit auseinander. Dabei entwickeln sie eigene Beiträge, für die sie sich mit ihren Familiengeschichten beschäftigen, aber auch mit Zeitzeugen der Weltkriegsgeneration austauschen. Die Ergebnisse werden die Jugendlichen am Ende ihres Projekts präsentieren.
 
Ebenfalls Teil des #Verständigungsortes wird ein Kochevent am 22. Oktober sein. Sternekoch Alexander Wulf bereitet gemeinsam mit Jugendlichen Gerichte aus der russlanddeutschen Küche zu, die anschließend gemeinsam mit Teilnehmern der Eltern- und Großeltern-Generation gegessen werden.
 
Am 17. Oktober wird zudem die Journalistin und Bloggerin Ira Peter ab 17 Uhr mit ihrem Buch „Deutsch genug? Warum wir endlich über Russlanddeutsche sprechen müssen!“ im Gemeinschaftszentrum Wartberg zu Gast sein. Nach ihrer Lesung möchte sie mit ihren Gästen ins Gespräch kommen.
 
Zum Abschluss ist für Sonntag, 25. Oktober, ab 10.30 Uhr ein feierlicher Gottesdienst geplant, in dem die Geschichten, Begegnungen und Erfahrungen der zurückliegenden Wochen zusammengetragen werden. 
Die Initiative #Verständigungsorte fördert respektvollen Austausch und demokratischen Dialog zwischen Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen und Meinungen. Ziel ist es, gegenseitiges Verständnis zu stärken und neue Räume für Begegnung zu schaffen.
 
Weitere Informationen zum Veranstaltungsreihe „Russlanddeutsche Geschichte. Ankommen. Erinnern. Erzählen.“ gibt es auf der Homepage des Kirchenbezirks Wertheim.
  

Stefan Herholz

Pressesprecher / Bereichsleitung Presse und Öffentlichkeitsarbeit