„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“ - Jahreslosungsfahne 2024 in Langensteinbach

Jahreslosungsfahne Langensteinbach

Quelle: Evangelische Kirchengemeinde Langensteinbach / Dorothee Krämer

„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“
Dieser Vers aus dem 1. Korintherbrief 16,14 wird uns im neuen Jahr begleiten. 
Die Künstlerin Dorothee Krämer aus Esslingen hat diesen Spruch in ein Bild umgesetzt und die neue Jahreslosungsfahne leuchtet uns schon von weit her mit ihren frohen Farben vom Langensteinbacher Kirchturm entgegen.
Durch eine besonderen Technik bekommt das Bild eine Farbtiefe, die die warmen Farbtöne noch verstärkt und die auch den Betrachtenden ein Gefühl der Wärme vermittelt. 
In der Mitte des Bildes sehen wir ein Herz – klar, das steht für die Liebe. Das Innere des Herzens ist ganz hell – fast sieht es aus wie ein Fenster, durch das Licht hindurchscheint: Gottes Licht, das unsere Herzen erhellt, und uns Kraft gibt,
 
 diese Liebe weiterzugeben.
Das Herz ist inmitten einer aufwärts strebenden Form; man könnte meinen, es wird von zwei Händen behutsam umgeben. 
Und die aufwärts strebende Form verbindet die Erde mit dem Himmel, oder besser: den Himmel mit der Erde. 
„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“
Unser Tun und Denken und Wollen, all unser Sein ist aufgehoben in dieser der Liebe Raum gebenden Geste.
 
Liebe - dieses uralte und urmenschliche Thema mit seinem Gegenpol Hass und Neid finden sich schon in den ersten Kapiteln der Bibel. 
Bei den Brüdern Kain und Abel führt dieser Gegenpol zum Brudermord.
Das als „jüdisches Glaubensbekenntnis“ bezeichte Schma Israel (5. Buch Mose 6,4+5) hat die umfassende Liebe zu Gott zum Inhalt: „Höre, Israel! Der HERR, unser Gott, der HERR ist einzig. Darum sollst du den HERRN, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzer Kraft.“ Und in 3. Mose 19,18 steht: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Jesus fasst diese beiden alttestamentlichen Aussagen zusammen im Doppelgebot der Liebe (Matthäus 22,36-40), und gibt ihnen damit einen ganz zentralen Stellenwert auch in unserem christlichen Glauben: Die Liebe zu Gott und die Liebe zu unserem Nächsten und die Liebe zu uns selbst gehören untrennbar zusammen.
 
Bemerkenswert ist auch die unserer Jahreslosung unmittelbar voranstehende Aufforderung: Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark! (1.Kor 16,13)
Liebe hat eben nicht nur eine romantische Seite; Schmetterlinge im Bauch und das Schweben auf rosaroten Wolken, die wohltuende seelische und körperliche Nähe ist nur die eine Seite der Liebe. Denn Liebe hat eben auch mit dem Verstand, mit dem Willen, mit dem Glauben, mit dem Handeln etwas zu tun. Liebe, die aus dem Herz kommt und in die Augen, in die Ohren, in den Mund, in die Hände und Füße geht, verändert die Welt. Sie macht uns selbst und andere reich und stark. Liebe ist Gefühl, aber auch genauso eine Tat. Und sie ist voll lebensspendender Kraft.
 
Paulus gibt der Liebe einen ganz besonderen Stellenwert, wenn er sagt: „Nun aber bleibt Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.“ (1. Kor 13,13)
Schon in Zeiten vor den biblischen Aussagen über die Liebe hat der chinesische Philosoph Laotse das Leben aus der Liebe heraus (bzw. ohne Liebe) sehr alltagstauglich formuliert:
 
„Pflichtbewußtsein ohne Liebe macht verdrießlich.
Verantwortung ohne Liebe macht rücksichtslos.
Gerechtigkeit ohne Liebe macht hart.
Wahrhaftigkeit ohne Liebe macht kritiksüchtig.
Klugheit ohne Liebe macht betrügerisch.
Freundlichkeit ohne Liebe macht heuchlerisch.
Ordnung ohne Liebe macht kleinlich.
Sachkenntnis ohne Liebe macht rechthaberisch.
Macht ohne Liebe macht grausam.
Ehre ohne Liebe macht hochmütig.
Besitz ohne Liebe macht geizig.
Glaube ohne Liebe macht fanatisch.“
 
Lasst uns im Glauben an unseren Gott, der uns seine bedingungslose Liebe schenkt, unser Denken, Wollen und Handeln von der Liebe bestimmt und gelebt sein.
„Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe.“
 
Reinhild Prautzsch