Das ökumenische Gemeindezentrum in Karlsruhe-Oberreut

Gelebte Ökumene im Herzen Badens

Die Evangelische Versöhnungsgemeinde und ihre katholische Nachbargemeinde St. Thomas Morus feiern nicht nur regelmäßige ökumenische Gottesdienste, sondern geben auch einen ökumenischen Gemeindebrief heraus und betreiben gemeinsam eine Bücherei. Seit über 15 Jahren teilen sich die Oberreuter Protestanten und Katholiken außerdem ein modernes Gemeindezentrum.

Einfache Orientierung und zwanglose Begegnung

Oberreut war ein frühes Sorgenkind der Stadt Karlsruhe, denn immer noch besteht der überwiegende Teil der Bebauung aus Sozialwohnungen. Fünf Jahre nach seiner Entstehung gab es noch keinen Kindergarten, keine Bank, keine Schule und kein Jugendzentrum. Ältere Bewohner können sich noch lebhaft an die Zeit erinnern, in der der Stadtteil nur über eine mit Holzbohlen befestigte Baustraße zu erreichen war. Der damals geforderte Pioniergeist und das gemeinsame Ringen mit der Stadt um Versorgungseinrichtungen dürfte auch das Zusammengehörigkeitsgefühl beider Konfessionen gestärkt haben.

Schon früh beschlossen die evangelische Kirchengemeinde Karlsruhe, heute Versöhnungsgemeinde, und die katholische St. Thomas Morus Gemeinde die Ablösung der Notkirche durch ein Ökumenisches Gemeindezentrum als Gesellschaft bürgerlichen Rechts.

Im Gegensatz zum Kirchenzentrum Rieselfeld wurde kein Wettbewerb ausgelobt, sondern eine Direktbeauftragung eines einzelnen Architekturbüros vorgenommen. Zu beachten waren im Außenbereich die unmittelbare Nachbarschaft des Kommunalen Zentrums "Weiße Rose" und die Anbindung an die vorhandene Wohnbebauung. Die Architekten entschieden sich für ein Konzept, das im Innern eine lange von Süden nach Norden verlaufende "Gasse" vorsieht, die den Vorhof für beide Kirchen bildet. An diese lange Halle sind alle Räume, Sakralräume ebenso wie Funktionsräume, angeordnet. Dadurch ist eine einfache Orientierung ebenso gut möglich wie eine zwanglose Begegnung beider Konfessionen im Aufenthaltsbereich. Die Apsis der katholischen Kirche und der Altarraum der evangelischen Werktagskirche schieben sich sichtbar durch die Wände des Foyers in diese Halle hinein.

Die Verwendung von warmem rotem Ziegelmauerwerk, Sichtbeton, Stahl und durchlaufenden Glasflächen schafft eine optische Verbindung zum benachbarten Kommunalen Zentrum. Durch eine gemeinsame Bibliothek werden auch in Oberreut nicht nur die Kirchenbesucher, sondern alle Stadtteilbewohner angesprochen.

Eine kräftige vertikale Bepflanzung durch Pergolen und Rankgerüste an den Fassaden stellt den Übergang zur städtischen Begrünung der Umgebung her. Erwähnenswert ist auch das friedliche architektonische Nebeneinander der beiden Pfarrhäuser als Reihenhäuser, die mit zwei Gästezimmern miteinander verbunden sind.

(Dipl.-Ing. Annabel Rogge, Kirchenbauamt)
 
 
 
 
 

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76189 Karlsruhe