Die Klosterkirche St. Maria in Lobenfeld
Ein Ort für Leib und Seele

Die auf einem kleinen Hügel thronende Klosterkirche St. Maria, das ehemalige Klostergut, der neu geschaffene Heil- und Kräutergarten und der Vorplatz sind wahre Schmuckstücke und formen ein harmonisches Gesamtbild. Schaf-, Pferde- und Kuhweiden runden das romantische Bild ab. Und in diesem Schmuckstück ist seit sechs Jahren das Geistliche Zentrum Klosterkirche zu Hause. Im modernen Seminarraum finden das Jahr über vielfältige Veranstaltungen statt. Der romanische Kirchenraum mit seiner Stille und geistlichen Sammlung lädt zu Gebeten und Meditation, aber auch zu Konzerten geradezu ein.
Kleine Perle ist poliert
Die Klosterkirche St. Maria ist neben der ehemaligen Zisterzienserabteikirche Maulbronn der einzige erhaltene, romanische Sakralbau des Kraichgaus. Sie wurde mit der Gründung eines Frauenklosters im romanischen Stil um 1145 erbaut. In ihr beteten schon Augustiner-Chorherren, Benediktinerinnen und Zisterzienserinnen, zeitweilig auch Sabatarier. Kurzzeitig fanden im Kloster auch Jesuiten und Schweizer Flüchtlinge eine Heimstatt. Um 1560 wurde das Kloster aufgelöst, die Klostergebäude waren dem Verfall freigegeben.
Die Kirche wurde 1705 protestantisch und gehört heute zur evangelischen Kirchengemeinde. Im Juli 2008 wurde die Wiedereinweihung der rundum restaurierten Klosterkirche groß gefeiert, elf Jahre nach der Renovierung des Langhauses. Jahrhundertealter Staub, der die kostbaren Wandmalereien der romanischen Kirche bedeckt hatte, war von den alten Mauern gewichen. Die Perle war poliert.
Dadurch sind die unschätzbar wertvollen Wandbilder aus dem frühen und späten Mittelalter mit biblischen Szenen in ihren original Farben wieder deutlicher sichtbar. Die Evangelische Stiftung Pflege Schönau übernahm die Renovierungskosten in Höhe von rund 400.000 Euro, weitere rund 60.000 Euro hatte die Kirchengemeinde für die Renovierung der Innenausstattung und der alten Klosterbänke zu schultern.
Die barocke Dickel-Orgel wurde ebenso rundum restauriert und gründlich gereinigt. Die Orgelpfeifen glänzen nun einer verglasten Empore, die den Blick auf den Heiligen Christopherus freigibt. Schon im Jahr 2006 fand die Sanierung des Klosterumfeldes mit Neuanlage von Brunnen, Parkplätzen und Bänken statt, Land und Gemeinde investierten hierin zusammen 1,3 Mio. Euro. Im idyllischen Klostergarten bietet sich ein Spaziergang zwischen Blumen- und Kräuterbeeten an. Von hier eröffnet sich ein pittoresker Blick auf die Klosteranlage.
(Jutta Trilsbach)
Kloster Lobenfeld: Ein Ort für Leib und Seele