Die Pauluskirche in Ettlingen
Wickeltisch und Malbücher
Die Paulusgemeinde westlich der Kernstadt von Ettlingen gibt es seit 1951. Sie entstand durch die Teilung der Johannesgemeinde, die damals sehr viele Gemeindemitglieder zählte. Eine zweite Pfarrstelle wurde eingerichtet – die Geburtsstunde der Paulusgemeinde. Die Grundsteinlegung von Gemeindehaus und Kindergarten folgte 1953 und der Bau konnte bereits drei Jahre später fertiggestellt werden. Der Kirchturm und das Pfarrhaus kamen 1965 hinzu.
Der große rechteckige Kirchturm ist schon von Weitem zu sehen. Eine besondere Vielfalt bieten die fünf verschiedene Glocken: Betglocke, Taufglocke, Abendmahlsglocke, Trauglocke und eine Friedensglocke. Der weiße Kirchturm grenzt aber nicht wie üblich direkt an das Kirchengebäude. Ursprünglich war zwar ein Kirchenschiff geplant, aber die Paulusgemeinde entschied sich dafür, den Gemeindesaal auch auf Dauer als Kirchenraum zu nutzen.
Betritt man die Pauluskirche, fällt einem sofort die moderne Ausstattung auf. Die letzte Renovierung fand 2012 statt, gleichzeitig wurden aber auch Stilelemente der 50er Jahre beibehalten. Der Innenraum ist hell und freundlich eingerichtet. Flexible Stuhlreihen ersetzen die sonst üblichen Kirchenbänke. Die Orgel befindet sich im vorderen Bereich der Kirche. Sie wurde 1987 erneuert und besteht aus 900 Orgelpfeifen. Über dem Altar prangt ein großes Holzkreuz. Vor dem Taufbecken ist ein farbiges Ornament in die Bodenplatte eingelassen und steht für die ökumenische Zusammenarbeit mit der katholischen Herz-Jesu-Kirche in Ettlingen, wo sich im Haupteingang die andere Hälfte der Mosaikfliese befindet.
Die Paulusgemeinde erfreute sich eines regen Zuwachses als die Umgebung Neuwiesenreben zum Neubaugebiet erklärt wurde. Dass die Gemeinde großen Wert auf eine familienfreundliche Umgebung legt, zeigt sich auch bei der Ausstattung der Kirche: Der angrenzende Kindergarten wird momentan erweitert und auch im Kirchengebäude selbst sind Kinder besonders willkommen. Es gibt einen Wickeltisch und im hinteren Teil der Kirche einen Bereich mit Tischen und Stühlen, den sogenannten Kirchsaal. Hier liegen Malbücher aus und bei Bedarf kann eine mobile Trennwand eingesetzt werden, um für die nötige Ruhe während des Gottesdienstes zu sorgen. Die Eltern können bei Ihren Kindern bleiben und die Predigt wird mittels Lautsprecher in den hinteren Raum übertragen.
Die mobile Trennwand bietet aber noch einen weiteren Vorteil: Für Veranstaltungen wie zum Beispiel Seniorennachmittage, Lesungen, Vorträge und Sitzungen steht mit dem Kirchsaal noch ein weiterer kleiner Raum zur Verfügung. Gerade im Winter kann dieser leichter geheizt werden als die gesamte Kirche, wodurch Geld, vor allem aber Energie gespart werden kann. Ein Beitrag der Paulusgemeinde zu einem umweltgerechten Handeln.
(Julia Weißling)
www.paulusgemeinde-ettlingen.de

