Die Michaeliskirche in Blankenloch

Symbol für das Leben Jesu

Mitten im Ort und benannt nach dem Erzengel Michael liegt die Blankenlocher Michaeliskirche. Über dem Kirchenportal ist die Inschrift „Erbauet im Jahr 1859“ zu lesen. Tatsächlich ist die Kirche in Teilen aber deutlich älter: Im Zuge der Renovierung von 1974 wurden alte Mauerreste einer kleinen Saalkirche freigelegt, die vermutlich aus dem 12. oder 13. Jahrhundert stammen.

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Ende des 18. Jahrhunderts war die damalige Kirche zu klein für die wachsende Gemeinde geworden. Da das Geld für den Neubau fehlte, konnte der Grundstein für die große, 37 Meter lange und 17 Meter breite Kirche erst im Jahr 1857 gelegt werden. Der Turm ist mit seinem goldenen Wetterhahn stattliche 56 Meter hoch. Drei spitzbogige Portale, über deren Holztüren in goldener Schrift Bibelverse eingraviert sind, führen in den Innenraum.

Innen fällt am Ende des Mittelgangs dem Besucher der Michaeliskirche sofort das lebensgroße Kruzifix über dem Triumphbogen ins Auge. Die Darstellung des gekreuzigten Jesus ist so lebensnah und detailgetreu, dass sein Leid und seine Schmerzen beinahe spürbar werden.

Im Gegensatz dazu stehen die drei bunten, strahlenden Chorfenster aus dem Jahr 1954. Das prächtige mittlere zeigt die Auferstehung Jesu Christi, der gerade sein Grab verlassen hat. Bei genauerem Betrachten sind die Wundmale an Händen und Füßen zu erkennen. Im unteren Teil wenden die Soldaten ihren Blick ab – sie symbolisieren die Ungläubigen. In der rechten Bildhälfte ist Maria Magdalena zu erkennen, die Christus mit offenen Armen empfängt. Rote Strahlen, die für Aufbruch und neues Leben stehen, scheinen auf Maria Magdalena und auf weitere Gläubige herab.

Die beiden anderen Chorfenster sind schlichter gestaltet. Links sind eine Krippe, Blut und eine Taube zu sehen – Bilder für Geburt und Tod Jesu und für den Heiligen Geist. Rechts ist das letzte Abendmahl zu sehen, dargestellt durch einen Kelch und einen Brotlaib, sowie die Taufe (angedeutet durch fließendes Wasser); ein wichtiges Detail ist hier der schwimmende Fisch, eines der ältesten Christus-Symbole.

Die Michaeliskirche verbindet mit diesen Gestaltungselementen somit gekonnt die dunklen mit den hellen Stunden im Leben Jesu – und will den Kirchenbesuchern Hoffnung schenken.

Ein Sternrippengewölbe umspannt den gesamten Chorraum, in dessen Mitte sich der Holzaltar befindet, der aus der Zeit des Neubaus stammt. Auch die neugotische Kanzel mit der vergoldeten Kreuzblume besteht aus Holz.

Die Orgel auf der gegenüberliegenden Empore wurde im Jahr 2007 generalüberholt. Ursprünglich stammt sie ebenfalls aus dem Jahr 1859; ein neues Orgelwerk wurde 1976 eingeweiht. Die Register können elektrisch eingeschaltet werden und ermöglichen dadurch einen schnellen Klangfarbenwechsel während des Spiels.

In den Abendstunden wird die Michaeliskirche von drei Seiten angestrahlt und erscheint in warmem Licht. Sie ist dann weithin sichtbar – und viele Gemeindeglieder fühlen sich dadurch noch stärker mit ihrer Kirche verbunden.

(Julia Weißling)
 
 
 
 
 

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