Die Bergkirche St. Michael in Büsingen
Romanisch und romantisch
Die Bergkirche bildet das Zentrum eines einzigartigen mittelalterlichen Ensembles mit einem Mesnerhaus und dem ehemaligen Wirtschaftsgebäude, in welchem sich heute ein Aufbahrungsraum befindet. Einige Grabsteine erinnern an den alten Friedhof. Alle Gebäude sind von einer wehrartigen Ringmauer umgeben. Die Kirche gilt als herausragendes Kulturgut der Region und ist ein spiritueller Kraftort mit faszinierender Ausstrahlung. Viele Menschen fühlen sich von dem idyllisch gelegenen Kirchen-Ensemble angezogen und suchen in der Kirche Ruhe, Inspiration und die Nähe zu Gott.
Geschichte
Die Bergkirche St. Michael gehört zu den ältesten Gotteshäusern des Hochrheins. Urkundlich erwähnt wurde sie erstmals in einem Schutzbrief von Papst Urban II. im Oktober 1095. Das Jahr ihrer Gründung ist nicht bekannt. In einer Sage, die der Chronist J.J. Rüeger aufgezeichnet hat, wird die Gründung der Kirche folgendermaßen beschrieben: „Deren von Büesingen (Adelsgeschlecht v. Büsingen) Burg und Stammhus sige uf dem Bühel gestanden, daruf dißmalen die Kilchen stat und daher Kilchsperg genennet würt, und als semliche Burg mit sampt dem Letzten diß Geschlechts jemerlich verbrunnen, habe sin Vater, so noch am Leben war, uf die abgebrunne Hofstatt die Kilchen lassen buwen.” Rüeger bemerkt, er halte dies für ein “luter Gedicht.“
Die Büsinger Bergkirche ist die Mutterkirche von Schaffhausen. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts wurde sie aber dem Kloster Allerheiligen eingegliedert. Daraus erwuchs dem Kloster die Pflicht, die Kirche fortan zu besorgen.
Architektur
Die nach Osten ausgerichtete Kirche bietet trotz mehrfacher Restaurierungen und Veränderungen das Aussehen eines romanischen Baues aus dem 11. und 12. Jahrhundert. Erste einschneidende Veränderungen datieren aus dem 16. Jahrhundert, als einige Fensteröffnungen vergrößert wurden. Als 1529 die Reformation in Büsingen eingeführt wurde, wurden die aus gotischer Zeit stammenden Malereien übertüncht und der Kirchenschmuck entfernt. Im 17. Jahrhundert wurde das Kirchenschiff verlängert. Zum Anbau gehört ein 22 Meter hoher Turm, der von einem Zeltdach bekrönt ist.
Der Kirchenraum besticht durch seine wohlproportionierten Maße. Der Gemeinderaum wird heute von einer 1953 eingezogenen Holzdecke abgeschlossen, der Boden wurde im gleichen Jahr mit rötlichen Tonplatten ausgelegt. Den Chorraum trennt ein rundbogiger Triumphbogen vom Kirchenschiff. Der Altarraum ist sehr schlicht gestaltet. Einen künstlerischen Akzent setzt das Ostfenster, das 1977 durch den Glasmaler Gian Casty gestaltet wurde. Die Mitte des Chorraumes wird von einem einfachen, 1953 stark überarbeiteten Taufstein beherrscht.
Glocken
Im Glockengeschoss hängen drei Glocken. Die kleinste Glocke wurde im 13., die mittlere im 16. Jahrhundert und die schwerste 1978 gegossen. Deren Vorgängerin und die beiden kleineren Glocken wurden im Zweiten Weltkrieg beschlagnahmt. Die größte wurde eingeschmolzen, die beiden kleineren nach Kriegsende aber unversehrt aufgefunden.
Orgel
Im Jahr 2000 erhielt die Kirche eine neue Orgel. Sie wurde von der renommierten Dresdner Orgelbau-Firma Wegscheider gebaut, die unter vielen anderen die Restaurierung der Orgel in der katholischen Hofkirche in Dresden verantwortete.
Feiern und Kultur
Die über 1000 Jahre alte Bergkirche ist als herausragendes Kulturgut ein einzigartiger Ort. Viele Heiratslustige aus nah und fern kommen nach Büsingen, um in der Bergkirche den Bund fürs Leben zu schließen. Als Hochzeitskirche steht sie allen Konfessionen offen. Nach der Trauung kann das Brautpaar im Kirchgarten die ersten Glückwünsche entgegennehmen.
Auch Kammermusik- und Orgelkonzerten verleiht das gesamte Ensemble einen stimmungsvollen Rahmen. In jedem Jahr finden am letzten August-Wochenende die „Kammertmusiktage Bergkirche Büsingen“ statt, zu denen weit über die Region bekannte Musiker und Musikerinnen anreisen.
www.buesingen-gailingen.de
www.bergkirche-buesingen.org
de.wikipedia.org/wiki/Bergkirche_St._Michael


