Die Peterskirche in Weinheim
Das letzte Bauwerk von Hermann Behaghel
Architekt der Weinheimer Peterskirche war Kirchenoberbaurat Hermann Behaghel, der 30 Kirchen in Nordbaden baute. Die Peterskirche ist eine neuromanischen Jugendstilkirche und war Behaghels letztes Bauwerk.
Die älteste in Weinheim nachweisbare Kirche am Zusammenfluss von Grundelbach und Weschnitz stand schon um die Jahrtausendwende, etwa in der Zeit, als Kaiser Otto III. Weinheim das Marktrecht nebst Zoll und Bann erteilte. Mehrmalige Um- und Anbauten ließen das kleine Kirchlein zu einem stattlichen Bau heranwachsen. So ist sie auf dem Kupferstich von Merian 1621 zu sehen.
Der Wunsch nach einer neuen Kirche wurde mit der Zeit immer lauter. Als die Gemeinde stark anwuchs und weiteres Wachstum wegen der Industrialisierung zu erwarten war, nahmen die Neubaupläne deutliche Formen an. Am 31.12.1909 hielt Pfarrer Issel den letzten Gottesdienst in der alten Kirche, am 23.9.1911 wurde das Richtfest gefeiert und am 27.10.1912 konnte die jetzige Peterskirche schließlich eingeweiht werden.
Der Grundriss der Peterskirche bildet ein griechisches Kreuz. Das ist ein Kreuz mit gleichlangen Armen, die sich in der Mitte im rechten Winkel kreuzen. Das Kircheninnere ist so gestaltet, dass es „auf die Stimmung der andächtigen Gemeinde sammelnd und vorbereitend einwirken soll“ (Behaghel). Die Architektur wird durch die Bemalung unterstrichen. Die Bemalung betont das plastische Bild und verstärkt den räumlichen Eindruck. Wände und Gewölbe sind in schlichter Tönung zueinander abgestimmt. Blau nimmt den größten Flächenanteil ein. Gelb und gold tauchen an den Stellen auf, die dem Licht ausgesetzt werden.
Für die eintretenden Gläubigen ist die malerische Wirkung vom Haupteingang bis zum Altarraum derart gesteigert, dass mit der tieferen Tönung des Gestühls der Abschluss der Orgelempore ihren Höhepunkt erreicht. Der obere Fries ist eine Trennlinie: darüber ist das Himmlische, darunter das Irdische. Die Gewölbe sind die Gewölbe des Himmels. Das wird mit der blauen Farbe im Gewölbe über Orgelempore deutlich belegt. Der Himmel über der Orgel betont die Macht und die Größe Gottes.
Davor ist der Triumphbogen über dem Altarraum mit 51 Feldern, die 22 Motive zeigen, darunter immer wieder das griechische Kreuz. Das Kleeblattkreuz ist Symbol für die Dreifaltigkeit. Das Rankenwerk an den Rippen ist voller Symbolik. Schlaufen, Knoten und Sterne zeigen an, dass man im Glauben fest verbunden ist, dass Jesus und seine Jünger Fischer, Menschenfischer, waren und dass seine frohe Botschaft in alle Welt getragen werden soll. Das griechische Kreuz erscheint immer wieder und die Rosetten im Zentrum der Gewölbe zeugen von der Liebe Gottes. Unten am blauen Sockel ist das Irdische. Die Kapitelle mit unterschiedlichen Darstellungen strahlen Harmonie aus. Die Friese rahmen die Emporen ein.
Zwischen Altarraum und Konfirmandensaal sind versenkbare Glaswände.
Zwischen Altarraum und Konfirmandensaal sind versenkbare Glaswände.



