Die Kreuzkirche in Konstanz-Allmannsdorf

Eine Kirche mit Campanile

Die Kreuzkirche wurde in den Jahren 1955 bis 1957 erbaut. Sie ist ein klarer, schnörkelloser Baukörper mit flach geneigtem Satteldach. Der Stahlbeton-Skelettbau wurde mit Sichtmauerwerk aus „Lufinger Stein“ ausgemauert, einem Hartbrandziegel aus der Ziegelei Embrach bei Baden in der Schweiz.

Ein Merkmal bei Kirchenneubauten der Nachkriegszeit ist oft ein freistehender Glockenturm - ein sogenannter Campanile (abgeleitet von italienisch campana, die Glocke). Der Campanile der Kreuzkirche ist quadratisch, sein Dach ist um 90 Grad gedreht, zur Kirche hingewendet, sie gleichsam beschützend. Eine kleine Geste führt zu einer großen Aussage. Kirchenschiff und Turm bilden so eine räumliche und geistige Einheit.

Der Innenraum der Kreuzkirche hat eine beeindruckende Atmosphäre. Vor allem, wenn die Sonne durch die Seitenwände des Kirchenschiffes fällt. Sie bestehen aus vielen kleinen Fenstersteinen, die regelrecht zu glühen scheinen, wenn das Licht hindurch strahlt. Besonders die Südwand, deren Steine in warmen Farben gehalten sind und in die drei große Steinmauern eingelassen sind, sticht hervor. Die vielen verschiedenen Farben der Fenstersteine sollen die unterschiedliche Couleur der Gemeindeglieder darstellen: Jeder gehört dazu und darf ganz er selbst sein.

Beim Überschreiten der Türschwelle betreten Sie einen Vorraum mit einer besonderen Lichtinszenierung: Im ersten Moment unscheinbar, sind hier Deckenlampen in Kreisform angebracht. Sieht man hier nach oben, wirkt es, als blickt man direkt in einen Heiligenschein. Das göttliche Licht scheint auf mich herab. Die Lichter zählen zwölf an der Zahl; eine Zahlenangabe, die öfter bei der Kirche zu finden ist: Jesus versammelte zwölf Jünger um sich, die er als Apostel einsetzte. Die zwölf Jünger werden symbolisch auch mit den zwölf Stämmen Israels in Verbindung gebracht.

Betritt man nun die Kirche begegnet man im Seitenschiff einem eindrucksvoll schlicht gehaltenem Kunstwerk, das aus mehreren Fischen und einem Fischernetz besteht. Zum einen handelt es sich um die Auflistung der Straßennamen in der näheren Umgebung der Kirche. Diese sind hauptsächlich nach Fischen benannt. So wird die Nähe und Verbundenheit von Kirche und Gemeinde symbolisiert. Ein weiterer Bezug besteht zur geographischen Nähe zum Bodensee sowie dem dort betriebenen Fischfang und den Gemeindegliedern, ihrem Leben und ihrer Arbeit.

An der Ostseite der Kirche erhebt sich der Altar. Den Altarraum beherrscht ein mächtiger Wandteppich an der Ost-Giebelwand mit dem Kreuz auf der Weltkugel, dem Alpha und Omega und den angedeuteten Erdteilen neben dem Kreuz. Er scheint die Farbwirkung der Glasbausteine zu aufzunehmen, hebt sich von der Altarwand ab, die wiederum das Zeichen des Kreuzes ins Unendliche wiederholt. Der Wandteppich ist ein Werk aus dem ehemaligen Hagnauer Atelier Bissier – der Entwurf stammt von Julius Bissier, seine Frau hat den Teppich in eigener Werkstatt gewoben.

Wendet man nun den Blick nach hinten auf die Empore, so sieht man dort die Steinmeyer-Kirchenorgel. Sie wurde 1957 zusammen mit der Kirche erbaut und besitzt 19 Register.

(Joelle Kollum, Ulli Naefken)
 
 
 
 
 

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